Die Top-Smartphones 2014: zehnmal High End

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So viele Smartphone, so eine schwere Entscheidung zwischen iPhone 6, Galaxy S5 oder LG G3...
So viele Smartphone, so eine schwere Entscheidung zwischen iPhone 6, Galaxy S5 oder LG G3...(© 2014 CURVED Montage)

Selten waren die Top-Smartphones technisch so nah beieinander wie 2014: Von Samsung über HTC und LG bis hin zu Motorola und Google, ja selbst zu Apple lagen die Flaggschiffe der Hersteller bis auf Design und Displaygrößen durchweg auf einem Niveau. Und dennoch unterschieden sie sich natürlich, mal zu unserem Gefallen, mal zu unserem Ärger. Wir haben für Euch unsere Favoriten des Jahres zusammengetragen.

So viele tolle Smartphones, so viele Geschmäcker — allein in der CURVED-Redaktion hätte es wohl schon zu wildem Gerangel geführt, bei dem Versuch, das beste Smartphone des Jahres zu bestimmen oder, schwieriger noch, eine Rangliste festzulegen. Das liegt aber nicht nur daran, dass wir alle ganz unterschiedliche Präferenzen bezüglich Smartphones haben, sondern vor allem auch daran, dass die Flaggschiffe der vergangenen Monate allesamt auf einem gemeinsamen, sehr hohen Stand der Technik waren. Ein eindeutiger Sieger lässt sich da nur schwer bestimmen. Und das muss auch gar nicht sein, denn viel lieber als Reihenfolgen und Gewinner und Verlierer zu bestimmen, präsentieren wir Euch an dieser Stelle die zehn Smartphones, die es uns angetan oder die das Jahr 2014 nach unserem Verständnis besonders geprägt haben.

Der Dauerbrenner: Samsung Galaxy S5

Kein Jahr ohne ein neues Samsung Galaxy-Topmodell — das S5 enttäuschte uns in diesem Jahr zwar ein wenig mit seinem weiterhin etwas schnöden Kunststoff-Gewand, das in Zeiten von HTC One, aber auch LG G3 und sogar dem OnePlus One inzwischen wirklich etwas altbacken wirkt. Dafür lieferte es in der ersten Jahreshälfte aber mit Snapdragon 801-Chipsatz, 2 GB RAM und 5,1 Zoll großem Full HD-Super AMOLED-Display State-of-the-Art-Hardware ab. Hinzu kommen noch ein Fingerabdruckscanner, Staub- und Wasserschutz nach IP67, ein gewohnt umfassendes Software-Paket sowie ein ausgezeichnete 16 MP-Kamera. Da kann man über die Optik sagen, was man möchte — als Gesamtpaket ist das S5 eine Wucht und somit nicht zu Unrecht erneut der Topseller unter den Android-Smartphones.

Dennoch: Die Verkaufszahlen des Galaxy S5 blieben für Samsung deutlich hinter den Erwartungen zurück; und das führte zu einem Umdenken in Seoul. Was in diesem Jahr mit dem Galaxy Alpha und dem Note 4 begann, dürfte somit 2015 im Galaxy S6 münden, das sehr wahrscheinlich endlich in einem zeitgemäßeren Gewand erscheinen wird.

Die Schönheit: HTC One M8

Dass es nämlich optisch auch anders geht, beweist HTC mit dem One M8 bereits zum zweiten Mal in Folge: Der 5,1 Zoller wird ebenfalls von einem Snapdragon 801 mit 2 GB RAM angefeuert und löst mit 1080 x 1920 Pixeln auf, kleidet sich aber komplett in sehr schickes Aluminium und macht optisch so eine Menge her. Dafür ist der Akku mit 2.600 mAh etwas kleiner, was der Laufleistung in unserem Test aber keinen großen Abbruch tat.

Toll sind die nach vorne gerichteten BoomSound-Lautsprecher, die Video- und Games-Genuss noch größer werden lassen, nicht ganz so überzeugend hingegen die Ultrapixel-Kamera, die einfach nicht so ganz die beeindruckenden Foto-Ergebnisse liefert, die HTCs Marketing-Begrifflichkeit verspricht. Aber einem Smartphone, das so schön ist, verzeiht man das auch ...

Das Komplettpaket: LG G3

Mitte des Jahres erreichte uns mit LGs Flaggschiff G3 eines der ersten Smartphones mit WQHD-Display (die Ehre, der wirkliche Pionier auf diesem Gebiet gewesen zu sein, gebührt im Übrigen dem Oppo Find 7 respektive dem Vivo Xplay 3S). Verpackt in einem sehr schicken Kunststoffgehäuse im Alu-Look gelang dem 5,5 Zoller das Kunststück, trotz des großen Screens ziemlich kompakt zu bleiben.

Unter der Haube kam der zu diesem Zeitpunkt schon nicht mehr ganz taufrische Snapdragon 801 zum Einsatz, dem es aber gelang, das G3 trotz seiner hohen Auflösung in ähnliche Performance-Sphären zu heben, wie Galaxy S5 und One M8. Im Fazit überzeugte uns das G3 mit seinem tollen Screen, dem schicken und kompakten Gehäuse, der guten Kamera und der gelungenen Software davon, wenigstens zur Mitte des Jahres das beste Android-Smartphone am Markt zu sein.

Der Krawallmacher: OnePlus One

Bis dann das OnePlus One kam und nicht nur mit einer dubiosen Marketing-Kampagne und einem kuriosen Verkaufskonzept ordentlich von sich reden machte, sondern uns tatsächlich auch mit seiner Hardware für sich gewann — nicht umsonst tituliert Shu in seinem Testbericht, das Gerät sei der neue "Android-Goldstandard".

Denn zum Preis von nur 299 Euro bekamt Ihr nicht nur ein optisch äußerst ansprechendes Smartphone, sondern auch noch ein 5,5 Zoll großes Full HD-Display, einen Snapdragon 801-Chipsatz mit 3 GB RAM, der das Gerät sogar noch etwas mehr beschleunigte als die direkten Konkurrenten von Samsung, HTC und LG, einen fetten 3.100 mAh-Akku und eine ordentliche 13 MP-Kamera. Für viele aber der eigentliche Star: Die installierte Software in Form der CyanogenMod 11.

Der Individualist: Motorola Moto X (2014)

Auf der IFA stellte Motorola, das US-Unternehmen, das inzwischen zu Lenovo gehört, sein 2014er-Flaggschiff vor — und trotzdem die enge Zusammenarbeit mit Google Geschichte ist, zeugt das gelungene Moto X (2014) noch davon, wenigstens in seinen theoretischen Anlagen: Selbst im Standby-Modus reagiert der 5,2 Zoller über Google Now auf zugerufene Fragen und Befehle.

Zwar ist dieses Feature im Alltag ein eher wenig genutztes Gimmick, die coolen Individualisierungsmöglichkeiten aber, das fesche Design, die überbordende Performance und die feine Kamera machen das Moto X (2014) definitiv zu einem der Top-Smartphones des Jahres. Auf der Negativseite stehen die nicht ganz so grandiose Akku-Laufzeit, das etwas zu gelbstichige Full HD-Display sowie das Fehlen eines zweiten Lautsprechers. Dennoch bietet das Moto X für seinen UVP von 530 Euro respektive 550 Euro eine Menge — und wo sonst erhält der geneigte Käufer bei Bedarf eine lederne Smartphone-Rückseite oder gar eine aus Bambus?

Das Volks-Phablet: Huawei Ascend Mate 7

Die größte Überraschung der IFA 2014 bescherte uns Huawei mit dem Ascend Mate 7 — und der darauf installierten Software Emotion UI 3.0. 6 Zoll Full HD-Display, ein sehr gut funktionierender Fingerabdruck-Scanner, ein gigantischer 4.100 mAh-Akku, Rechen-Leistung auf dem Niveau der Snapdragon-Konkurrenz und ein äußerst ansprechendes Alu-Gehäuse mit toller Display-Frontauslastung von 83 Prozent machen das Huawei Phablet zu einer vollwertigen und ernstzunehmenden Alternative zum Galaxy Note 4, dem Nexus 6 oder auch Apples iPhone 6 Plus.

Dank des erwähnten EMUI 3.0 läuft auf dem großen Screen alles ruckelfrei und sieht dabei auch noch ziemlich minimalistisch-modern aus. Der Preis von nur 499 Euro (UVP) macht das Mate 7 in Anbetracht all der genannten Vorzüge dann endgültig zu einem Phablet, das für Fans von weitläufigen Displays in die ganz enge Wahl kommen sollte.

Der Kassenschlager: Apple iPhone 6

Die zweite Jahreshälfte 2014 wurde aber natürlich von dem Smartphone dominiert, auf das zumindest die halbe Techwelt in den Monaten zuvor gewartet hatte: dem iPhone 6. Am 9. September lüftete Apple den Vorhang und präsentierte neben dem großen 6 Plus das mit 4,7 Zoll für diesjährige Verhältnisse weiterhin recht handliche und mit 6,9 Millimetern wahnsinnig dünne iPhone 6.

10 Millionen iPhone 6 hat Apple am ersten Verkaufswochenende insgesamt abgesetzt, bis zum Jahresende ist mit 60 bis 70 Millionen verkauften Einheiten zu rechnen — mindestens die Hälfte davon entfällt auf das kompaktere der beiden neuen Apple-Smartphones. Beeindruckende Zahlen, zumal in Anbetracht des nicht marginalen Anschaffungspreises von mindestens 699 Euro für das Modell mit 16 GB internem Speicher. Das iPhone ist und bleibt eben eine Smartphone-Ikone ...

Das eigentlich Unmögliche: Apple iPhone 6 Plus

Wer hätte das vor ein, zwei Jahren gedacht, als iPhone 4 und 5 mit ihren 3,5 Zoll beziehungsweise 4 Zoll großen Displays in der Apple-Welt nicht nur das Maß aller Dinge, sondern auch die Obergrenze dessen darstellten, was Fans und Hersteller für bedienbar erachteten: Ein iPhone mit einem 5,5 Zoll großen Screen, ein Phablet gleichsam, erobert die Herzen der Nutzer im Sturm.

Das iPhone 6 Plus vereint aktuellen Schätzungen zufolge auf sich wohl ebenso viele Verkäufe wie das kompakte Modell und hat damit offensichtlich den Nerv der Zeit getroffen — viel Platz und Pixel zum Lesen und Surfen, für Spiele und Videos bietet das 6 Plus mit seiner Full HD-Auflösung, dabei ordentliche Leistung und optional auch jede Menge Speicher und das alles verpackt in einem nur 7,1 Millimeter dünnen Gehäuse. Und verglichen mit dem kleinen iPhone 6 sind die 100 Euro Aufpreis für das Mehr an Screen somit auch verschmerzbar.

Das Ur-Phablet: Samsung Galaxy Note 4

Wer hat's erfunden? Richtig, Samsung — was die Koreaner 2011 mit dem ersten Galaxy Note ins Rollen brachten, fand im Herbst dieses Jahres mit iPhone 6 Plus, Huawei Ascend Mate 7, Nexus 6 und natürlich dem Galaxy Note 4 seinen vorläufigen Höhepunkt: Phablets sind als Smartphones für Poweruser, die viel Display, Funktionalität und Akku-Kapazität bieten, in der Breite angekommen. Und das Galaxy Note 4 ist die Krönung dieser Entwicklung.

Mit einem wertigen Design durch Samsungs schicken neuen Alu-Rahmen, ordentlich Leistung dank Snapdragon 805-Power und 3 GB RAM, einem 5,7 Zoll großen, mit WQHD auflösenden Display (das allerdings nicht ganz ohne Makel ist) und einer Funktionsvielfalt und Stylus-Unterstützung, die Ihresgleichen sucht. Damit ist das Note 4 definitiv das Beste aller Notes — und für alle, die mit ihrem Phablet so richtig produktiv sein möchten, auch die beste, wenn nicht gar die einzig richtige Wahl in diesem Bereich.

Der Futurist: Samsung Galaxy Note Edge

Auf der IFA 2014 und auch während des Testzeitraums vor ein paar Tagen hatte ich die Zukunft der Smartphones in der Hand: Kein Gerät hat mich 2014 so beeindruckt wie Samsungs Galaxy Note Edge. Der Ableger des Note 4 mit dem an einer Seite abgeknickten Display zeigt, wohin die Reise in Sachen Curved-Screens auf mobilen Geräten gehen kann; und zwar mit praktischerem Nutzen, als noch beim LG G Flex oder dem kuriosen Samsung Galaxy Round.

Daneben bietet das Edge alles, was auch das "ordinäre" Note 4 hat: 5,6 Zoll-WQHD-Screen — der uns im Test sogar ein wenig besser gefiel als der des Standard-Modells, Snapdragon 805-Chipsatz mit 3 GB RAM, einen minimal kleineren Akku, den Stylus samt guter Software, den Fingerabdruck-Scanner und die gute 16 MP-Kamera mit optischem Bildstabilisator. Aber so alltagstauglich Samsung den Knick im Display auch einsetzt, so fern jeder Realität ist der derzeitige Preis, den die Koreaner für das Stück Zukunft verlangen: 899 Euro lassen sogar die nicht gerade günstigen iPhones 6 als Schnäppchen erscheinen.

Die Smartphones der Anderen

Natürlich gab es 2014 neben den oben genannten auch noch zahlreiche andere Top-Smartphones, die es nicht mit eigenem Eintrag in unsere kleine Aufstellung geschafft haben — weil sie zwar gut waren, aber uns nicht bewegt haben oder insgesamt keinen besonderen Eindruck auf dem hiesigen Markt hinterlassen konnten.

Dazu zählt zum Beispiel Sonys Xperia Z3, das nichts falsch und ganz viel richtig macht, in der Summe aber schlicht eine weitere kleine Evolution in einer Reihe darstellt, die vor gar nicht allzu langer Zeit mit dem Xperia Z begann.

Googles Nexus 6 ist für sich ein feines Phablet, kann aber weder mit dem günstigen Preis eines Ascend Mate 7 noch mit der Funktionsvielfalt eines Galaxy Note 4 mithalten und wird damit wohl ein Nischengerät bleiben. Gut gefallen haben uns auch Xiaomis Mi3 und Mi4, allein spielen sie — anders als ihr Hersteller, der jüngst zum drittgrößten Smartphone-Player der Welt aufgestiegen ist und damit sinnbildlich für das Erstarken der Drachen aus dem Reich der Mitte in diesem Wirtschaftssektor steht — in unseren Breiten noch kaum eine Rolle.

Das sind also unsere Top-Smartphones des Jahres 2014 — sind Eure Favoriten dabei? Oder haben wir ein oder mehrere Modelle unterschlagen? Sagt uns gerne Eure Meinung in den Kommentaren.


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