Samsung Gear S3 im Test: das Hands-on [mit Video]

Der Vorgänger war ein Bestseller, der Nachfolger hat gute Chancen, diese Tradition fortzusetzen: Samsung hat auf der IFA 2016 in Berlin die Gear S3 vorgestellt. Wir haben die neue Smartwatch der Koreaner bereits im Hands-on.

Männlich schaut sie aus, die neue Gear S3. Das liegt vor allem in der Größe begründet. Das Display ist um 0,1 Zoll auf 1,3 Zoll im Vergleich zur Gear S2 gewachsen. Über die 33 Millimeter im Durchmesser verteilen sich 360 x 360 Pixel. Dieselbe Auflösung brachte auch die Gear S2 zustande, allerdings auf einem kleineren Display. Unschärfer wirkt das Bild allerdings überhaupt nicht. Wie beim Vorgänger kommt auch bei der Gear S3 ein Super-AMOLED-Screen zum Einsatz, der von Gorilla Glass geschützt ist. Wichtiger: Der Akku ist gewachsen, von 250 mAh auf 380 mAh - und soll damit mindestens drei Tage mit einer Ladung auskommen. Die weiteren Specs:

  • Gehäuse nach IP68-Standard wasser- und staubdicht (bis zu 30 Minuten bis zu einem Meter Tiefe)
  • 768 MB RAM, 4 GB interner Speicher für Musik und Apps
  • Exynos 7270 Dualcore mit 1.0 Ghz
  • Tizen OS 2.3.2 vorinstalliert
  • GPS, Barometer, Höhenmesser und Geschwindigkeitsanzeiger verbaut

Neben "Classic" neue Ausführung "Frontier" für Outdoor- und Sportfans

Die Gear S3 kommt zunächst in zwei Ausführungen auf den Markt: "Classic" als Fortführung der dezent designten Gear S2 Classic in Silber und mit Lederarmband sowie "Frontier" mit robusterem Look & Feel für Outdoor- und Sportfans in einem dunklen Grau und einem strukturierten Gummiarmband. Während die Maße (46,1x49,1x12,9 Millimeter) bei beiden Uhren identisch sind, wiegt die Frontier mit 62 Gramm dann doch fünf Gramm mehr als die Classic (57 Gramm). Damit sind beide Ausführung deutlich schwerer als die Gear S2 mit 47 Gramm.

Aber mal ehrlich: Bei einer Uhr, und vor allem in dieser Gewichtsklasse, bedeuten ein paar Gramm mehr auch mehr Wertigkeit. Und die Gear S3 fühlt sich für mich auch absolut wertiger an als der Vorgänger. Vor allem die Lünette, die weiterhin das zentrale Bedienelement der Smartwatch ist, lässt sich gefühlt präziser bedienen und fühlt sich sehr gut verarbeitet an. Wer möchte, kann aber auch weiterhin die Uhr per Touch aufs Display bedienen.

Apropos Wertigkeit: Zur Gear S3 bringt Samsung eine Menge Armbänder heraus. Da hat man sich bestimmt durch die große Auswahl an Bändern für die Apple Watch inspirieren lassen. Und das ist auch gut so. Schließlich ist eine Uhr auch ein Designobjekt. Wem die Auswahl nicht gefällt, der kann jedes passende 22mm-Armband mit der Uhr verbinden.

Tizen macht einen guten Job

Nach wie vor kommt Samsungs eigenes OS Tizen zum Einsatz, das dennoch mit allen Android-Smartphones kompatibel ist. Die Benutzeroberfläche reagiert absolut ohne Verzögerung, lässt sich durch das Drehen der Lünette schnell bedienen. Neu hinzugekommen ist ein SOS-Feature, das nach dreimaligen Druck des Homebuttons scharf geschaltet wird und dem Träger erlaubt, mit einem Notfallkontakt den Standort zu teilen. Wird man von Rettungskräften abtransportiert, wird der Standort livegetrackt. Ist man in Sicherheit, lässt sich das Feature wieder deaktivieren. Zudem könnt Ihr über die Lünette künftig auch Anrufe annehmen und ablehnen - einfach nach links bzw. rechts drehen.

Mit Unterstützung der eingebauten Speaker sollt Ihr außerdem nicht nur künftig Musik direkt auf der Smartwatch auch ohne Smartphone hören können, sondern auch auf Notifications direkt reagieren können. Mobile Payment ist über den eingebauten NFC-Chip möglich, mit dem Ihr an den kompatiblen Terminals dann einfach mit der Smartwatch bezahlen könnt.

Vorläufiges Fazit: Gutes besser gemacht

Ganz klar: Beim Bestseller betreibt Samsung Evolution statt Revolution. Die Uhr verfügt nun neben GPS über mehr Sensoren, die sie gerade Outdoor noch sinnvoller einsetzbar macht - etwa beim Sport oder Wandern. Hinzu kommt der größere Akku, für den durch die größere Bauweise freilich mehr Platz ist, der aber auch tatsächlich umso länger durchhalten dürfte. Aber auch ganz klar: Die Gear S3 ist am Handgelenk deutlich präsenter als der Vorgänger. Damit richtet sie sich mehr an die männliche Zielgruppe und jene, die ihren Chronographen auch nicht unbedingt unterm Hemd verstecken wollen. Bis dato haben wir es vorerst mit der besten Android-(kompatiblen)-Smartwatch des Jahres zu tun. Ich bin gespannt, wie und mit was Huawei, LG und Co. kontern.

Die Preise für Deutschland sind zum Zeitpunkt der Veröffentlichung noch nicht bekannt. Beide Modelle sollen laut Samsung "später im Jahresverlauf" in den Handel kommen.

Den ausführlichen Test lest Ihr dann demnächst an dieser Stelle.


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