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iPhone 12 Pro Max im Test: Wie gut ist Apples Flaggschiff 2021 noch?

iPhone 12 Pro Max Test
Das iPhone 12 Pro Max in unserem Test: Der Preis ist hoch. Aber gibt es dafür auch viel Handy? (© 2021 CURVED )
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25.06.21 von

Francis Lido

Das iPhone 12 Pro Max ist immer noch Apples Vorzeige-Smartphone und daran wird sich bis zum Herbst 2021 nichts ändern. Zu diesem Zeitpunkt dürfe nämlich bereits der Nachfolger erscheinen. In unserem Test muss das iPhone 12 Pro Max beweisen, ob es auch Mitte 2021 noch zur Smartphone-Elite gehört.

1249 Euro verlangt Apple nach wie vor für sein Über-Flaggschiff. Wer so viel Geld investiert, sollte auch ein Top-Smartphone bekommen. Mit seinen Schwester-Modellen gemein hat es unter anderem den 5G-Support, den Apples Marketing-Abteilung gerne hervorhebt. Beachtet: Um davon zu profitieren, müsst ihr das iPhone 12 Pro Max mit einem Vertrag nutzen, der den schnellen Mobilfunkstandard auch unterstützt. Sonst seid ihr im LTE-Netz unterwegs.

Unser Test geht auch auf einige wichtige Unterschiede zwischen dem iPhone 12 Pro Max und dem iPhone 12 (Pro) ein. Für mehr Details empfehlen wir euch unseren Vergleich der iPhone-12-Modelle, der neben den genannten Geräten auch das iPhone 12 mini abdeckt.

Inhaltsverzeichnis:

Design: Eines der schönsten Smartphones

Zumindest für mich sind Apples aktuelle Smartphones die schicksten auf dem Markt. Das hat zugegebenermaßen auch damit zu tun, dass mir bereits die Generation davor gut gefallen hat. Denn viele Design-Elemente hat der Hersteller aus den Vorjahren übernommen.

iPhone 12 Pro Max Test Design
Das Design des iPhone 12 Pro Max gefällt mir gut (© 2021 )

Neu sind die flachen Kanten, die beim Vorgängermodell noch abgerundet waren. Eine Eigenschaft, die das Flaggschiff sich mit dem günstigeren iPhone 12 (zum Test) teilt. Im Vergleich zu diesem sieht das Pro Max aber noch edler aus. Das liegt vor allem am Gehäuse-Rahmen, der hier aus Edelstahl statt aus Alu besteht. Dass er spiegelt, macht ihn zu einem Eye-Catcher. So entsteht ein interessanter Kontrast zur matten Rückseite.

Die Rückseite stellt mit der matten Farbe zudem einen weiteren Unterschied zum Standardmodell dar und trägt zum hochwertigen Gesamteindruck bei. Ich persönlich bevorzuge das matte Finish gegenüber der spiegelnden Kehrseite des iPhone 12 (hier mit Vertrag), was aber womöglich nicht jedem so geht. Auf jeden Fall hat das Pro Max dadurch einen praktischen Vorteil: Fingerabdrücke haben es hier sehr schwer und sind quasi nicht zu entdecken.

Haptik: Fühlt sich so an, wie es aussieht

Auch in dieser Test-Disziplin macht dem iPhone 12 Pro Max niemand etwas vor. Im Gegenteil: Apples Flaggschiff legt die Messlatte für alle anderen Smartphones der Oberklasse. Denn das Smartphone gleicht in dieser Hinsicht Fahrzeugen von Premium-Herstellern: Alles fühlt sich wertig an und die Verarbeitung ist tadellos.

iPhone 12 vs. iPhone 12 Pro Max im Display-Vergleich
iPhone 12 vs. iPhone 12 Pro Max im Größenvergleich (© 2021 )

Das matte Finish macht Apples Pro-Modelle weniger rutschig als die Standardausführung. In einer Hand lässt sich unser Test-Gerät trotzdem kaum. Denn es ist einfach riesig – und vor allem auch sehr breit (160,8 x 78,1 x 7,4 mm). Wäre es noch ein Stückchen größer, würde es beinahe schon als iPad mini durchgehen.

iPhone 12 Pro Max im Display-Test: Der Name ist Programm

Den "Max"-Zusatz hat sich das Flaggschiff redlich verdient. Denn mit einer Diagonale von 6,7 Zoll ist das OLED-Display des iPhone 12 Pro Max wirklich sehr groß.

iPhone 12 Pro Max Test
Groß und brillant: der Bildschirm des iPhone 12 Pro Max (© 2021 CURVED )

Ein Unterschied zu den meisten anderen Smartphones mit großen Bildschirmen: Apples Super Retina XDR Display ist sehr breit und das Seitenverhältnis von 19,5:9 eher ungewöhnlich für ein derart großes Handy. Vergleichbare Geräte wie etwas das Xiaomi Mi 11 Ultra (zum Test) haben meistens ein länglicheres Bildformat (20:9). Mir persönlich gefällt der zusätzliche seitliche Spielraum, aber es gibt durchaus auch Argumente für das Bildformat der Android-Geräte. Etwa das in der Breite schmalere Gehäuse, wodurch sich das Handy mit kleineren Händen besser halten lässt.

Die Bildqualität auf dem iPhone 12 Pro Max ist exzellent. Diesbezüglich bekommt ihr hier eines des besten Smartphone-Displays auf dem Markt. Filme, Webseiten, Fotos und Co. stellt der Bildschirm gestochen scharf dar. Farbtreue, Kontrast und Schwarzwerte sind OLED-typisch ebenfalls sehr gut. Etwas enttäuschend ist, dass Apple kein 120-Hz-Display verbaut hat. Natürlich ist das Handy bereits im Herbst 2020 erschienen. Aber zu diesem Zeitpunkt waren 120 Hz im Premium-Bereich durchaus bereits verbreitet.

iPhone 12 Pro Max vs iPhone 12 Pro Größenvergleich
Weder das große noch das kleinere Pro haben ein 120-Hz-Display (© 2021 CURVED )

Um einen Dealbreaker handelt es sich bei dem fehlenden 120-Hz-Modus allerdings nicht. Wenn ihr die hohe Bildwiederholrate nicht gewohnt seid, werdet ihr sie nicht vermissen. Zudem macht sich der Unterschied zwischen den 60 Hz des iPhone 12 Pro Max und einem 120-Hz-Display nur bemerkbar, wenn ihr den direkten Vergleich habt. Und: iPhones bieten auch mit 60 Hz ein sehr smoothes Nutzererlebnis, da iOS sehr flüssig läuft und optimal auf die Hardware abgestimmt ist. Gewünscht hätte ich mir einen 120-Hz-Bildschirm dennoch – und bei der im Herbst erscheinenden iPhone-13-Serie wird Apple diesen Wunsch wohl auch erfüllen, so hört man.

Leistung: Auch 2021 die Spitze

Beeindruckenderweise besitzt das iPhone 12 Pro Max nach wie vor den schnellsten Antrieb auf dem Smartphone-Markt. Dieser steckt übrigens auch in allen anderen Modellen der iPhone-12-Reihe. Obwohl der Apple A14 Bionic Chip noch aus 2020 stammt, setzt er sich in Benchmarks regelmäßig gegen die Prozessoren der Android-Top-Smartphones durch. Weder der Snapdragon 888 im Xiaomi Mi 11 Ultra noch der Exynos 990 im Samsung Galaxy S21 Ultra (zum Test) konnten ihn einholen. Allerdings hat die Konkurrenz den Abstand auf Apple verkürzt.

Mit so viel Rechenleistung ausgestattet, kam das iPhone 12 Pro Max im Test nie in Bedrängnis. Selbst anspruchsvolle Mobile Games wie "Genshin Impact" lassen sich darauf mit maximalen Grafikeinstellungen problemlos zocken.

Auch iOS trägt seinen Teil zum flüssigen Gesamteindruck bei. So nutzt das Betriebssystem die Leistungsreserven enorm effizient und benötigt weniger Arbeitsspeicher als Android. Wie viel RAM im getesteten iPhone steckt, verrät Apple übrigens nicht. Angeblich sind es 6 GB. Sich darüber Gedanken zu machen, lohnt sich aus den genannten Gründen aber nicht wirklich.

iPhone 12 Pro Max im Kamera-Test

Neben dem Riesen-Display ist die Kamera der größte Vorteil, den das iPhone 12 Pro Max gegenüber dem iPhone 12 Pro mitbringt. Zwar besitzen beide Modelle eine Triple-Kamera samt LiDAR-Sensor. Doch das große Modell beschert Fotografen ein nicht unerhebliches Upgrade.

iPhone 12 Pro vs. iPhone 12 Pro Max Kamera
iPhone 12 Pro und Pro Max haben technisch unterschiedliche Kameras (© 2021 CURVED )
iPhone 12 Pro Max: Die Kamera im Überblick
  • 12 MP Hauptlinse
  • 12 MP Ultraweitwinkel
  • 12 MP Tele-Objektiv
  • LiDAR-Sensor für Tiefenwahrnehmung und AR

Foto-Qualität: Der große Bildsensor zahlt sich aus

Das Ultraweitwinkel ist bei beiden Pro-Modellen identisch. Dafür unterscheiden sich Hauptlinse und Tele-Objektiv. Besonders Erstere Linse ist beim iPhone 12 Pro Max noch mal ein ganzes Stück besser. Denn sie kann auf einen um 47 Prozent größeren Bildsensor zugreifen. Der sorgt für eine generell hervorragende Bildqualität und ein niedrigeres Bildrauschen.

Warme, natürliche Fotos

Detailgrad und Farbdarstellung sind sehr gut, wobei die iPhone-12-Pro-Max-Kamera im Test Apple-typisch wärmere Farben produzierte als die Android-Konkurrenz. Ein weiterer Unterschied betrifft die Farbsättigung: Während Samsungs Smartphone-Kameras beispielsweise für extrem leuchtende Farben bekannt sind, ist das iPhone 12 Pro Max diesbezüglich etwas zurückhaltender.

Das Ergebnis sind natürlicher wirkende Fotos – meistens zumindest. An sehr sonnigen Tagen hat die iPhone-12-Pro-Kamera im Test auch schon mal daneben gelegen, was die Farbtreue angelangt. Je nachdem, wo sich die Sonne gerade befand:

In der Regel performt das Smartphone aber auch in solchen Situation gut: Sowohl schattige als auch helle Bereiche hat die Kamera des iPhone 12 Pro Max im Test meistens zuverlässig eingefangen, ohne am Tag über- oder unterzubelichten. Natürlich lässt sich der Dynamik-Umfang auch an seine Grenzen bringen, aber das ist bei quasi jedem Smartphone möglich.

Nachtfotos sind eine Stärke des iPhone 12 Pro Max

Bei idealen Lichtverhältnissen macht sich der Unterschied zur Hauptlinse des kleineren Modells nicht allzu sehr bemerkbar. Je dunkler es jedoch wird, desto mehr kann sich die Kamera des iPhone 12 Pro Max im Test absetzen. Übrigens auch gegenüber vielen anderen Flaggschiffen. Denn die Low-Light-Fotos glänzen durch vergleichsweise geringes Rauschen, viele Details und eine gute Farbdarstellung.

Hier kommt einmal mehr die höhere Lichtstärke des Bildsensors zum Tragen. Der ermöglicht es euch einerseits, möglichst lange ohne Nachtmodus – und den damit verbunden Software-Eingriff – auszukommen. Anderseits reduziert sich die benötigte Verschlusszeit im Nachtmodus im Vergleich zum iPhone 12 Pro.

Dadurch müsst ihr das Smartphone nicht ganz so lange ruhig halten und bekommt tendenziell ein schärferes Bild. Darüber hinaus steht der Nachtmodus für alle drei Linsen zur Verfügung, was beim Vorgängermodell noch nicht der Fall war:

Im Dunkeln zahlt sich zudem der LiDAR-Sensor aus: Zum einen macht er den Autofokus schneller. Zum anderen ermöglicht er Porträt-Fotos im Nachtmodus. Auf diese Kombination müsst ihr beim Standardmodell verzichten.

Porträt-Fotos und Bokeh

Die Kamera des iPhone 12 Pro Max produziert ein natürlich wirkendes Bokeh und bringt damit beste Voraussetzungen für Porträt-Bilder mit. Wie stark der Hintergrund verschwommen sein soll, lässt sich dabei einstellen. Entweder unmittelbar vor der Aufnahme über das Kamera-Interface oder nachträglich in der Fotos-App: Indem ihr die Blendenzahl verändert, passt ihr die Bokeh-Intensität an. Die Trennung von Motiv und Hintergrund funktioniert in der Regel ganz gut, aber – wie bei den meisten Smartphones – nicht immer.

 

Erste Smartphone-Kamera mit Sensor Shift

Das Haupt-Objektiv bietet zudem eine besonders fortschrittliche Bildstabilisierung namens Sensor Shift (IBIS). Sie ist zuvor noch nie in einem Smartphone zum Einsatz gekommen und eher von DSLRs oder spiegellosen Kameras bekannt: Statt der Linse bewegt sich hier der gesamte Bildsensor mit, um Ruckler wirkungsvoller auszugleichen. Wie überlegen dieser Ansatz einer herkömmlichen optischen Bildstabilisierung ist, lässt sich schwer sagen. Im Test funktionierte die Stabilisierung sowohl bei Fotos als auch bei Videos sehr gut.

iPhone 12 Pro Max: Zoom und Ultra-Weitwinkel

iPhone 12 Pro Max Kamera-Linsen und LiDAR-Sensor
Der fünffache optische Zoom-Bereich schließt auch das Ultra-Weitwinkel ein (© 2021 )

Apple preist das iPhone 12 Pro Max mit einem "fünffachen optischen Zoom-Bereich" an, was meiner Meinung nach etwas irreführend ist. Denn der Hersteller meint damit nicht etwa einen optischen 5x-Zoom, sondern die Spanne vom Ultra-Weitwinkel bis zum Tele-Objektiv.

Tatsächlich steht euch "nur" eine 2,5x-fache optische Vergrößerung zur Verfügung. Die Brennweite ist also etwas länger als beim iPhone 12 Pro, dafür ist die Zoom-Linse allerdings auch nicht ganz so lichtstark wie beim kleineren Modell (f/2.2 statt f/2.0).

Die direkte Konkurrenz bietet größtenteils längere optische Zooms: Sowohl das Xiaomi Mi 11 Ultra (5x) als auch das Samsung Galaxy S21 Ultra (10x und x3) etwa haben deutlich mehr Reichweite. Die Bildqualität stimmt allerdings:

iPhone 12 Pro Max Tele-Objektiv
Die Zoom-Fotos können sich wirklich sehen lassen (© 2021 CURVED )

Auch die Ultra-Weitwinkel-Linse macht einen tollen Job. Normalerweise lasse ich von diesem Objektiv-Typ lieber die Finger, weil die Bildqualität bei vielen Geräten zu wünschen übrig lässt. Das Ultra-Weitwinkel-Objektive des iPhone 12 Pro Max dagegen hat mir im Kamera-Test viel Freude bereitet. Insgesamt bietet euch das Smartphone also ein Linsen-Trio, auf das ihr euch so gut wie immer verlassen könnt. Teilweise sehen die Fotos aus, als hätte sie ein Fotograf bereits umfassend nachbearbeitet. Tatsächlich habe ich im Kamera-Test meistens einfach nur auf den Auslöser gedrückt:

Einfache Kamera-App

Apple macht das Fotografieren mit dem iPhone 12 Pro Max erfreulich einfach. Die Kamera-App ist sehr aufgeräumt und auf das Wichtigste reduziert. Das Interface wirkt dadurch deutlich weniger einschüchternd als bei vielen Android-Flaggschiffen. Ihr könnt zwischen verschiedenen Aufnahme-Modi und Zoom-Stufen wechseln, Live-Fotos und HDR aktivieren, Filtert auswählen und den Blitz aktivieren.

Das war es im Großen und Ganzen. In den Einstellungen wartet noch ein wenig mehr auf euch, aber auch nicht viel: Hier lässt sich beispielsweise ein Kamera-Raster oder das Pro-Raw-Format aktivieren, zu dem ich gleich noch komme. Positiv hervorheben möchte ich zuvor noch, dass Apples Foto-Vorschau so präzise ist wie bei kaum einem anderen Hersteller. Heißt: So wie im Sucher der Kamera-App sieht euer Foto anschließend fast immer auch wirklich aus.

ProRAW: Ein Format für ambitionierte Fotografen

Bislang exklusiv für iPhone 12 Pro (hier mit Vertrag) und iPhone 12 Pro Max hat Apple das ProRAW-Format eingeführt. Nehmt ihr eure Fotos in diesem auf, könnt ihr sie im Nachhinein umfangreich in Lightroom und Co. bearbeiten. Erst mal nicht ungewöhnlich für RAW-Fotos, doch der Clou ist: ProRAW lässt sich mit der iPhone-Bildverarbeitung kombinieren. Heißt: Die Nachbearbeitung ist auch dann möglich, wenn die Kamera-Software bereits Optimierungen vorgenommen hat - etwa durch Deep Fusion, Smart HDR oder den Nachtmodus. Einfachere Bearbeitungen lassen sich zudem direkt auf dem Smartphone in der Fotos-App durchführen.

Selfies mit dem iPhone 12 Pro Max

iPhone 12 Pro Max Selfie
Das iPhone 12 Pro Max macht gute Selfies (© 2021 )

Die Frontkamera ist die gleiche wie beim iPhone 12 Pro. Demnach sind die Specs nicht spektakulär, doch in der Praxis liefert die Linse auf der Vorderseite tolle Selfies: Gesichter sind gut fokussiert und wirken natürlich. Letzteres gilt ebenfalls für den sehr hübschen Bokeh-Effekt, der sich sogar nachts erzielen lässt, wenn genügend Restlicht vorhanden ist.

iOS 14: Einfach bedienbar, schnell und sicher

IPhone 12 App Mediathek
iOS 14 hat Homescreen-Widgets und einen App-Drawer auf iPhones gebracht (© 2020 CURVED )

Apples Betriebssystem iOS ist wie jedes Jahr einer der Hauptgründe für oder gegen ein iPhone. iOS 14 bietet euch zwar etwas mehr Flexibilität als seine Vorgängerversionen und ist diesbezüglich etwas näher an Android gerückt. Letzteres lässt euch aber nach wie vor deutlich mehr Freiheiten. Ich persönlich brauche viele davon nicht. Mir ist wichtiger, dass mein Smartphone reibungslos funktioniert, schnell läuft und sicher ist – mein Handy muss kein PC-Ersatz sein.

Performance und Bedienbarkeit

iOS 14 erfüllt meine Anforderungen auf dem iPhone 12 Pro Max genauso gut wie auf anderen Smartphones der Marke. Was Performance,  Navigation und Intuitivität angeht, hat Apples Betriebssystem für mich die Nase vorn. Zudem bekommt ihr hier die wohl beste Gestensteuerung für Smartphones. Davon sind offenbar auch einige andere Hersteller überzeugt, denn die Gestensteuerung von iOS diente dem ein oder anderen Konkurrenten als Inspiration für die eigene.

Sicherheit und Datenschutz

Verändert hat sich mit iOS 14 neben dem iPhone-Homescreen vor allem auch der Datenschutz. Den hat Apple zuletzt auf ein ganz neues Level gehoben, sodass es Apps hier deutlich schwerer haben, Daten über euch zu sammeln als auf Android-Handys.

Das iPhone 12 Pro Max informiert automatisch darüber, wenn und warum eine App auf eure Daten zugreifen möchte – und lässt das nur auf eure Genehmigung hin zu. Zudem signalisiert ein grüner bzw. orangefarbener Punkt auf dem iPhone-Display, dass Kamera oder Mikrofon im Hintergrund mitlaufen.

iPhone 12 Pro Max grüner Punkt
Der grüne Punkt leuchtet immer, wenn die Kamera aktiv ist (© 2021 )

Die Wahrscheinlichkeit sich einen Virus einzufangen, ist auf dem iPhone 12 Pro Max verschwindend gering. Denn Anwendungen und Spiele lassen sich nur über Apples App Store herunterladen und durchlaufen vorher ein Prüfung.

iPhone 12 Pro Max Notch
Die TrueDepth-Kamera in der Notch ermöglicht Face ID (© 2021 )

Ein Fingerabdrucksensor zur Entsperrung fehlt dem iPhone zwar. Den hat es aber auch gar nicht nötig, da mit Face ID eine komfortablere und ebenfalls sichere Alternative bereitsteht. Die 3D-Gesichtskernnung erfasst euer Gesicht auch bei kompletter Dunkelheit sowie mit Brille oder Kopfbedeckung. Mit der durch die Corona-Pandemie notwendigen Maske erkennt euch die TrueDepth-Kamera zwar nicht. Aber: Zumindest Apple-Watch-Nutzer können das iPhone neuerdings mit ihrer Uhr entsperren, wenn sie einen Mund-Nasen-Schutz aufhaben.

Regelmäßige Software-Updates

Kein anderer Hersteller verteilt Software-Update so zuverlässig an seine Geräte wie Apple. Sobald ein neues iOS-Update verfügbar ist, bekommen es alle kompatiblen iPhones – vom ersten Tag an. Darunter befinden sich oft Smartphones, die bereits seit vier, fünf Jahren auf dem Markt sind. Davon können Nutzer von Android-Smartphones nur träumen. Mit dieser Update-Politik trägt Apple nicht nur zur Sicherheit von iPhones bei, sondern versorgt selbst ältere Handys regelmäßig mit neuen Features.

Apples Ökosystem: Segen oder Fluch?

Immer wieder muss sich Apple Vorwürfe wegen seines geschlossenen Ökosystems gefallen lassen. Teilweise zu Recht, denn wer einmal im Apple-Kosmos verweilt, muss sich Mühe geben ihn wieder zu verlassen. Andererseits gibt es aber auch wenig Gründe dafür.

Das iPhone 12 Pro Max versteht sich blendend mit anderen Apple-Geräten und das ohne komplizierte Einstellungen. AirPods bieten in Kombination mit einem Apple-Handy Zusatz-Features und die Apple Watch setzt sogar ein iPhone voraus. Eure gekauften Songs, Filme und Serien stehen euch wie Fotos und Apps automatisch auf nahezu allen gekoppelten Apple-Geräten zur Verfügung und über die Familien-Freigabe teilweise auch euren Geschwistern, Eltern oder Kindern. Eure Apple-Geräte werten sich also in gewisser Weise gegenseitig auf.

Sicherlich ist das auch unter Android möglich. Aber nicht so einfach und reibungslos wie bei Apple, was vor allem für technisch weniger Versierte ein großer Vorteil ist.

Ausdauernder Akku, gemächliches Aufladen

Das große Gehäuse des iPhone 12 Pro Max lässt Platz für einen starken Akku. Dessen Kapazität von 3.700 mAh klingt zwar nicht sonderlich spektakulär, doch die Laufzeit ist durchaus beeindruckend und macht das Smartphone zu einem der ausdauerndsten überhaupt. Im Akku-Benchmark hielt das Smartphone rund zwölf Stunden durch, bevor es wieder an die Steckdose musste. Bis zu zwei Tage dürfte es in der Praxis daher durchhalten.

iPhone 12 Pro Max Lautsprecher und Lightning-Anschluss
Über den Lightning-Anschluss lässt sich das iPhone mit bis zu 20 Watt aufladen (© 2021 )

Dann allerdings ist es vorbei mit der Begeisterung. Denn Fast Charging scheint für Apple etwas anderes zu bedeuten als für als für Samsung, OnePlus, Xiaomi oder gar Oppo. Die Aufladung erfolgt mit maximal 20 Watt und das auch nur kabelgebunden und über ein separat erhältliches Netzteil. Unter diesen Idealbedingungen steht das iPhone 12 Pro Max in rund eineinhalb Stunden wieder voll im Saft.

Tunlichst vermeiden solltet ihr die Aufladung mit einem gegebenenfalls noch vorhandenen alten 5-Watt-iPhone-Netzteil. Es sei denn, ihr wollt eure Geduld mal so richtig auf die Probe stellen. Wireless Charging ist immerhin mit 15 Watt möglich, sofern ihr ein MagSafe-Ladegerät verwendet. Ansonsten seid ihr auf 7,5 Watt beschränkt.

Test-Fazit zum iPhone 12 Pro Max

Nach dem Test kann ich sagen: Das iPhone 12 Pro Max ist nach wie vor eines der besten Smartphones überhaupt. Das Gesamtpaket ist immer noch enorm attraktiv und ich vermisse kaum etwas, das ich bei anderen Flaggschiffen bekommen würde. In zwei Bereichen gibt es allerdings schon Nachholbedarf: Am meisten stört mich, dass Apple auf ein 120-Hz-Display verzichtet hat.

Der Bildschirm des iPhone 12 Pro Max konnte im Test trotzdem begeistern und die hohe Bildwiederholrate ist eher nice to have als ein Must-have. Dennoch kann man diese Annehmlichkeit von einem so teuren Smartphone sicherlich erwarten. Ähnlich schade: dass Apples Fast Charging von gestern ist. Denn verglichen mit Geräten wie dem Xiaomi Mi 11 Ultra, dem OnePlus 9 Pro und anderen Wettbewerben lädt das iPhone doch eher gemächlich auf. Luft nach oben gibt es zudem beim optischen Zoom, der "nur" 2,5-fach vergrößert, die Konkurrenz dagegen teilweise 5- oder 10-fach. Wobei manch einer die kürzere optische Zoom-Brennweite sogar bevorzugen könnte.

Von den genannten Kritikpunkten abgesehen, bekommt ihr hier das Komplett-Paket: Das meiner Meinung nach beste Smartphone-Design, trifft auf die höchste Rechenleistung, eine überzeugende Akku-Laufzeit und eine sehr gute Kamera. Dazu kommt mit iOS 14 ein Betriebssystem, das der Konkurrenz immer wieder als Vorbild dient. Updates für iOS sind euch mit dem iPhone 12 Pro Max über Jahre hinweg garantiert, sodass euer Smartphone mit der Zeit immer besser wird – und sicher bleibt.

Andere Flaggschiffe bieten auf dem Papier in einigen Bereichen teilweise zwar noch mehr. Aber Apples Top-Modell ist trotzdem fast überall an der Spitze, fühlt sich in der Praxis am besten an und ist am einfachsten bedienbar. Gerade wer begrenztes Vorwissen mitbringt und nicht jedes Untermenü durchforsten möchte, um alle Einstellungsmöglichkeiten auszureizen, ist mit dem iPhone 12 Pro Max besser bedient als mit einem Android-Flaggschiff.

Das alles hat natürlich auch seinen Preis. Und der ist so hoch, dass er viele abschrecken dürfte – verständlicherweise. Aber: Den Aufpreis gegenüber dem kleineren Pro-Modell ist das Apples Über-Flaggschiff meiner Meinung nach auf jeden Fall wert. Für 100 Euro mehr bekommt ihr hier ein riesiges Display, die bessere Akku-Laufzeit und die überlegene Kamera. Wer sparen möchte, sollte besser gleich zum deutlich günstigeren Standardmodell greifen.

In diesem Artikel

Apple iPhone 12 Pro Max: Testbericht und Fotos

9
Curved Score
Top
  • Top-Display, aber ...
  • Exzellente Kamera
  • Hervorragende Leistung
  • sicheres iOS
  • Schickes Design
Flop
  • ... ohne 120 Hz
  • Sehr groß
  • Teuer
  • Aufladen vergleichsweise langsam
Design
Display
Kamera
Performance
Software & Apps
Akku
Preis/Leistungsverhältnis

1

2

3

4

5

6

7

8

9

10

Feature Tabelle
  • Betriebssystem
    iOS 14
  • Prozessor: Name
    Apple A14
  • Prozessor: Taktung
    2 x 3.1 + 4 x 1.8 Ghz
  • Prozessor: Anzahl Kerne
    6
  • Speicherkapazität
    128 / 256 / 512 GB
  • Arbeitsspeicher
    6 GB
  • Kamera-Auflösung: Back
    12 (Weitwinkel), 12 (Ultraweitwinkel), 12 (Telelinse) Megapixel
  • Kamera-Auflösung: Front
    12 Megapixel
  • Bildschirmdiagonale
    6.7 Zoll
  • Auflösung Höhe
    2778 Pixel
  • Auflösung Breite
    1284 Pixel
  • Grafikchip
    Apple GPU
  • Display Technologie
    OLED
  • Display Pixeldichte
    458 ppi
  • Schnittstellen/Anschlüsse
    Lightning
  • Feature: Bluetooth
  • Feature: WLAN
  • Feature: NFC
  • Feature: GPS
  • Feature: GPRS/EDGE
  • Feature: UMTS
  • Feature: LTE
  • Feature: Dual-SIM
  • Akkuleistung
    3687 mAh
  • Höhe
    160.8 mm
  • Breite
    78.1 mm
  • Tiefe
    7.4 mm
  • Gewicht
    228 g
  • Status
    Erhältlich
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