LG G4 im Test: Starfotograf und Akkuwunder

Her damit !573
Das LG G4 im Test
Das LG G4 im Test(© 2015 CURVED)

Das LG G3 belegte in unsere Hitliste der besten Smartphones 2014 einen prominenten Platz und war für die CURVED-Redaktion sogar das kompletteste Modell des Vorjahres. Das G4 schickt sich nun an, an diesen Erfolg anzuknüpfen – mit einer besseren Kamera, einem optimierten Display und einem dank optionalem Lederrücken individuelleren Look&Feel als die Konkurrenz. Reicht das, um gegen iPhone 6 und Galaxy S6 oder die Preisbrecher aus China bestehen zu können? Unser Test verrät, wie gut der 5,5 Zoller aus Korea ist.

Bis auf den verbauten Chipsatz, liest sich das Datenblatt des LG G4 eigentlich ziemlich traumhaft – selbst wenn wir ein paar Marketing-Begrifflichkeiten, die LG benutzt, um sein neues Flaggschiff anzupreisen, außer Acht lassen: 5,5 Zoll IPS-Display mit WQHD-Auflösung, 3 GB RAM, eine 16 MP-Kamera, ein 3.000 mAh-Akku und micro-SD-Kapazitäten. Ja, das G4 hat fast alles, was wir uns 2015 von einem Superphone wünschen.

Was es nicht hat, ist einen der derzeit schnellsten mobilen Prozessoren, außerdem fehlt ein Fingerabrucksensor, der im iPhone 6 und dem Galaxy S6 bereits jetzt sehr praktisch ist und in den kommenden Monaten auch dank Android M zum Standard werden dürfte. Es hat kein Gehäuse aus Metall oder Glas, sondern kommt in schnödem Kunststoff mit einer optional mit Echtleder verkleideten Polycarbonat-Rückseite. Und mit 9,8 Millimetern Dicke und einem Gewicht von 155 Gramm ist es weder besonders dünn noch leicht.

Ob diese vermeintlichen Nachteile dem G4, das sich mit einem unverbindlichen Verkaufspreis von 649 Euro beziehungsweise 699 Euro für die Ledervariante durchaus mit S6 und iPhone 6 messen möchte, zum Verhängnis werden oder ob der 5,5 Zoller die Konkurrenz in anderen Bereich überflügeln kann, klären wir im Folgenden.

Design, Verarbeitung und Haptik: Mal was anderes ...

Das iPhone 6 und HTCs One M9 bestehen komplett aus Metall, Samsungs Galaxy S6 und Huaweis feines P8 setzen auf eine Mischung aus Aluminium und Glas. Und das G4? Das kommt ganz 2014 oder gar 2013 im Kunststoffgehäuse daher. Der Rahmen des Gerätes schimmert zwar dezent metallisch, ist letztlich aber nur effektiv lackiert, um diesen Eindruck zu hinterlassen. Und weil es sich 2015 für ein Topmodell eigentlich nicht mehr gehört, einfach nur aus Plaste-Elaste zu bestehen, spendiert LG dem G4 wenigstens optional eine mit Leder bezogen Rückschale. Echtleder wohlgemerkt, weswegen das G4 in dieser Variante wohl keinem Veganer in die Finger kommt.

Nur eine Ziernaht – aber eine echte!(© 2015 CURVED)

Alle, die solche gut gemeinten Bedenken und Vorsätze nicht haben, erwartet damit tatsächlich ein besonderes, im Vergleich zu den anderen Wettbewerbern der aktuellen Oberklasse individuelleres Smartphone; schließlich hat einzig noch das Moto X 2014 einen ähnlich interessanten Rücken. Beim G4 ist das Leder aber noch mit einer zusätzlichen und wohlgesetzten Ziernaht versehen, die dem Gerät einen zusätzlich "handgefertigten" Look verleiht. Laut LG soll sich das übrigens sehr dünn aufgezogene Leder im Laufe der Zeit tatsächlich abnutzen und dann mit Schrammen und speckigen Stellen noch mehr persönlichen Charme bieten. Nun ja, wir sind gespannt, wie das ausgeht ...

Weiterhin positioniert LG beim G4 alle Bedienelemente auf der Rückseite: Powerbutton und die Lautstärkeregelung befinden sich wie schon beim Vorgänger direkt unterhalb der mittig positionierten 16 MP-Kamera. Das ist zuweilen von Vorteil, stört aber auch manches Mal. Während eines Telefonats beispielsweise ist es so sehr einfach und intuitiv, die Lautstärke zu justieren, weil der Zeigefinger im Regelfall ohnehin in der Nähe der Buttons ruht. Beim Wecken des Gerätes aus dem Standby hingegen kommt es wenigstens bei G4-ungeübten Nutzern wie mir zu oft vor, dass statt des Powerbuttons zunächst ein paar Mal die Lautstärkeknöpfe gedrückt und dann schicke Fotos vom Asphalt, dem heimischen Fußboden, Himmel, Zimmerdecke oder Hosentaschenschwärze abgelichtet werden. Mit der Zeit sollte sich aber das nötige Fingergefühl respektive eine haptische Erinnerung einstellen – und dann dürfte sich die Platzierung der Buttons im Alltag vorwiegend positiv auswirken.

An die rückseitigen Buttons muss man sich gewöhnen(© 2015 CURVED)

Positiv auch die Position des Lautsprechers: Wenn ein Smartphone schon keine Stereo-Frontlautsprecher besitzt – was in Zeiten von intensivem mobilen YouTube- und Games-Konsum nach meinen Dafürhalten eigentlich so sein sollte – dann sind Mono-Speaker auf dem Geräterücken immer noch besser als an der Unterkante, wo sie beim Halten im Querformat stets von der Hand des Nutzers abgedeckt werden. Beim G4 jedenfalls hatte ich keine Probleme auch bei heftigen Gaming-Sessions immer die volle Ladung Sound abzubekommen.

Ist das G4 damit nun schön oder individuell? Elegant oder eher pragmatisch? Meines Erachtens eher Letzteres: Wirklich schön ist der 5,5 Zoller nur insofern, als das die leichte Gesamtschwingung des Displays in Kombination mit der Lederrückseite irgendwie Reminiszenzen an alte, "männliche" Vergnügungen wie Zigarren und Whiskey wecken; an konservative Eleganz, an Zeiten, in denen Edles noch von Hand gefertigt wurde. Das tut das industriell und maschinell gefertigte G4 natürlich aber auch nur bedingt und maximal bei Menschen unserer Generation, die gerade noch ein paar Kindheitserinnerungen an diese Epoche haben. Aber es ist in seiner Form praktisch, es ist tatsächlich individueller als S6 und iPhone 6 und jemand wie ich, der jeden Kratzer in seinem Nexus 5 mag und als Teil dessen Geschichte schätzt, wäre durchaus versucht, meine nächste Smartphone-Geschichte in das Leder des G4 zu schmirgeln.

Das Display des LG G4: Ein Quantum Marketing

Anders als die Zwischenüberschrift nun befürchten lässt, ist das 5,5 Zoll große WQHD-Display des G4 eine Wucht und muss sich kein bisschen vor denen der anderen Top-Smartphones dieses Jahres verstecken – seien die nun mit S AMOLED oder Super LCD IPS bewehrt: knackscharf, farbintensiv, mit guten Blickwinkeln und ohne etwaige Farbstiche präsentiert sich das mit 2.560 mal 1.440 Bildpunkten auflösende Panel. Beeindruckend ist dabei, dass es LG abermals gelungen ist, die 5,5 Zoll in ein "nur" 148,9 x 76,1 Millimeter messendes Gehäuse zu verbauen – das führt zu einem 72,5 prozentigen Display-zu-Gehäuse-Verhältnis und bewirkt, dass das G4 nicht übermäßig gewaltiger ausfällt als beispielsweise das HTC One M9 (144,6 mm x 69,7 mm) mit seinem Fünf Zoll großen Display.

Scharf, farbecht – aber keine Revolution: Das Quantum Display des G4(© 2015 CURVED)

Wenn alles so super ist, warum also mein Postulat, dass das ganze "Quantum Display"-Geschreie nur Marketing wäre? Weil der Screen des G4 zwar toll, aber eben nicht toller als das ist, was andere Smartphones mit ausgesprochen guten Screens offerieren – ein Galaxy S6 oder ein iPhone 6 sieht neben dem G4 nicht plötzlich blass und unscharf aus (das S6 allerdings zugegeben zuweilen farblich aber etwas fragwürdig). Wer sich also erhofft, vom Quantum Screen des neuen LG-Flaggschiffs komplett umgehauen zu werden, der wird ein ganz kleines bisschen enttäuscht sein, mit einer Display-Revolution haben wir es nicht zu tun. Fraglich ist, ob die nun überhaupt dringend notwendig wäre ...

Einen klitzekleinen Kritikpunkt zum Screen des G4 gibt es dann auch noch: Zwar schaltet das Smartphone wie schon das Huawei P8 und manches Lumia-Gerät bei strahlendem Sonnenschein automatisch in einen Ultra-Kontrastmodus, der nicht schön aussieht, aber das Display weiterhin ablesbar macht, insgesamt aber justiert die automatische Helligkeit einen Ticken zu dunkel: Selbst bei manueller Nachregelung auf 100 Prozent strahlt das G4 nicht so richtig blendend. Das erreicht Ihr erst, indem Ihr die Automatik deaktiviert und den Helligkeitsregler dann händisch ganz nach rechts zieht.

Ein bisschen heller könnte die Automatik ruhig regeln ...(© 2015 CURVED)

Unterm Strich bietet das LG G4 eine der derzeit besten Display-Erfahrungen in einem Smartphone und es gibt bis auf diese minimale Helligkeits-Nörgelei nichts am Quantum IPS-Screen auszusetzen.

Prozessor und Leistung des LG G4: Einen Gang zurückgeschaltet

Wem die Problematik um Qualcomms aktuellen High End-Chipsatz Snapdragon 810 nicht bekannt sein sollte, dem sei beispielsweise dieser CURVED-Bericht zu den Geschehnissen und Ergebnissen der letzten Monate ans Herz gelegt. Fakt ist, dass LG nach den Schwierigkeiten, die sich mit dem 810er im G Flex 2 ergaben für das G4 lieber auf den etwas weniger potenten Snapdragon 808 gesetzt hat – der hat zwar nur sechs statt acht Kerne und mit der Adreno 418 eine merklich schwachbrüstigere Grafikeinheit, das macht sich aber abseits von Benchmarks und absoluten High End-Games nicht weiter negativ bemerkbar.

So erreicht das G4 im AnTuTu zwar nur 45.000 Punkte und landet auch im GFX Benchmark 3.1 mit lediglich 34 Fps im T-Rex-Durchlauf (Offscreen 1080p) deutlich hinter Samsung Galaxy S6 und selbst einem – wohlgemerkt kalten – HTC One M9. Das allerdings sind immer noch Leistungswerte über dem Niveau der Vorjahres-Flaggschiffe: lediglich wer grafisch besonders aufwändige Spiele wie zum Beispiel Real Racing 3 direkt mit einem der genannte Flaggschiffe vergleicht, wird optische und Performance-Unterschiede feststellen können. Im Testzeitraum habe ich von Terminator Genisys: Revolution über Hitman: Sniper bis zu Riptide GP2 und eben RR3 alle möglichen Top-Titel auf dem G4 problemlos zocken können.

Die Frage, ob das für ein Flaggschiff 2015 ausreicht, ob mehr nominelle Leistung notwendig ist oder nur ein werbeträchtiger Papiertiger wäre, muss sich freilich jeder potenzielle Käufer des G4, der zwischen 650 und 700 Euro für ein High End-Smartphone hinblättert, selbst beantworten.

Kamera: Viel besser geht kaum

Reden wir nicht lange um den heißen Brei herum: Die 16 MP-Kamera mit Laser-Autofokus, optischem Bildstabilisator, f/1.8-Blende und "Farbspektrum-Sensor" ist das Beste, was es derzeit auf dem Smartphone-Sektor gibt – und das postuliere ich wohl wissend um die starke Konkurrenz in Form des iPhone 6, des Samsung Galaxy S6 oder auch des Huawei P8, die allesamt überzeugende Fotos schießen.

16 MP, OIS, f/1.8-Blende und Farbspektrum-Sensor – für richtig gute Fotos(© 2015 CURVED)

Was aber das LG G4 an Ergebnissen – bei Tag, bei Nacht oder in der Dämmerung – produziert, das habe ich so noch bei keinem Smartphone erlebt. Und das gereicht wirklich dazu, dass Besitzer eines G4 wenigstens ihre Kompaktkameras fortan einlagern können.

In unserem Foto-Vergleich mit dem Vorgänger-Modell und dem iPhone 6 wird deutlich, dass das G4 auch den Apple-Primus vor allem in Sachen Farbechtheit sowie Details und Schärfe bei Nachtaufnahmen in die Tasche steckt.

Gleiches gilt derweil für Videoaufnahmen in bis zu 4K-Auflösung:

Hinzukommt noch die umfangreiche Kamera-App, die dem Nutzer die Wahl zwischen drei verschiedenen Modi gibt: Entweder vollautomatisch, mit begrenzten Auswahlmöglichkeiten oder für Profis mit Zugriff auf sämtliche Einstellungen inklusive Weißabgleich, Verschlusszeiten, manuellem Fokus und der Option, Fotos zusätzlich auch im RAW-Format für die spätere Nachbearbeitung zu speichern. Was will das Hobby-Fotografenherz mehr?

Die Kamera-App des LG G4 im manuellen Modus.(© 2015 CURVED Montage)

Nicht viel – und bis auf die Tatsache, dass es mir nicht gelungen ist, in der Kamera-App die Auflösung der Fotos zu verändern, sondern lediglich das Bildformat hat mir beim Knipsen mit dem LG G4 nichts gefehlt; und die Fotos, die ich im Testzeitraum geschossen habe, werden wohl die nächsten Monate die Referenz für alle kommenden Smartphones-Reviews sein. Ja, das ist das größtmögliche Kompliment, dass ich der Kamera eines Testgerätes machen kann ...

Software: Material Design Plus

In Zeiten, in denen das Material Design von Android Lollipop einfach nur gut aussieht, kann es zuweilen umso ärgerlicher sein, dass diverse Gerätehersteller ihre Smartphones mit eigenen Benutzeroberflächen gleichsam verunstalten. Maximal lässt sich das dann noch durch kleinere funktionale Mehrwerte rechtfertigen, die in Vanilla Android fehlen. Das UX 4.0 des LG G4 punktet jedoch auf beiden Ebenen.

Zum einen ist es den Koreanern ziemlich erfolgreich gelungen, die Material Design-Stimmung in UX 4.0 zu übernehmen, so dass auch auf dem G4 der optische Gesamteindruck sehr gelungen und konsequent ist. Zum anderen überzeugen diverse Zusatzfeatures und Apps, allen voran die KnockOn-Funktion zum Ein- und Ausschalten des Displays. Aber auch Kalender, QuickMemo+ und Smart Bulletin – eine Art Hub für News, persönliche Informationen aus Kalender, der Health App, der IR-Fernbedienung, Tipps und den Smart Settings – überzeugen mit Look und Funktionalität. Hier muss sich das G4 keineswegs beispielsweise vor dem Galaxy S6 und seiner Software-Komplexität verstecken – schliesslich gibt es auch eine Dual Window-Funktion zur gleichzeitigen Benutzung zweier Apps.

Der Kopfhörer-Anschluss sitzt am unteren Rand(© 2015 CURVED)

Dabei läuft das Nutzerinterface jederzeit flüssig und ruckelfrei, Apps starten ohne Verzögerung. Unter dem UX 4.0 läuft Android 5.1, ein späteres Update auf Android M scheint auch ohne bisherige Aussage dazu seitens LG sehr wahrscheinlich – zumal das G3 seinerzeit schon sehr zügig auf Android Lollipop aktualisiert wurde.

Akku: Verdammt langer Atem

Bis hierhin könnte man meinen, die Kamera sei das herausragendste Merkmal des G4 – es kommt aber noch besser, und zwar in Form des Akkus: 3.000 mAh klingen angesichts des 5,5 Zoll großen WHQD-Displays nicht gerade üppig, aber es scheint, als habe LG mit seinen Versprechungen zu den Energieeinsparungen des Quantum-Panels den Mund nicht zu voll genommen, sondern eher noch bescheiden untertrieben.

An Tagen, an denen ich vorwiegend zuhause in einen konstanten WLAN arbeitete und das Smartphone ab und an aktiv benutzte, hätte es vollkommen ausgereicht, wenn ich den 5,5 Zoller nur alle zwei Tage ans Ladekabel gesteckt hätte – hier zeigte mir das Gerät nach einem 12 Stundentag noch über 50 Prozent Restkapazität an.

3.000 mAh für sehr, sehr lange Laufzeiten!(© 2015 Ifixit)

Noch beeindruckender war aber, was an den Tagen passierte, an denen ich morgens um 5:30 Uhr aufstand, um 7:30 Uhr in den ICE von Berlin nach Hamburg stieg, dabei den mobilen Empfang aktiviert ließ – Vielfahrer wissen, dass so eine Zugfahrt und die damit verbundene ständige Suche nach Sendemasten so richtig am Akku zehrt –, zwischen 10:00 Uhr und 18:00 Uhr in der Redaktion testete und benchmarkte und spielte, dann wieder von Hamburg nach Berlin zurückfuhr: Erst um 23:00 Uhr, also nach einem 17,5-Stundentag mit fast 5 Stunden Zugfahrt, recht intensiver Benutzung und einer Screen on-Zeit von immerhin 2 Stunden und 20 Minuten, war der Akku des G4 bis auf etwa 12 Prozent erschöpft – und das bedeutet, dass immer noch etwa anderthalb Stunden Nutzung drin gewesen wären.

So etwas habe ich bei einem Smartphone mit dieser Auflösung und dieser Akkugröße nicht erwartet und auch noch nicht erlebt. Und zur Bestätigung, dass es sich dabei nicht etwa um einen irgendwie glücklichen Zufall handelte: Aktuell ist das G4 seit 7:30 Uhr vom Netz und wird von mir beim Tippen dieser Zeilen immer wieder aktiviert und benutzt; es ist jetzt exakt 17:00 Uhr und der Akku hat eine Restkapazität von ... verdammt nochmal 73 Prozent. Mehr kann und muss zur Laufleistung des G4 nicht gesagt werden.

Fazit: Unterm Strich grandios

Ich habe zu Beginn dieses Test nicht ernsthaft daran gedacht, das folgende Urteil über LGs G4 zu fällen. Ich war nach der Ankündigung des Gerätes vom 5,5 Zoller so mittelmäßig angetan. Ich hatte das Gefühl, dass LG hier mit stumpfen Waffen gegen Apple und Samsung kämpfen muss – und dazu ausgerechnet einen Lederrücken ins Feld führt. Wie habe ich mich getäuscht.

Nein, das G4 ist bestimmt in Sachen Design keine ernsthafte Konkurrenz für Galaxy S6 und iPhone 6. In Sachen Performance wird es in Benchmarks von beiden und noch ein paar anderen aktuellen Geräten zerstört. Und sein Display ist gut, aber nicht der Quantum-Überflieger, den LG implizit suggeriert. Und das ist alles völlig egal!

Das G4: perfekter Begleiter für lange Alltage ...(© 2015 CURVED)

Denn die Dinge, die unterm Strich im Alltag zählen, meistert das G4 mit Bravour: Seine Performance ist auch mit Snapdragon 808 mehr als ausreichend, seine Kamera schießt hervorragende Fotos und gibt ambitionierten Hobby-Fotografen eine unerreichte Fülle an Einstellmöglichkeiten und der Akku toppt alles, was es derzeit im High End-Sektor gibt. Schönheit vergeht, auch bei einem Smartphone. Aber Kamera und Akku – darauf kommt es bei der täglichen Benutzung an. Und da punktet das G4 beeindruckend.

Dass die Lederrückseite zumindest eine gewisse Originalität garantiert, dass unter der Rückschale ein micro-SD-Slot auf Speichererweiterung wartet, das der Lautsprecher auf der Rückseite gut platziert ist und ordentlich dröhnt und dass die Software ziemlich gelungen ist – all das macht das LG G4 zum für mich derzeit unprätentiösesten und vielleicht besten Android-Smartphone. Nicht für Schöngeister, nicht für Performance-Junkies, nicht für Style-Freaks. Sondern für alle, die einen unermüdlichen mobilen Begleiter mit Charakter und einem tollen Auge für die Fotografie möchten.

Chapeau LG – das G4 ist ein ganz großer Wurf!


Weitere Artikel zum Thema
iPhone 8: Kompo­nen­ten für die OLED-Version sollen schon herge­stellt werden
Guido Karsten
Her damit !12Es ist unklar, wie Apple das flexible OLED-Display in seinem iPhone 8 einsetzen wird
Das OLED-Display des iPhone 8 soll Apples Ingenieuren ein neues Design ermöglichen. Gerüchten zufolge sind erste Exemplare bereits in Arbeit.
iCloud: So werdet Ihr den nervi­gen Kalen­der-Spam auf iPhone und Macbook los
Marco Engelien
Die Lösung für den Kalender-Spam liegt in der iCloud.
In den vergangenen Wochen haben iCloud-Nutzer Spam in Form von Kalender-Einladungen erhalten. Wir zeigen Euch, wie Ihr das Problem beheben könnt.
Samsung Galaxy A5 und Co sollen Edge-Displays erhal­ten
Guido Karsten1
Her damit !6Das Galaxy A5 (2016) besitzt noch ein starres AMOLED-Display ohne Biegungen
Samsung soll in Zukunft noch mehr auf OLED-Bildschirme setzen als bisher. Gerade Mittelklasse-Geräte wie das Galaxy A5 sollen davon profitieren.