Samsung Galaxy A6 im Test: Die Metall-Mittelklasse

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Das Samsung Galaxy A6
Das Samsung Galaxy A6(© 2018 CURVED)

Infinity Display, Gesichtserkennung und Selfies mit extra unscharfem Hintergrund: Das Samsung Galaxy A6 ist zwar ein Mittelklasse-Smartphone, versucht aber mit einigen Elementen vom Top-Modell Galaxy S9 zu punkten.

Als "Infinity Display" bezeichnet Samsung die Touchscreens seiner Smartphones, die möglichst wenig Rand haben. Allerdings reicht der Bildschirm des Galaxy A6 nicht wie beim Galaxy S9 an den Seiten ganz bis zum Rand. Stattdessen gibt es einen schmalen, aber für heutige Verhältnisse bei Top-Smartphones breiten Rahmen. Das Display selber ist 5,6 Zoll groß und hat eine Auflösung von 1440 x 720 Pixeln. Das ist zu wenig für ein super scharfes Bild, gehört aber noch in die Kategorie ausreichend bei der Detailgenauigkeit. Farblich erstrahlt das Super-AMOLED-Display kräftig, leuchtet sehr hell und hat eine große Blickwinkelstabilität.

Metallgehäuse und Gesichtserkennung

Samsung folgt beim Galaxy A6 nicht dem Trend zu Glas und verpasst ihm ein Gehäuse aus Metall. Das ist ordentlich verarbeitet, liegt angenehm in der Hand und wirkt robust. Da es matt ist und nicht glänzt, fallen Fingerabdrücke nicht so stark auf und bei Stürzen entstehen vielleicht Kratzer und Dellen aber es splittert nicht. Ein Nachteil ist das verwendete Material nur dann, wenn ihr euer Smartphone drahtlos aufladen wollt.

Im Galaxy A6 steckt mit dem Exynos 7870 ein hauseigener Chipsatz von Samsung, dem drei Gigabyte Arbeitsspeicher zur Seite stehen. Zusammen erreichen sie in Leistungs-Tests keine herausragenden Ergebnisse, haben aber für alltägliche Anwendungen genug Power. Die Ladezeiten von Apps sind nicht zu lang und die Animationen der Nutzeroberfläche sind flüssig. Auf AR- und VR-Anwendungen solltet ihr bei der Hardware allerdings nicht setzten. Dafür reicht die Leistung nicht mit Sicherheit aus. Aber selbst aufwendige Spiele wie "PUBG Mobile" lassen sich zocken – wenn auch nur in der niedrigsten Grafikqualität.

Der Fingerabdrucksensor auf der Rückseite sitzt für meinen Geschmack zu weit oben und zu nah an der Kameralinse. Mit den Fingern kann man nur schlecht erfühlen, ob man kurz davor ist, das Galaxy A6 zu entsperren oder die Kameralinse zu verdrecken. Alternativ kann man das Smartphone mit Hilfe einer Gesichtserkennung entsperren. Die funktionierte im Test zuverlässig. Da sie aber nur mit einer Kamera funktioniert, vertraue ich ihr in Sachen Sicherheit weniger als z.B. Face ID beim iPhone X. Dort kommen mehrere Kameras, bzw. Sensoren, zum Einsatz, die sich nicht so leicht überlisten lassen. PIN-Codes, Muster oder Passwörter zum Entsperren gibt es natürlich auch noch.

Keine Dualkamera, aber doppelte 16 Megapixel

Beide Kameras des Galaxy A6 liefern Fotos mit einer Auflösung von 16 Megapixeln. Das reicht bei der Hauptkamera für ein detailreiches, farbkräftiges Bild. Mit starken Kontrasten, wie der Mittagssonne und Schatten, kommt die Kamera halbwegs zurecht. Allerdings hat die Kamera-App keinen HDR-Modus, der hier sicherlich für mehr Ausgleich sorgen könnte und in dieser Preisklasse eigentlich zum Standard gehören sollte. Panoramabilder setzt die Software ordentlich zusammen und bietet, wie bei Samsung üblich, mehr als 360 Grad als maximalen Aufnahmewinkel an. Allerdings bleiben die Breitbildfotos vergleichsweise dunkel.

Nachts, also bei Dunkelheit, ist die Kamera keine Enttäuschung, aber auch noch weit von der Qualität der Top-Smartphones entfernt. Das vorhandene Licht kann sie gut wiedergeben, erhellt die weitere Umgebung allerdings nicht zusätzlich. Die Farbwiedergabe und die gegenüber Aufnahmen bei Tageslicht verringerte Bildqualität sind noch ausreichend. Die Kamera schaltet bei Dunkelheit automatisch in einen Nachtmodus, wobei mir die Fotos des händisch gewählten Nachtmodus etwas detailreicher vorkommen.

Die Frontkamera hat einen vergleichsweise großen Blickwinkel. Ihre Selfies haben eine hohe Auflösung, sind aber nicht bis ins letzte Detail fokussiert. Das fällt auf dem Smartphone aber nicht auf, sondern nur wenn man sich die Bilder am Rechner in Originalgröße anschaut. Auch hier fehlt ein HDR-Modus, aber dafür gibt es einen Software-basierten Bokeh-Effekt. Dieser sorgt dafür, dass der Hintergrund unschärfer wird und die Person im Vordergrund mehr im Fokus des Betrachters steht. Das klappt ziemlich gut, ist an den Kanten aber noch nicht perfekt.

Android Oreo und Dual-SIM

Als Betriebssystem installiert Samsung Android 8.0 Oreo auf dem Galaxy A6 und damit fast die neueste Version der Software von Google. Der Hersteller versieht sie aber mit seiner eigenen Nutzeroberfläche. Zu dieser gehören einige vorinstallierte Apps von Samsung und Microsoft sowie Facebook, die man nicht deinstallieren sondern nur deaktivieren kann. Von dem 32 Gigabyte großen internen Speicher stehen für eure Daten nach dem Einschalten des Smartphones knapp unter 22 Gigabyte zur Verfügung. Bei Bedarf kann man die Speicherkapazität mit einer microSD-Karte erhöhen und gleichzeitig noch zwei SIM-Karten in das A6 einlegen.

Der Akku hat mit 3000 mAh eine Kapazität, die man auch bei so manchem Top-Smartphone findet. Er bringt das Galaxy A6 bei herkömmlicher Nutzung gut über den Tag und dank der eher zurückhaltenden Hardware-Ausstattung mit Glück auch noch über den einen zweiten – aber nur in Ausnahmefällen. Aufgeladen wird er über einen Micro-USB-Anschluss. Das heißt, USB-C hat es bei Samsung noch nicht in die Mittelklasse geschafft. Da sind andere Hersteller schon weiter. Dafür können sich Freunde von analoger Musik über den 3,5-mm-Anschluss für ihr Kopfhörer-Kabel freuen.

Fazit

Das Samsung Galaxy A6 hat eine Kamera, die bei Tageslicht gute und bei Nacht brauchbare Fotos liefert, aber eine sehr abgespeckte Kamera-App. Das Super-AMOLED-Display hat schöne Farben, aber eine geringe Auflösung. Die Hardware ist völlig ausreichend und die Software aktuell. Das Metallgehäuse fühlt sich gut an, aber ein Micro-USB-Anschluss wirkt inzwischen veraltet. Im Vergleich zum Galaxy S9 ist das Galaxy A6 mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 309 Euro günstig und passt ins das Angebot von Samsung. Schaut man sich allerdings an, was andere Smartphones in dieser Preisklasse bieten, erscheinen das Huawei P20 Lite, Nokia 6 (2018) oder das Lenovo Moto G6 attraktiver.

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