Vier Gründe, warum die Apple Watch floppen könnte

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Gute Gründe: Für die Apple Watch sieht es nicht gut aus.
Gute Gründe: Für die Apple Watch sieht es nicht gut aus.(© 2015 YouTube/Apple, CURVED Montage)

Am Mittwoch haben wir vier gute Gründe für den Erfolg der Apple Watch genannt . Doch jede Erfolgsserie endet irgendwann, und die von Apple hält schon verdammt lange an – nämlich seit 1997. Die Apple Watch hat das Potenzial, das Produkt zu sein, mit dem Apple keinen Erfolg haben wird. 

In der Theorie ist der Apple Watch der Erfolg schon sicher, in der Praxis könnte die Uhr allerdings viele Probleme haben. Und der Alltag ist es, in dem ein Produkt den Nutzern gefallen muss, damit es langfristig ein Erfolg wird. Begeisterte Experte, gute Bewertungen und ein schönes Datenblatt alleine reichen nicht aus.

Die Akkulaufzeit ist zu kurz

Die Batterie der Apple Watch wird in Dauernunutzung wohl nur  wenige Stunden halten, deswegen müsst Ihr den Akku mindestens einmal täglich aufladen. Beim Smartphone haben wir uns daran gewöhnt, für eine Uhr finde ich das sehr ungewöhnlich und vor allem nervig. Durch die Pausen - egal ob der Ladevorgang jetzt eine oder zwei Stunden dauert - wird die Smartwatch für diese Zeit, trotz drahtloser Ladestation, quasi unbrauchbar. Und mit täglichen Zwangspausen wird die Freude an dem Gadget schnell abnehmen.

Dass man sie über Nacht aufladen könnte, wie viele es mit ihrem Smartphone machen, ist nur eine schlechte Alternative. Denn mit ihren Sensoren soll die Apple Watch als Fitnesstracker ja gerade auch Euren Schlaf überwachen - und im Idealfall am Morgen im richtigen Moment mit dezenten Vibrationen wecken. In der Ladestation kann die Smartwatch das nicht. Es wird eindeutig Zeit für eine Revolution in der Akkutechnologie. Davon würde nicht nur die Apple Watch profitieren.

Externe Apps werden zu sehr geknebelt

Es klingt schon toll, was man alles mit der Apple Watch machen können soll. Allerdings würde die Smartwatch noch viel mehr können. Doch Apple hat sich entschieden, den App-Programmieren außerhalb der Konzernzentrale in Cupertino kaum Zugriff auf Funktionen und Schnittstellen der Uhr zu geben. Hier verschenkt Apple viele positive Nutzererlebnisse zugunsten der eigenen Anwendungen, die zu Beginn die Einzigen sein werden, die die Möglichkeiten der Apple Watch vollständig ausschöpfen können. Für alle Apps von Drittanbietern wird sie so nicht mehr bieten sein als jede andere Smartwatch.

Apple Pay funktioniert nur in den USA

Apple hat Apple Pay nicht umsonst zuerst in den USA gestartet. In Europa und vor allem in Deutschland steckt mobiles Bezahlen, trotz mehrjähriger Versuche von Banken, Kreditkartenunternehmen und Telekommunikationsfirmen es zu etablieren, immer noch in den Kinderschuhen. Mit dem Smartphone kann man bisher nur in wenigen Geschäften bezahlen, so dass der Anreiz, die Dienste zu nutzen, nicht wirklich groß ist. Erfahrungen wie bei Netto tragen darüber hinaus nicht dazu bei, das Bezahlen mit dem Smartphone attraktiver zu machen.

Durch die große Verbreitung von Kreditkarten hat Apple Pay es in den USA deutlich leichter. Während es in den Vereinigten Staaten in der Regel kein Problem ist, selbst eine Packung Kaugummi mit der Kreditkarte zu bezahlen, akzeptieren hierzulande selbst große Elektronikmärkte nur Bargeld und EC-Karten, beziehungsweise die Girocard, wie sie jetzt heißt.

Eines der Hauptargumente für die Apple Watch - das einfache Bezahlen über das Handgelenk - gilt somit in Deutschland nicht. Zuerst muss eine Lösung für das Henne-Ei-Problem her: Der Handel wird seine Kassensysteme nur kostspielig nachrüsten, wenn viele Kunden Apple Pay nutzen. Die Kunden werden Apple Pay allerdings erst nutzen, wenn es genug Läden gibt, in denen sie mit dem Dienst bezahlen können. Dass sich zusätzlich noch die "Bargeld lacht"-Mentalität in Deutschland ändern muss, steht auf einem anderen Blatt.

Die Apple Watch bleibt in der Apple-Welt

Zwar hat Apple mit allen iPhone-Nutzern eine große und profitable Basis, verschenkt aber mit der Beschränkung der Apple Watch als verlängertem Display von iOS-Geräten auch Potenzial. Funktioniert die Smartwatch auch mit Android und Windows Phone, würde Apple nicht nur die Attraktivität für Nutzer erhöhen, die sich nicht auf ein System festlegen wollen, sondern auch mehr Exemplare verkaufen und bestimmt den einen oder anderen Nutzer von seinem Ökosystem überzeugen.

Das iPhone lässt sich ja auch unter Windows einrichten und ist nicht exklusiv an OS X gebunden. Mit einer Beschränkung auf das eigene Betriebssystem hätte Apple die Verkaufszahlen seiner Smartphones massiv reduziert. Denn wer würde sich extra einen Mac kaufen, nur um ein iPhone benutzen zu können.

Das Smartphone würde damit seinen Preis mehr als verdoppeln - wenn man den Mac mini außen vor lässt. Und so ist es auch bei der Apple Watch: Niemand wird sich extra ein Smartphone für mehrere Hundert Euro kaufen, um eine bestimmte Smartwatch tragen zu können.

Was denkt Ihr über die Smartwatch aus Cupertino? Wird sie ein Erfolg oder scheitert sie grandios? Lasst es uns in den Kommentaren wissen.


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