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iPhone 12 im Test: Lohnt sich das Apple-Handy 2022 noch?

IPhone 12 ausgepackt Bestes Smartphone 2020
Im Test: Das iPhone 12 ist auch 2022 noch top (© 2020 CURVED )
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Kurz nach dem Release hat das Phone 12 im Test hervorragend abgeschnitten. Doch lohnt sich das Apple-Handy auch 2022 noch oder solltet ihr vielleicht besser gleich zum iPhone 13 greifen? Hier erfahrt ihr, ob ihr guten Gewissens sparen könnt, wenn ihr euch für das ältere Modell entscheidet.

Inhaltsverzeichnis

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    Design: Das iPhone 12 zeigt Kante

    Schon in den ersten Minuten des iPhone-12-Tests war klar: Das Smartphone ist hervorragend verarbeitet und eines des attraktivsten auf dem Markt. Daran hat sich auch 2022 nichts geändert. Unter anderem auch deshalb, weil das iPhone 13 – von einigen Kleinigkeiten abgesehen – genauso aussieht.

    Das blaue Test-Gerät ist in Aluminium gehüllt – wie die meisten Premium-Handys anderer Hersteller. Das wirkt richtig schick und macht das Smartphone zudem spürbar leichter als die Pro-Modelle, bei denen Edelstahl zum Einsatz kommt.

     Das iPhone 12 ist schön anzusehen und hervorragend verarbeitet
    Das iPhone 12 ist schön anzusehen und hervorragend verarbeitet (© 2020 )

    Für viele ist das vermutlich ein Vorteil. Ich für meinen Teil bevorzuge das durch den Edelstahl etwas höhere Gewicht der teureren Varianten. Dadurch fühlen sich das iPhone 12 Pro (zum Test) und Pro Max noch einen Tick edler an – vergleichbar mit einer luxuriösen Uhr.

    Das bringt den Design-Unterschied ganz gut auf den Punkt: Während die mehrere hundert Euro teureren Pro-Varianten an luxuriösen Schmuck erinnern, macht das iPhone 12 im Test den dynamischeren, jugendlicheren Eindruck. Hingucker sind sie aber alle.

    Neu trifft auf Alt

    Verglichen mit dem iPhone 11 fällt vor allem am Rahmen ein Unterschied auf. Die Kanten sind nun nicht mehr abgerundet, sondern flach und eckig.

    iPhone 12 Kanten
    iPhone 12: Die Kanten sind jetzt flach (© 2020 )

    Dadurch sieht das iPhone 12 aus wie eine größere, modernere Variante des iPhone 4 oder des ersten SE. Und das ist eine gute Sache – mir gefällt das neue alte Design sehr.

    Die Design-Änderung mag nicht revolutionär klingen und das ist sie auch nicht. Sie hat aber dafür gesorgt, dass ein neues iPhone seit Jahren einmal wieder merklich anders aussieht als sein direktes Vorgängermodell. Wie klein die optischen Veränderungen normalerweise ausfallen, zeigt das iPhone 13 (Test hier) – dazu gleich mehr.

    Schick, aber pflegebedürftig: Die Glasrückseite

    Die Rückseite ist mit Glas überzogen. Das sieht – insbesondere in Kombination mit dem prominent platzierten Apple-Logo – schön aus, ist aber auch praktisch bedingt: Das Material erleichtert das kabelloses Aufladen, auf das wir später noch einen genaueren Blick werfen. Ein Nachteil der spiegelnden Glasrückseite ist, dass sie Fingerabdrücke magisch anzieht. Wenn euch das stört, müsst ihr das Handy häufiger mal mit einem Tuch abwischen.

    IPhone 12 Rückseite
    Das Glas auf der Rückseite spiegelt schick, zieht aber auch Fingerabdrücke an (© 2020 CURVED )

    Da die meisten von euch das iPhone 12 ohnehin in eine Hülle stecken dürften, ist dieses Manko aber kaum der Rede wert. Ein Case empfiehlt sich übrigens nicht nur zum Schutz. Mir wäre der Verzicht darauf fast zum Verhängnis geworden: Aufgrund der glatten Rückseite ist mir das iPhone 12 im Test ein paar Mal fast durch die Finger geflutscht.

    iPhone 12: Nichts Neues bei der Notch

    Vorne hat sich die Optik im Vergleich zum iPhone 11 kaum verändert. Das Display ist auch in diesem Jahr von einer relativ breiten Aussparung ("Notch") für die Frontkamera unterbrochen. Immerhin sind die Display-Ränder ein wenig geschrumpft. Viele andere Hersteller haben sich inzwischen von der Notch verabschiedet und sie gegen ein Punch-Hole ersetzt, das der Bildfläche noch mehr Platz lässt.

    Was den Notch-Look angeht, scheiden sich die Geister – auch in der CURVED-Redaktion. Einige Kollegen können mit der Optik gar nichts anfangen und schwören auf die Punch-Holes ihrer Android-Handys. Ich selbst finde die Notch eigentlich ganz schick. Zudem macht sie das Gerät auf den ersten Blick als iPhone erkennbar.

    Dass Apple noch an ihr festhält, hat übrigens einen praktischen Grund: Sie beherbergt nicht nur die Frontkamera, sondern auch die Technik für die 3D-Gesichtserkennung Face ID – die später noch mal detaillierter zur Sprache kommt. Beim iPhone 13 ist es Apple gelungen, die Notch zu verkleinern: Sie ist deutlich schmaler, aber dafür auch minimal länger.

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    Leider nutzt Apple den links und rechts freigewordenen Platz kaum: Ihr findet hier nach wie vor die gleichen Status-Icons. Die von vielen vermisste prozentuale Anzeige des Akku-Stands konnte auch die schmalere Notch nicht zurückbringen. Immerhin: Bei Videos im Vollbildmodus fällt der durch die Aussparung abgeschnitten Bereich nun etwas kleiner aus.

    Bleiben zwei weitere kleine Design-Unterschiede zwischen dem iPhone 12 und dem iPhone 13: Zum einen ist das neue Modell etwas dicker. Zum anderen sind die Objektive seiner Dualkamera nicht mehr untereinander, sondern diagonal angeordnet:

    iPhone 12: Endlich ein OLED-Display!

    Dass es beim iPhone 12 vorne kaum Neues gibt, bezieht sich nur auf das Design. Der Bildschirm selbst ist komplett neu und ein Riesenfortschritt zum Vorgängermodell. Während dieses sich nämlich mit einem LCD begnügen muss, trumpft das iPhone 12 mit einem OLED-Display auf. Das bedeutet: leuchtendere Farben, ein satteres Schwarz, bessere Kontrastwerte und ein geringerer Akkuverbrauch.

    Zudem ist die Auflösung gegenüber dem iPhone 11 auf 2532 x 1170 Pixel gestiegen. Ein Display-Upgrade in nahezu allen Bereichen also, von dem besonders Film- und Serien-Fans profitieren: Netflix, Amazon Prime Video, Apple TV+, Disney+ und Co. machen auf dem Handy so richtig Laune. Farbdarstellung und die generelle Bildqualität lagen im iPhone-12-Test auf einem konstant hohen Niveau – wie wir es von Apple gewohnt sind.

    iPhone 12 Display
    iPhone 12: Apple setzt erstmals auch in einem Basismodell auf ein OLED-Display (© 2020 )

    Es ginge allerdings noch besser: Ich persönlich hätte mir ein 120-Hz-Display gewünscht. Die hohe Bildwiederholrate würde für noch flüssigere Animation sorgen. Wirklich notwendig ist das jedoch nicht. Im Test war das Nutzererlebnis auch so äußerst smooth – unter anderem dank iOS 14, das Apple auch auf diesem Gerät inzwischen durch das ebenfalls butterweich laufende iOS 15 abgelöst hat.

    Wer meint, ein 120-Hz-Display sei 2022 eine Selbstverständlichkeit, dem sei gesagt: Da ist was dran, aber selbst beim iPhone 13 müsst ihr darauf verzichten. Die einzigen Handys, die Apple bislang mit einem solchen Bildschirm ("ProMotion") ausgestattet hat, sind das iPhone 13 Pro und das iPhone 13 Pro Max (Test hier). Diese Modelle sind allerdings auch deutlich teurer als das iPhone 12. Wenn ihr zu dessen Preis auf ein 120-Hz-Display besteht, müsst ihr euch im Android-Lager umsehen.

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    Großer Bildschirm trotz Schrumpfkur

    Das Display des iPhone 12 misst 6,1 Zoll in der Diagonale. Das ist für 2022 zwar eher klein, aber trotzdem so groß, dass sich Bilder, Videos und Webseiten darauf komfortabel betrachten lassen. Gleichzeitig konnte ich das iPhone 12 im Test noch gut mit einer Hand bedienen. Das liegt unter anderem daran, dass das Gehäuse gegenüber dem iPhone 11 insgesamt etwas geschrumpft ist.

     Für ein Smartphone mit 6,1-Zoll-Display ist das iPhone 12 relativ handlich
    Für ein Smartphone mit 6,1-Zoll-Display ist das iPhone 12 relativ handlich (© 2020 )

    Wer kleinere Hände hat, könnte bei der einhändigen Bedienung womöglich zwar doch Probleme bekommen. Allerdings gilt das für nahezu alle neuen Smartphones. Nur wenige davon unterschreiten in der Diagonale die 6,1 Zoll des iPhone 12.

    Ceramic Shield: Bye-bye, Spider-App!

    Für viele interessant sein dürfte Apples neuer Display-Schutz namens "Ceramic Shield". Der nämlich soll die Wahrscheinlichkeit drastisch verringern, dass der Bildschirm eures iPhone 12 bei einem Fall zu Bruch geht. Dem Hersteller zufolge sei die "Sturzfestigkeit" viermal besser als beim iPhone 11. Angesichts der Reparaturpreise für ein iPhone-Display eine mehr als willkommene Neuerung, die euch auch 2022 viel Geld sparen kann.

    iPhone 12 im Kamera-Test

     Die Dualkamera des iPhone 12: Zur Hauptlinse gesellt sich ein Ultraweitwinkel
    Die Dualkamera des iPhone 12: Zur Hauptlinse gesellt sich ein Ultraweitwinkel (© 2020 )

    Für mich eine der spannendsten Fragen: Wie schneidet die Kamera des iPhone 12 im Test ab? Um in den Hardware-Spezifikationen einen Fortschritt zum Vorjahr zu erkennen, muss man schon genau hinschauen: Apple hat sich erneut für eine Dualkamera entschieden, die eine Standardlinse und ein Ultraweitwinkel-Objektiv beinhaltet. Auch die Auflösung ist jeweils die gleiche wie beim iPhone 11:

    • Hauptobjektiv: 12 MP (f/1.6)
    • Ultraweitwinkel: 12 MP (f/2.4)

    Auch beim iPhone 13 hat Apple die Megapixel-Anzahl jeweils beibehalten, aber die Hauptlinse durch einen größeren Bildsensor deutlich aufgewertet. Mehr dazu erfahrt ihr in unserem Vergleich "iPhone 13 vs. iPhone 12".

    Es werde Licht: Tolle Fotos mit der Hauptlinse

    Ein auf den ersten Blick kleiner, aber entscheidender Unterschied ist die Blendenzahl des neuen Hauptobjektivs: f/1.6 statt f/1.8 steht beim iPhone 12 im Datenblatt. Das ist die lichtstärkste Linse, die bis dato in einem iPhone zum Einsatz gekommen ist. 27 Prozent mehr Licht soll sie laut Apple einfangen – und das hat sich im Kamera-Test tatsächlich bemerkbar gemacht. Zusammen mit den Optimierungen an Smart HDR und Deep Fusion sorgt die größere Blende für eine generell bessere Bildqualität als im vergangenen Jahr.

     Den blauen Himmel samt Wolken hat das iPhone 12 toll eingefangen
    Den blauen Himmel samt Wolken hat das iPhone 12 toll eingefangen (© 2020 CURVED )

    Bokeh-Effekt: Porträt-Fotos mit dem iPhone 12

    Das Hauptobjektiv ist beim iPhone 12 auch für Bokeh- beziehungsweise Porträt-Fotos zuständig. Einige Smartphones wie etwa Apples-Pro-Modelle haben dafür eine eigene Linse – teilweise unterstützt von Tiefensensoren. Wie gut also sind Porträt-Fotos ohne Tele-Objektiv und den LiDAR-Sensor aus dem iPhone 12 Pro (Max)? Die kurze Antwort: gut – bei nahezu allen Lichtverhältnissen. Im Dunkeln müsst ihr euch allerdings zwischen Porträt- und Nachtmodus entscheiden.

    Das Bokeh ist teilweise so intensiv, wie ihr es mit einer Spiegelreflex-Kamera nur hinbekommt, wenn ihr ein gutes Porträt-Objektiv verwendet – oder das Bild in Lightroom nachbearbeitet. Wie in dem Bildbearbeitungsprogramm könnt ihr den Grad der Unschärfe auch nach der Aufnahme noch anpassen – direkt am iPhone 12. Ist euch der Hintergrund eines Porträt-Fotos mal zu verschwommen, entschärft ihr den Bokeh-Effekt einfach in der Fotos-App:

    iPhone 12 Hintergund unscharf Einstellen
    Über den Regler rechts könnt ihr den Bokeh-Effekt anpassen (© 2020 CURVED )

    Einziger nennenswerter Kritikpunkt im Kamera-Test: Beim Bokeh-Effekt waren Motiv und Hintergrund gelegentlich nicht hundertprozentig sauber voneinander getrennt, sodass die Übergänge verwischten. iPhone 12 Pro und Pro Max können das dank Tele-Linse und LiDAR-Sensor besser. Darüber hinaus ermöglichen die teureren Modelle auch im Nachtmodus Porträt-Bilder mit Bokeh-Effekt.

    iPhone-12-Zoom: Digital statt optisch

    Nein, das iPhone 12 hat wirklich kein Tele-Objektiv. Apple wirbt zwar etwas irreführend mit einem zweifachen "optischen Zoom-Bereich". Damit ist allerdings die Spanne vom Haupt- bis zum Ultraweitwinkel-Objektiv gemeint - beziehungsweise die Brennweite der jeweiligen Linse.  Wer einen echten optischen Zoom möchte, muss zum iPhone 12 Pro (Max) greifen.

     Die gewählte digitale Zoom-Stufe seht ihr über dem Auslöser (hier: 4,2x)
    Die gewählte digitale Zoom-Stufe seht ihr über dem Auslöser (hier: 4,2x) (© 2020 )

    Das Standardmodell begnügt sich mit einem Digital-Zoom, bei dem es – wie bei dieser Variante üblich – zu Detailverlusten im Bild kommt. Bemerkbar macht sich der Unterschied zu einem optischen Zoom so richtig erst auf einem großen Bildschirm oder auf Ausdrucken. Wenn ihr die Fotos nur bei Instagram hochladet und auf dem Handy betrachtet, ist der Digital-Zoom in der Regel ausreichend.

    Zudem sind Tele-Objektive bei vielen Smartphones ohnehin nicht wirklich geeignet, um weit entfernte Motive richtig nah heranzuholen – von einigen Ausnahmen wie dem Huawei Mate 40 Pro abgesehen.

    Mit der Tele-Linse meines iPhone 13 Pro (Test hier) etwa zoome ich meistens eher in der unmittelbareren Umgebung oder setze die längere Brennweite für ein Porträt-Bild ein. Wie ein Fernglas solltet ihr euch das nicht vorstellen. Einen ähnlichen verlustfreien Zoom-Effekt könnte ich mit dem iPhone 12 erzielen, indem ich näher an mein Motiv herangehe.

    "Mit den Füßen zoomen" sorgt allerdings für eine etwas andere Perspektive und ist daher nur eine Notlösung. Ein optischer Zoom hätte sicherlich nicht geschadet und wäre bei einem Smartphone dieser Preisklasse nicht zu viel verlangt. Wie zuvor bereits beim 120-Hz-Display erwähnt gilt aber: Auch das iPhone 13 bietet dieses Feature nicht. Die Pro-Modelle der iPhone-12- und iPhone-13-Serie warten dagegen damit auf, ebenso wie viele Android-Geräte aus dem Premium-Segment.

    Ultraweitwinkel: Was kann die zweite Linse?

    Das Ultraweitwinkel-Objektiv des iPhone 12 empfiehlt sich aufgrund des weiten Sichtwinkels besonders für Gruppen-Fotos und Landschaftsaufnahmen. Außerdem sind damit interessante Perspektiv-Wechsel möglich, die beispielsweise ein Gebäude ganz anders wirken lassen.

    Das Kamera-Interface des iPhone 12 zeigt euch den Effekt der Ultraweitwinkel-Linse übrigens auch dann an, wenn ihr gerade das Haupt-Objektiv ausgewählt habt. Links und rechts des aktuellen Bildausschnitts seht ihr, welche Bereiche durch den Einsatz des Ultraweitwinkels hinzukommen würden:

    iPhone 12 Kamera Interface
    Die Taube links kommt nur via Ultraweitwinkel-Linse mit aufs Bild (© 2020 CURVED )

    Die Kamera-Vorschau hilft euch einfach zu erkennen, ob sich ein Wechsel auf das Ultraweitwinkel lohnt, ohne dafür tatsächlich umstellen zu müssen. Vor allem für unerfahrene Fotografen eine nützliche Funktion, denen gute Gelegenheiten für einen Perspektiv-Wechsel dadurch seltener entgehen sollten. Eine Verbesserung gegenüber dem iPhone 11: Dieses Jahr könnt ihr das Ultraweitwinkel auch im Nachtmodus verwenden.

    iPhone 12: Der Nachtmodus im Kamera-Test auf St. Pauli

    Wo wir gerade beim Nachtmodus sind: Der hat in unserem Test gute Ergebnisse geliefert und im Dunkeln aufgenommene Bilder effektiv aufgehellt. Er aktiviert sich bei Bedarf automatisch und wählt selbst die ideale Belichtungszeit aus.

    Das funktioniert klasse, doch wer will, kann die Einstellungen auch selbst vornehmen – oder den Nachtmodus komplett aktivieren. Hier ein  paar Beispiele dafür, welchen Effekt das Feature auf Low-Light-Fotos hat:

    Anders als beim iPhone 11 steht euch der Nachtmodus beim iPhone 12 für alle Linsen zur Verfügung. Die Bildqualität des Ultraweitwinkels ist auch im Dunkeln ordentlich, konnte im Test aber generell nicht ganz mit der des Hauptobjektivs mithalten. Das war allerdings auch nicht zu erwarten. Denn das Ultraweitwinkel ist der Primär-Linse wie bei fast allen Smartphones spürbar unterlegen.

    Die Low-Light-Perfomance hat sich gegenüber dem iPhone 11 generell verbessert. Nicht nur mit aktiviertem Nachtmodus: Die lichtstarke Hauptlinse kommt bei einsetzender Dunkelheit oft auch ohne das Feature zurecht.

    Selfies mit dem iPhone 12

    Auch wenn in Tests normalerweise die Hauptkamera im Mittelpunkt steht: Die Frontkamera dürfte gerade bei jüngeren Nutzern mit am häufigsten zum Einsatz kommen. Wie gut also gelingen Selfies mit dem iPhone 12? Mir gefallen die Ergebnisse. Sie sind jedenfalls deutlich besser als die Selbstporträts, die ich von meinem mittlerweile abgelösten iPhone X gewohnt war.

    Besonders angetan haben es mir die Möglichkeiten, die sich abends bei vorhandener Hintergrundbeleuchtung ergeben. Der cremige Bokeh-Effekt, der sich dabei erzeugen lässt, ist total mein Ding. Dass ihr Selfies auch im Nachtmodus aufnehmen könnt, ist übrigens eine Option, die der Vorgänger nicht bietet.

    iPhone 12: „Der schnellste Chip in einem Smartphone“ ...

    ... so bezeichnete Apple den A14 Bionic Chip bei der Vorstellung des iPhone 12. Und der 5-nm-Chipsatz konnte den Platz an der Sonne genießen, bis in der A15 ein Jahr später abgelöst hat. In diesem Bereich ist Apple der Android-Konkurrenz einfach enteilt. Der Leistungsunterschied zwischen dem iPhone 12 und dem iPhone 12 Pro (Max) wiederum ist zu vernachlässigen: Der verbaute Chipsatz ist der gleiche, Unterschiede gibt es nur beim Arbeitsspeicher. Wenn überhaupt – Apple lässt sich diesbezüglich nicht in die Karten schauen.

    Leistung im Überfluss

    Viel wichtiger als der Vergleich mit anderen Modellen ist: Wie schnell ist das Apple-Handy im Alltag? Und hier liefert das iPhone 12. Selbst mit anspruchsvollen Mobile Games wie "Asphalt 9: Legends" oder "Call of Duty: Mobile" ließ es sich nicht ansatzweise ins Schwitzen bringen - obwohl ich für den iPhone-12-Test jeweils die höchsten Grafikeinstellungen verwendet habe.

    Weniger herausfordernde Anwendungen wie Instagram, Netflix und Co. bereiten dem Gerät erst recht kein Probleme. Allerdings ist das auch kaum überraschend, sondern von einem Premium-Smartphone zu erwarten. Apps, die das iPhone 12 an seine Grenzen stoßen lassen könnten, sind mir auch 2022 nicht bekannt.

    Und genau das ist der Punkt: Die Power des iPhone 12 war zum Release weniger relevant, als sie es in Zukunft sein wird. Es geht vielmehr darum, dass das Handy auch nach Jahren noch schnell genug für die neuesten Apps und Spiele ist. Und genau das dürfte Apple mit seinem A14 Bionic Chip sichergestellt haben. Dass der A15 im iPhone 13 noch schneller ist, bemerkt ihr in der Praxis aktuell kaum.

    Apples erstes 5G-Smartphone

    In eine sichere Zukunft blickt das iPhone 12 auch dank des 5G-Supports. Der stand bei der Präsentation der neuen Modelle stark im Vordergrund. Ist der neue Mobilfunkstandard an eurem Wohnort verfügbar, seid ihr mit einem entsprechenden Tarif besonders schnell im mobilen Internet unterwegs. Inzwischen hat sich auch beim Netzausbau in Deutschland etwas getan, selbst wenn wir von einer flächendeckenden 5G-Verfügbarkeit noch nicht wirklich sprechen können. Aber: Das iPhone 12 ist schon jetzt bereit für 5G.

    iPhone 12: Technische Daten
    • Display: 6,1 Super Retina XDR Display (OLED), 2532 x 1170 Pixel (460 ppi),
      HDR, True Tone, bis zu 1200 Nits Helligkeit (HDR), Kontrast­verhältnis: 2.000.000:1
    • Chipsatz: Apple A14 Bionic
    • RAM: Keine Herstellerangabe zum Umfang
    • Speicherplatz:  Wahlweise 64 GB / 128 GB / 256 GB
    • Dual-Kamera: 12 MP (Hauptlinse), 12 MP (Ultraweitwinkel)
    • Frontkamera: TrueDepth-Kamera,  12 MP
    • Akku: Keine Herstellerangabe zur Kapazität
    • Aufladen: Fast Charging mit 20 Watt, Wireless Charging mit 15 Watt (MagSafe) bzw. 7,5 Watt (Qi)
    • Betriebssystem: iOS 14 vorinstalliert, Update auf iOS 15 verfügbar
    • Anschlüsse: Lightning
    • 5G: Ja
    • Dual-SIM: Ja (eSIM)
    • NFC: Ja
    • Fingerabdrucksensor: Nein
    • Gesichtserkennung: Ja, 3D (FaceID)
    • Preis: Ab ca. 650 Euro (Stand April 2022)
    • Farben: Schwarz, Weiß, Rot, Grün, Lila und Blau

    Zukunftssicher dank Updates

    Kein Hersteller versorgt seine Smartphones so zuverlässig mit Updates wie Apple. Alle unterstützen Geräte erhalten neue iOS-Versionen nahezu immer zeitgleich. Das betrifft auch ältere Modelle: iOS 14 hat Apple selbst an fünf Jahre alte Handys verteilt und iOS 15 ist ebenfalls verfügbar. Hersteller von Android-Smartphones statten ihre Geräte dagegen meistens nur zwei, maximal drei Jahre mit großen Software-Updates aus. Das trägt dazu bei, dass Apple-Nutzer tendenziell länger neue Funktionen und andere Verbesserungen erhalten.

    Mein altes iPhone X beispielsweise lief auch drei Jahre nach dem Release nicht nur nach wie vor reibungslos, sondern bekam auch weiterhin fast alle neuen Features. "Fast" deswegen, weil Apple die ein oder andere Neuerung in seltenen Fällen doch exklusiv für bestimmte Modelle ausrollt. Dennoch: Wer ein zukunftssicheres Premium-Smartphone sucht, ist beim iPhone 12 richtig.

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    Wie sicher ist das iPhone 12?

    Die lange bereitgestellten iOS-Updates kommen auch der Sicherheit zugute. Denn neben neuen Features und Bugfixes beinhalten Aktualisierungen oft auch sicherheitsrelevante Patches. Darüber hinaus gilt iOS gegenüber Android generell als sicherer. Apples Betriebssystem ist geschlossener und erlaubt keine Programme aus anderen Quellen als dem App Store. Dadurch hat es Schadsoftware schwer, das iPhone 12 oder andere Apple-Smartphones zu befallen.

    Face ID: 3D-Gesichtserkennung – auch mit Maske

    Auch die 3D-Gesichtserkennung Face ID ist sicherer als all die Pendants der Konkurrenz. Auf Android-Smartphones kommt in der Regel eine zweidimensionale Gesichtserkennung zum Einsatz. Und die lässt sich mit nicht allzu großem Aufwand überlisten. Dass Face ID fremden Zugang gewährt, ist hingegen äußerst unwahrscheinlich. Und: Die Entsperrung funktioniert äußerst komfortabel.

    iPhone X Face ID: Mit iOS 13 iCloud-Login
    Face ID: Die TrueDepth-Kamera erkennt euer Gesicht auch im Dunkeln (© 2017 Apple )

    Selbst in kompletter Dunkelheit erkannte mich die TrueDepth-Kamera im Test sofort, übrigens auch mit Mütze oder Sonnenbrille – und seit 2022 auch mit Maske. Hatte der Mund-Nasen-Schutz bis dahin noch eine Entsperrung per Eingabe erforderlich gemacht, ist das durch das Update auf iOS 15.4 nun nicht mehr nötig.

    Apple nimmt den Datenschutz ernst(er)

    Sicherlich: Auch Apple sammelt gerne Daten – allerdings nicht so rigoros wie Google auf seinen Android-Geräten. Der Hersteller wirbt gerne mit dem Datenschutz auf seinen Geräten und lässt den Worten Taten folgen. iOS 15 beziehungsweise das iPhone 12 geben euch in der Regel ausdrücklich Bescheid, wenn eure Privatsphäre in irgendeiner Weise beeinträchtigt werden könnte.

    Punkt orange auf Phone
    Dieser Punkt warnt euch, wenn Mikro oder Kamera im Hintergrund mitlaufen (© 2020 CURVED )

    Das schließt auch Apps von Drittanbietern mit ein. Beispielsweise signalisiert das iPhone 12 auf dem Homescreen, wenn im Hintergrund die Kamera oder das Mikrofon läuft. Ein weiteres gutes Beispiel für den Datenschutz auf iPhones ist der Safari-Browser, der es Facebook und anderen Unternehmen erschwert, euer Surf-Verhalten nachzuvollziehen.

    Praktisch und sicher: Über Apple anmelden 

    Viele Apps und Mobile Games bieten heutzutage nur dann den vollen Funktionsumfang, wenn ihr euch beim Anbieter registriert und ein Konto anlegt. iPhone-Nutzer können sich das in vielen Fällen sparen – dank des Features "Über Apple anmelden", das ich im Test etwa für die Anmeldung bei Spotify verwendet habe.

    IPhone 12 Über Apple Anmelden
    "Über Apple Anmelden" erlaubt Logins ohne Weitergabe der E-Mail-Adresse (© 2020 CURVED )

    Der Unterschied zum Single-Sign-on beziehungsweise Login via Google und Facebook: Die App-Entwickler erhalten eure E-Mail-Adresse nicht, wenn ihr das nicht wünscht. Und: Drittanbietern ist es nicht möglich, euer Nutzerverhalten in verschiedenen Apps miteinander zu verknüpfen und ein Profil daraus zu erstellen.

    iPhone 12 im Test: Akku, Aufladen und MagSafe

    Das iPhone 12 ist ausdauernd und kam im Test fast an die Akkulaufzeit des iPhone 11 heran. Das mag nicht sonderlich beeindruckend klingen. Aber: Das Modell aus dem vergangenen Jahr hält so lange durch wie kaum ein anderes vergleichbares Smartphone. Dass das iPhone 12 etwas früher an die Steckdose muss, ist angesichts des 5G-Supports kaum überraschend. Zugunsten der Akkulaufzeit schaltet das iPhone 12 aber standardmäßig auf LTE um, wenn eine schnellere Verbindung überflüssig ist. Im Alltag solltet ihr jedenfalls keine Probleme haben, mit einer Ladung über den Tag zu kommen. Das iPhone 13 legt diesbezüglich noch mal eine Schippe drauf, denn dank seines dickeren Gehäuses konnte Apple hier einen größeren Akku verbauen.

    iPhone 12 Lightning-Anschluss
    Das iPhone 12 lässt sich zum Beispiel über den Lightning-Anschluss aufladen (© 2020 CURVED )

    Mit MagSafe schneller wieder aufgeladen

    Wenn ihr bereits iPhone-Nutzer seid, wisst ihr vermutlich: Mit der Aufladegeschwindigkeit ist das so eine Sache. In dieser Hinsicht hinkt Apple der Konkurrenz hinterher – vor allem beim Wireless Charging. Denn kabellos lässt sich das iPhone 12 wie bereits das Vorgängermodell standardmäßig mit nur maximal 7,5 Watt aufladen, deutlich langsamer also als vergleichbare Geräte.

    Nutzt ihr den neuen, separat erhältlichen MagSafe-Charger, der sich magnetisch am iPhone 12 anbringen lässt, verdoppelt sich die maximale Ladeleistung auf annehmbare 15 Watt. Eine Vorteil gegenüber dem iPhone 11, das MagSafe leider nicht unterstützt. Aber: Es bleibt trotzdem noch Luft nach oben.

    MagSafe iPhone 12 Pro
    Das MagSafe-Ladegerät – hier magnetisch haftend an einem iPhone 12 Pro (© 2020 Apple )

    Und: Um die angegebenen Werte zu erreichen, benötigt ihr zusätzlich ein 20-Watt-Netzteil, das nicht im Lieferumfang enthalten ist. Tatsächlich liegt nicht einmal der zuvor obligatorische 5-Watt-Power-Adapter bei, den iPhone-Käufer zuvor immer erhalten haben. Ein Netzteil mit 20 Watt oder mehr ist übrigens auch notwendig, um das iPhone 12 kabelgebunden schnellstmöglich aufzuladen. Dann aber steht das Handy nach etwa eineinhalb Stunden wieder voll im Saft.


    iPhone 12 im Test: Fazit
    Francis Lido
    Francis Lido

    Das iPhone 12 distanziert sich deutlich von seinem Vorgänger. Vor allem das OLED-Display und die verbesserte Kamera machen ein Upgrade attraktiv. Auch 2022 noch, denn das Smartphone ist auf der Höhe der Zeit und gehört nach wie vor zu den Top-Smartphones. Vermissen lässt das iPhone 12 nur ein 120-Hz-Display und ein Tele-Objektiv. Allerdings sind das zwei Features, die auch das iPhone 13 nicht mitbringt.

    In den wenigen Bereichen, in denen das neue Modell mehr bietet, ist das iPhone 12 bereits gut aufgestellt. Wirklich mehr bekommt ihr auch 2022 nur mit den deutlich teureren Pro-Modellen. Wenn diese nicht für euch infrage kommen, ergibt es durchaus Sinn, das iPhone 12 seinem direkten Nachfolger vorzuziehen und so einiges zu sparen.

    Zukunftssicher ist das Smartphone auf jeden Fall – nicht nur, weil es 5G unterstützt. Das iPhone 12 bringt genügend Leistungsreserven für die nächsten Jahre mit und darf sich einer langen Versorgung mit iOS-Updates gewiss sein. Letzteres gewährleistet nicht nur eine sichere Nutzung, sondern macht das Smartphone durch kontinuierlich neue Features auch immer besser. Bestes Beispiel dafür ist die neue Möglichkeit, das iPhone auch mit Maske via Face ID zu entsperren. Das war vor 2022 noch nicht möglich (außer für Apple-Watch-Besitzer).

    Auch für alle, die noch nie ein iPhone ihr Eigen nannten, ist das iPhone 12 eine hervorragende Wahl. Wer bisher nur Android-Smartphones besessen hat, wird den Wechsel zu iOS 15 meiner Meinung nach nicht bereuen. Gerade wenn ihr ein einfach verständliches Premium-Gerät sucht und nicht jedes noch so kleine Detail selbst einstellen möchtet, seid ihr hier an der richtigen Adresse. Und: Für ein Apple-Handy ist auch das Preis-Leistungs-Verhältnis attraktiv.

    Smartphone-Test
    Bestes Smartphone 2020
    CURVED-Testurteile
    Apple iPhone 12
    Bestes Smartphone 2020

    CURVED hat die Auszeichnung "Bestes Smartphone 2020" an das Apple iPhone 12 verliehen. Das Smartphone sticht mit einem hervorragenden Gesamtpaket und einem frischen Design aus der Menge hervor. Es bringt fast alle Features der iPhone-12-Pro-Modelle mit – zu einem deutlich niedrigeren Preis.

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    In diesem Artikel

    Apple iPhone 12: Testbericht und Fotos

    9.1
    Curved Score
    Top
    • Schickes Design
    • Gute Dualkamera
    • Tolles OLED-Display
    • Top-Leistung
    • Sicher
    Flop
    • Kein 120-Hz-Display
    • Kein Tele-Objektiv
    • Langsames Aufladen
    • wenig Speicher in der Einstiegskonfiguration
    Design
    Display
    Kamera
    Performance
    Software & Apps
    Akku
    Preis/Leistungsverhältnis

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    Feature Tabelle
    • Entwickler
      Apple
    • Betriebssystem
      iOS 14
    • Prozessor: Name
      Apple A14 Bionic
    • Prozessor: Taktung
      2 x 3.1 + 4 x 1.8 Ghz
    • Prozessor: Anzahl Kerne
      6
    • Speicherkapazität
      64 / 128 / 256 GB
    • Arbeitsspeicher
      4 GB
    • Kamera-Auflösung: Back
      12 (Weitwinkel), 12 (Ultraweitwinkel) Megapixel
    • Kamera-Auflösung: Front
      12 Megapixel
    • Bildschirmdiagonale
      6.1 Zoll
    • Auflösung Höhe
      2532 Pixel
    • Auflösung Breite
      1170 Pixel
    • Display Technologie
      OLED
    • Display Pixeldichte
      460 ppi
    • Schnittstellen/Anschlüsse
      Lightning
    • Feature: Bluetooth
    • Feature: WLAN
    • Feature: NFC
    • Feature: GPS
    • Feature: GPRS/EDGE
    • Feature: UMTS
    • Feature: LTE
    • Akkuleistung
      2815 mAh
    • Höhe
      146.7 mm
    • Breite
      71.5 mm
    • Tiefe
      7.4 mm
    • Gewicht
      164 g
    • Status
      Erhältlich
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