iPhone SE (2020) im Test: Apple sorgt für Ruhe

Gefällt mir86
Das iPhone SE (2020) ist im Prinzip das iPhone 8 mit neuen Innereien – kann das Handy so überzeugen?
Das iPhone SE (2020) ist im Prinzip das iPhone 8 mit neuen Innereien – kann das Handy so überzeugen?(© 2020 CURVED/Christoph Lübben)

Das iPhone SE (2020) musste sich unserem Test stellen: Endlich hat Apple wieder ein neues SE-Modell veröffentlicht. Und das eignet sich ganz besonders dann, wenn ihr vom Smartphone-Markt einfach Ruhe haben wollt. Wieso das so ist, verrät unser Review.

Inhaltsverzeichnis

Tipp der Redaktion: Das iPhone SE gibt's im CURVED-Shop aktuell günstiger. Mit dabei ist der Blau Allnet XL. Mit diesem Tarif stehen euch monatlich ganze 7 GB Datenvolumen im o2-Netz zur Verfügung. Das ist genug, um auch viele Songs unterwegs zu streamen. Hier geht's zum Angebot:

Design und Haptik: Typisch Apple – mit Retro-Feeling

Wer das iPhone 8 kennt, kennt auch das iPhone SE (2020). Äußerlich sind die beiden Handys komplett identisch. Ihr könnt euch dementsprechend auf eine überaus gute Verarbeitung freuen, wie sie bei Apple bekanntlich zum Standard gehört. Insgesamt wirkt das Smartphone, als würde es nur aus einem einzigen Stück bestehen und nicht etwa aus mehreren Komponenten zusammengesetzt sein. Es sieht daher sehr wertig aus und fühlt sich auch so an. Zudem ist das Handy mit seinem 4,7-Zoll-Display deutlich kleiner als viele andere Modelle am Markt und liegt daher gut in der Hand. Die Einhandbedienung klappt problemlos, alle Tasten sind leicht erreichbar, sehr schön!

Für heutige Verhältnisse wirkt die Front aber schon beinahe wie aus vergangenen Zeiten: Oberhalb und unterhalb des Displays befinden sich breite Ränder sowie ein klassischer (kapazitiver) Homebutton. Also keine richtige Taste sondern ein Feld, das auf Druck reagiert – sich aber dank Vibrationsmotor so anfühlt wie ein echter Button.

Hier finde ich es ein bisschen Schade, dass Apple beim iPhone SE (2020) nicht mit dem Trend gegangen ist und ein Handy mit möglichst schmalen Bildschirmrändern geliefert hat – wie es eigentlich auch bei Apple seit dem iPhone X aus 2017 der Standard ist. So verschenkt das Unternehmen viel Fläche, die eigentlich für den Bildschirm hätte genutzt werden können. Auf den Punkt hat es tatsächlich meine eigene Mutter gebracht, der ich das Testgerät bei einem Besuch gezeigt habe. "Das sieht ja altbacken aus", war ihre erste Reaktion als Nicht-Expertin. Und die kann ich nur unterschreiben.

Das iPhone SE wirkt wie aus einem einzigen Stück gefertigt. Selbst die Buttons fallen kaum auf.(© 2020 CURVED/Christoph Lübben)

Bedienung: Einfach, einfacher, Apple

Ich wiederhole mich, aber: Für heutige Verhältnisse ist das iPhone SE (2020) einfach sehr klein. Wer aktuell etwa ein Handy in der 6-Zoll-Größenordnung oder ein noch ausladenderes Smartphone verwendet, wird sich also etwas umstellen müssen. Ich konnte mich beim Test des neuen iPhone SE jedoch sehr schnell an das kompakte Apple-Modell gewöhnen und hatte hier keinerlei Probleme.

Sehr positiv zu bewerten ist die Bildschirmtastatur von Apple. Auch wenn die angezeigten Buchstaben deutlich kleiner als mein Daumen oder sogar Zeigefinger sind, hat das System immer korrekt erkannt, was ich antippen wollte. Das führte kurioserweise dazu, dass ich mit dem iPhone SE (2020) sogar besser tippen konnte als mit meinem privaten Android-Modell – dessen Display mir übrigens immer zuerst wirklich riesig vorkam, wenn ich zuvor eine halbe Stunde lang nur das SE verwendet habe.

Das Kontrollzentrum liefert euch die wichtigsten Einstellungen auf einer Seite.(© 2020 CURVED/Christoph Lübben)

Davon abgesehen hat sich nicht viel bei dem Apple-Betriebssystem iOS geändert: Die Benutzeroberfläche ist wirklich sehr einfach gehalten und man kommt sofort damit zurecht. Einzig das Aufrufen des Kontrollzentrums (für Steuerung von Helligkeit, Lautstärke, Bildschirmaufnahme und mehr) war für mich wieder eine Umstellung, da ich zuletzt eher Android-Handys vor der Nase hatte.

Display: Scharfer Winzling

Mit dem eher kleinen Bildschirm hatte ich keine Probleme, da das iPhone SE (2020) Inhalte sehr scharf und ansprechend auf die 4,7 Zoll bringt. Sowohl Filmclips als auch Fotos sehen richtig gut auf dem Handy aus. Probleme mit der Lesbarkeit hatte ich beim Surfen nie. Klar ist allerdings: Man kann zwar Videos auf dem SE schauen, doch wer gerade das häufig macht, sollte sich lieber nach einem Smartphone mit schmalen Rändern und deutlich größerem Bildschirm umsehen.

Schnappschuss beim Test-Marathon: So klein ist das iPhone SE im Vergleich zum Xiaomi Mi Note 10 Lite (Mitte) und Redmi Note 9 Pro (Links)(© 2020 CURVED/Christoph Lübben)

Dafür, dass Apple hier "nur" ein LC-Display verbaut, bekommt ihr also ein gutes Paket aus schönen Farben und starken Kontrasten, garniert mit einer hohen Bildschärfe. Was will man in der Mittelklasse mehr?

Übrigens: Auch in der Sonne konnte ich das Handy problemlos nutzen. Wenngleich die Helligkeit des Bildschirms vielleicht nicht an die einiger Flaggschiff-Modelle herankommt.

Das iPhone SE (2020) hat zwar nicht das größte Display, aber das ist kein Problem.(© 2020 CURVED/Christoph Lübben)

Leistung: Der schnellste Flitzer in der Mittelklasse

Wenn es um die Geschwindigkeit geht, kann die Android-Mittelklasse einpacken: Das iPhone SE (2020) setzt auf den A13 Bionic als Antrieb. Diesen Chipsatz verbaut Apple auch in seinen Top-Modellen aus dem Jahr 2019 – dem iPhone 11 und iPhone 11 Pro. Und an dieses Tempo kommt kaum ein anderes Smartphone in der Preisklasse des SE heran.

Mit einem iPhone SE müsst ihr euch um Performance also auch über mehrere Jahre keine Sorgen machen, wie sich im Test zeigte. App-Ladezeiten fallen sehr kurz aus, auch mit modernen 3D-Spielen hat das Handy überhaupt keine Probleme (auch wenn der kleine Bildschirm hier den Spielekomfort etwas verringert).

Alle technischen Daten im Überblick:

  • Display: 4,7 Zoll LCD, löst in 1334 x 750 Pixel auf
  • Chipsatz: Apple A13 Bionic
  • Arbeitsspeicher: 3 GB RAM (Keine offizielle Angabe von Apple)
  • Speicherplatz: 64 GB, 128 GB oder 256 GB interner Speicher
  • Kamera: Weitwinkel (12 MP)
  • Frontkamera: Weitwinkel (7 MP)
  • Akku: 1821 mAh (Keine offizielle Angabe von Apple)
  • Anschlüsse: Lightning-Port
  • Betriebssystem: iOS 13 ab Werk
  • Farben: Schwarz, Weiß, (PRODUCT)RED
  • Extras:Apple Pay, kabelloses Aufladen, Fingerabdrucksensor, Dual-SIM (ein Nano-Slot und einmal eSIM), Schnellladefunktion (separat erhältliches Netzteil benötigt)

Kamera-Test des iPhone SE (2020): Unkompliziert gute Fotos machen

In der Regel haben heutzutage sogar schon Einsteiger-Smartphones mehrere Kameras. Neben dem Standard-Weitwinkel sind häufig Ultra-Weitwinkel-, Makro- oder Tele-Zoom-Linsen mit an Bord. Wer ein Foto machen will, kann also bei vielen Handys aus verschiedenen Objektiven das passende auswählen. Nicht aber so beim iPhone SE: Apple setzt hier nur auf ein Weitwinkel.

Fehlt hier nicht was? Nein! Das iPhone SE (2020) hat wirklich nur eine Linse.(© 2020 CURVED/Christoph Lübben)

Somit ist das SE ein Handy, das mit seiner Kamera den ursprünglichen Kern der iPhones trifft: Es ist möglichst einfach gehalten. Ihr müsst nicht darüber nachdenken, welche Linse oder welcher Foto-Modus für euren Schnappschuss die ideale Wahl wäre. Ihr holt das Smartphone raus, drückt auf den Auslöser, fertig. Ihr habt ein brauchbares Foto.

In der Praxis kommt das iPhone SE (2020) sehr gut mit starken Kontrasten zurecht und sorgte im Test für gute und scharfe Fotos, die mit knalligen aber natürlichen Farben nicht geizen. Selbst ein Foto von meinem Fuß ist scharf geworden, als ich versehentlich auf den Auslöser kam, während ich zum nächsten Foto-Motiv lief.

Das Selfie-Monster von Apple

Natürlich will ich an dieser Stelle auch nicht die Frontkamera vergessen. Die machte nämlich im Test wirklich scharfe Fotos mit sehr vielen Details. Mir hat die Qualität der Aufnahmen sehr zugesagt und mit etwas Übung (fehlt mir noch) sind hier wunderschöne Selbstporträts möglich.

Zumal Apple hier wiederum einige Effekte für euch parat hat: Wählt ihr den Porträt-Modus, könnt ihr das Licht künstlich verbessern und so eurem Gesicht noch mehr schmeicheln. Sehr cool sind hier die Studiolichter, die den Hintergrund schwarz oder sogar weiß machen können.

Akku: Nichts für Power-User

Für den Akku hat Apple offenbar ebenfalls die Basis des iPhone 8 von 2017 übernommen und nichts daran geändert: Das iPhone SE (2020) setzt auf 1821 mAh, was für heutige Verhältnisse als wenig erscheinen mag. Allerdings greift hier das gute Energiemanagement von iOS, sodass ich mit einer Ladung während des Tests gut über den Tag kam. Das Ganze sieht aber anders aus, wenn ihr das Handy wirklich fordert.

Viel hilft das Management nämlich nicht mehr, wenn ihr die hohe Leistung etwa mit modernen 3D-Spielen oder anderen fordernden Anwendungen abruft. Dann geht der kleine Energiespeicher schon nach einigen Stunden in die Knie und ihr müsst nach vielleicht drei oder vier Stunden zum Ladekabel greifen. Längere Spiele-Sessions solltet ihr im Zug also nur dann starten, wenn sich eine Steckdose in der Nähe eures Platzes befindet.

Auf der Unterseite gibt's nur einen Lightning-Port.(© 2020 CURVED/Christoph Lübben)

Ist kein Ladekabel in der Nähe, könnt ihr das iPhone SE (2020) aber auch über Wireless Charging mit neuer Energie befüllen. Hier präsentiert sich das Smartphone also sehr modern – wobei auch schon das iPhone 8 diesen Trick beherrscht. Was sich ebenso nicht geändert hat: Zum Schnellladen benötigt ihr ein 18-Watt-Netzteil. Das müsst ihr aber separat erwerben, da dem Handy nur ein schwächeres Netzteil beliegt.

Fazit zur Review: Ein Handy für Leute, die keine Lust auf Schnickschnack haben

Das iPhone SE (2020) zeigt sich im Test in fast jeder Hinsicht klassisch: Nur eine Kamera, breite Ränder, Fingerabdrucksensor im Homebutton unter dem Display. Apple hat sich ein Handy aus einer anderen Ära geschnappt und es mit moderner Technik bestückt. Zumindest optisch und bezüglich der Anzahl an Kameralinsen stellt sich das SE ganz klar gegen alle aktuellen Trends, ist technisch aber auf dem neuesten Stand. Ab 479 Euro bekommt ihr also ein durchaus solides, extrem kompaktes Smartphone, wenn ihr nicht unbedingt nach einem Gerät mit möglichst schmalen Display-Rändern sucht.

Für wen lohnt sich das iPhone SE (2020) also? Ich würde sagen ihr solltet euch das Handy besonders dann kaufen, wenn ihr einfach eure Ruhe haben wollt. Wenn ihr euch nicht intensiv mit eurem Handy auseinandersetzen oder bei der Benutzung viel überlegen oder umdenken wollt, ist das neue günstige Apple-Modell genau euer Ding. Es ist schnell, es macht schöne Fotos ohne Schnickschnack und ihr müsst nicht erst eine Gestensteuerung erlernen. Zudem wird es noch jahrelang neue iOS-Updates (und damit weitere Features und Sicherheitsupdates) erhalten. Ihr habt eben eure Ruhe vor dem Handy-Markt.

Weitere interessante Artikel:


Weitere Artikel zum Thema
iPhone 12 mini vs. iPhone SE (2020): Das sind die Unter­schiede
Lars Wertgen
iPhone 12 mini iPhone SE (2020) im direkten Vergleich
iPhone SE (2020) und iPhone 12 mini – die kompakten Handys von Apple. Bei der Größe hören die Gemeinsamkeiten allerdings schon auf. Unser Vergleich.
iPhone 11, SE und XR: Apple streicht die Kopf­hö­rer
CURVED Redaktion
Ab sofort werden alle Modelle bei Apple nur noch ohne Kopfhörer und Netzteil geliefert
Das iPhone 12 war erst der Anfang: Auch dem iPhone 11, SE und XR liegen nun weder Kopfhörer noch ein Netzteil bei.
Pixel 4a vs. iPhone SE im Vergleich: Ist das Google-Handy ein Voll­tref­fer?
Guido Karsten
Gefällt mir26Das Google Pixel 4a bietet für 349 Euro offenbar ein gutes Gesamtpaket
Das Pixel 4a bietet offenbar eine gute Kamera und räumt mit einigen Schwächen von Android auf. Wie schlägt es sich im Vergleich mit Apples iPhone SE?