WWDC 2016 im Überblick: iOS 10, Siri auf dem Mac, neue Macbooks und mehr

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Die WWDC 2016 soll ein großes "Hallo" werden.
Die WWDC 2016 soll ein großes "Hallo" werden.(© 2016 Apple)

Bei Apples Entwicklerkonferenz WWDC steht die Software im Mittelpunkt, aber auch für neue Hardware war auf der Keynote immer wieder Platz. Was wird iOS 10 mitbringen? Was ist mit watchOS und tvOS? Alle Infos zur World Wide Developver Conference im Überblick.

Am Montag, den 13. Juni 2016, wird Tim Cook um 19 Uhr deutscher Zeit mit einer Keynote Apples Entwicklerkonferenz WWDC einläuten. Bei der Veranstaltung werden er und andere Apple-Mitarbeiter die wichtigsten Neuerungen an den Programmen des Konzerns vorstellen.

iOS 10: Neuer Sperrbildschirm, neue Funktionen und neue Apps

Bei der WWDC wird iOS 10 nur vorgestellt. Die Entwickler erhalten eventuell bereits die erste Beta-Version. Auf Euren Geräten landet die nächste Version des Betriebssystems allerdings erst im Herbst. Wahrscheinlich Anfang bis Mitte September, pünktlich zum Verkaufsstart des iPhone 7.

Angeblich sollen sich endlich die vorinstallierten Apps vom Homescreen entfernen – aber wohl nicht komplett deinstallieren – lassen. Darüber hinaus dürfte der Sperrbildschirm komplett überarbeitet werden - und eine Kennzeichnung falscher Autokorrekturen könnte so manche Peinlichkeit verhindern.

Die Auseinandersetzung zwischen Apple und dem FBI um das iPhone des Attentäters von San Bernardino hat angeblich Nachwirkungen. Nicht, dass Apple nachgeben würde. Im Gegenteil: Die Ingenieure sollen an einer verbesserten Verschlüsselung und Sicherung von Backups in der iCloud gearbeitet haben. Im App Store stehen wohl auch einige Änderungen an. So sollen App-Entwickler in Zukunft Werbeplätze in den Suchergebnissen kaufen können. HomeKit erhält angeblich eine eigenständige App, was im Hinblick auf die Entwicklung im Smart Home-Bereich nur sinnvoll sein kann.

Zudem ist eine Weiterentwicklung des Nightshift-Modus im Gespräch, ein sogenannter "Dark Mode", der bestimmte Bereiche in Menüs besonders dunkel darstellt. Angeblich hat Siri sich verplappert und damit inoffiziell das Feature bestätigt.

Apple Pay als Konkurrenz zu PayPal?

Darüber hinaus steht die Ausweitung von schon bestehenden Diensten an. So ist Apple News bisher nur in den USA, Großbritannien und Australien verfügbar und dürfte den Testbetrieb inzwischen hinter sich haben. Die Chancen, dass Ihr bald auch deutsche Nachrichten auf dem iPhone lesen könnt, stehen gut. Weniger wahrscheinlich ist dagegen, dass Ihr in absehbarer Zeit mit Apple Pay bezahlt. Momentan ist die Schweiz ein heißer Kandidat für die nächste Ausweitungsrunde des Bezahlsystems – Deutschland nicht.

Wie das Magazin Digital Trends berichtet, könnte Apple aber nun im Laufe des Abends den Start eines Internet-Bezahldienstes verkünden. Der Vorgang soll dabei ähnlich ablaufen, wie es aktuell bei Apps unter iOS der Fall ist: Der Nutzer hinterlegt in seinem Account, der mit dem Gerät verbunden ist, Kreditkartendaten und nutzt zur Bestätigung seinen Fingerabdruck.

Außerdem kursieren Gerüchte, dass Ihr Euren Mac in Zukunft mit einem Fingerabdruck über Touch-ID und das iPhone entsperren können sollt.

OS X 10.12: unter "macOS" endlich mit Siri sprechen

Ende Mai war Tim Cook im Yosemite-Nationalpark unterwegs und veröffentlichte anschließende zwei Fotos von diesem "inspirierenden Wandertag" auf Twitter. Nachdem OS X 10.10 nach dem Nationalpark und OS X 10.11 mit El Capitan nach einem dortigen Berg benannt waren, liegt die Vermutung nahe, dass man auf den Bildern den Namen von OS X 10.12 sehen kann. Meine Ortskenntnisse reichen allerdings nicht aus, um den Ort zu benennen. Zudem steht eine prinzipielle Namensänderung im Raum: Als macOS würde sich das Desktop-Betriebssystem systematisch an iOS, tvOS und watchOS anpassen.

Dazu passend: Kurz vor dem Beginn der WWDC hat Apple seine Richtlinien für den App Store angepasst, die für Entwickler gedacht sind – und dort offenbar aus Versehen neben iOS, tvOS und watchOS auch von "macOS" gesprochen, berichtet 9to5Mac. Zwar wurde der Fehler offenbar bemerkt und der Eintrag später in "Mac OS X" geändert; trotzdem kann dies als Hinweis darauf gewertet werden, dass Apple sein Betriebssystem bereits in naher Zukunft umbenennen wird.

Viel wichtiger als der neue Name sind allerdings die Veränderungen am Betriebssystem: Neben der bereits erwähnten Entsperrung über das iPhone gibt es eine große Änderung, die fast alles anderen in den Hintergrund stellen könnte: Siri soll endlich auf dem Mac funktionieren - und Ihr OS X 10.12 endlich mit Sprachbefehlen bedienen können. Zu den kleineren Veränderungen gehören Verbesserungen an der Fotos-App. So sollen Funktionen zurückkehren, die beim Wechsel von iPhoto zu Fotos verloren gegangen sind.

tvOS 10: Wenn der Fernseher vom Smartphone lernt

Mit der vierten Generation aus dem letzten Jahr hat Apple TV den Hobby-Status verloren und mit tvOS ein eigenes Betriebssystem erhalten, für das bei der WWDC ebenfalls Neuerungen anstehen. So wäre es denkbar und durchaus sinnvoll, die Picture-in-Picture-Funktion unter iOS 9 vom iPad auf den Fernseher zu holen. Und wenn man schon die Farbtemperatur bei kleinen Bildschirmen mit Night Shift verändert, um die Augen zu schonen, warum dann nicht auch auf der großen Mattscheibe?

Außerdem könnte Apple die Remote App auf dem iPhone überarbeiten und um Spracheingaben mit Siri ergänzen. Die Folge wäre, dass sich Apple TV mit einem Smartphone genauso bedienen lassen würde wie mit der Siri Remote. Ebenfalls wünschenswert wäre, dass sich in Zukunft nicht nur die Beats Pill+ als externe Bluetooth-Lautsprecher anschließen lässt – und dann gerne auch mit unterstütztem Stereo-Betrieb, auf dass man sich links und rechts vom Fernseher eine Soundpille hinstellen würde. Die Lautsprecher könnten zudem ebenfalls um Siri ergänzt werden und wären eine direkte Konkurrenz zu Amazon Echo. Mit Apple Maps, Apple News und einer HomeKit-App stehen einige iOS-Apps bereit, die wir uns auch gut auf dem Apple TV vorstellen können.

watchOS 3: Spricht Siri bald am Handgelenk mit uns?

Was wäre eine neue Version von watchOS ohne neue Watchfaces, also digitale Ziffernblätter? Die lassen sich mit vergleichsweise wenig Aufwand realisieren und bringen doch viel Abwechslung auf die Apple Watch. Dagegen deutlich mehr Aufwand, aber für die Nutzer von Siri sicherlich sehr hilfreich wäre es, wenn die Sprachassistentin auch auf der Smartwatch zu hören ist. Ein Lautsprecher wäre vorhanden - und mit ihr reden könnt Ihr ja schon. Dann wäre da noch der Wunsch vieler Nutzer nach weiteren Apple-Apps, wie Notizen, Podcasts oder Erinnerungen auf der Apple Watch.

"Apple Music"-Relaunch: neue Optik, aber keine neuen Funktionen

Vor einem Jahr sorgte der Start von Apple Music für viel Aufsehen. Auch die Nutzerzahlen scheinen mit je nach Quelle 13 bis 15 Millionen ordentlich zu sein, aber nicht den Ansprüchen von Apple zu genügen. Angeblich steht zur WWDC eine Generalüberholung an, die vor allem die viel gescholtene Nutzeroberfläche betreffen soll. Funktional bliebe es weitgehend beim Alten.

MacBooks und 5K-Displays: Zu große Updates für die WWDC?

Über neue MacBooks mit einem OLED-Touchpad kursieren momentan zahlreiche Gerüchte. Wenn bei der WWDC auch die Software im Fokus steht, so war doch auch immer wieder Platz für die eine oder andere Hardware-Ankündigung. Überarbeitete MacBooks würden da gut rein passen. Allerdings gibt es auch Analysten, die davon ausgehen, dass Apple die MacBook Pro-Serie so grundlegend überholt, dass sie mit mehr Aufmerksamkeit erst im vierten Quartal vorgestellt werden.

Abgesehen davon: Das Thunderbolt-Display ist schon fünf Jahre alt, sodass ein Nachfolger immer wahrscheinlicher wird. Nachdem Apple ja schon einen iMac mit 5K-Display anbietet, ist aktuell die Rede von einem Monitor mit 5K-Auflösung und integrierter Grafikkarte.


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