Böse Zungen behaupten, dass HTC mit dem One M9 zum dritten Mal in Folge ein sehr gutes Smartphone mit einer schlechten Kamera auf den Markt gebracht hat. Dabei hat der Hersteller nach zwei Anläufen Abstand vom Ultrapixel-Ansatz genommen und setzt bei seinem 2015er-Topmodell auf eine herkömmliche Smartphone-Kamera.

[Update vom 7. Dezember/24. Januar] Der Rollout von Android 7.0 Nougat hat begonnen./Nach einer Pause des Rollouts wegen eines Bugs, wird dieser nun weitergeführt, die Aktualisierung wird wieder verteilt.

[Update vom 25. Juli, 12:33] HTC gab bekannt, dass Android 7.0 Nougat auch für das HTC One M9 zur Verfügung stehen wird.

Rein äußerlich hat sich beim One M9 im Vergleich zum Vorgänger, dem One M8, nur wenig verändert. Das Unibody-Gehäuse besteht weiterhin aus Metall und ist beim Blick auf die Frontseite mit dem fünf Zoll großen Full-HD-Display und den Boomsound-Lautsprechern kaum zu unterscheiden. Die Abmessungen haben sich dabei nur minimal verändert. Mit 144,6 x 69,7 x 9,61 Millimetern ist das M9 fast zwei Millimeter kürzer, knapp einen Millimeter dünner und 0,3 Millimeter dicker geworden. Mit einem Blick auf die Rückseite lassen sich das One M8 und das One M9 unterscheiden. Beim neuen Smartphone ist der Rahmen um die Kamera quadratisch und nicht rund.

Abkehr von Ultrapixeln zeigt noch keine positiven Auswirkungen

Nach zwei Smartphone-Generationen, bei denen größere Ultrapixel für eine bessere Bildqualität sorgen sollten – und es nicht schafften – setzt HTC beim One M9 auf einen herkömmlichen Bildsensor, der Fotos mit einer Auflösung von 20 Megapixeln schießt. Allerdings zeigt er im direkten Vergleich mit dem Galaxy S6 und dem iPhone 6 noch keine wirklichen Verbesserungen, sondern liegt hinter den anderen Top-Smartphones.

HTC bleibt, wie schon beim One M8, beim Top-Prozessor von Qualcomm. Der Snapdragon 810 des One M9 verfügt über acht Rechenkerne, die jeweils zur Hälfte mit 2,0 und 1,5 Gigahertz getaktet sind. Ihnen zur Seite steht ein drei Gigabyte großer Arbeitsspeicher. Vor der Veröffentlichung des One M9 kursierten Gerüchte, dass der Snapdragon 810 Probleme mit der Hitzeentwicklung hat und zu heiß wird. Das HTC-Flaggschiff bestätigt diese Gerüchte insofern, als dass die Software die Leistung des Chips drosselt, damit die Temperatur nicht zu sehr ansteigt.

Seit Februar 2016 läuft auf dem HTC One M9 Android 6.0 Marshmallow als Betriebssystem mit der hauseigenen Sense-Benutzeroberfläche. Insgesamt belegt die gesamte vorinstallierte Software stolze elf Gigabyte des insgesamt 32 Gigabyte großen internen Speichers, den Ihr bei HTC immer noch mit einer microSD-Karte erweitern könnt. Seit Januar 2016 gibt es ein Update auf das Betriebssystem Android 6.0.

Preis und Verfügbarkeit

Das HTC One M9 ist seit Ende März 2015 in Deutschland erhältlich. Die unverbindliche Preisempfehlung für das Smartphone lag bei 749 Euro und damit noch einmal 70 Euro über dem Einführungspreis des Vorgängers One M8. Fast ein Jahr nach Verkaufsstart ist der Preis im Netz auf knapp die Hälfte gesunken.

Im März 2016 kündigte HTC die „Prime Camera Edition“ an, die besonderen Fokus auf Kamerafunktionen legt. Die HTC One M9 Prime Camera Edition sollte in Deutschland Ende April 2016 in den Farben Gunmetal Gray, Gold on Silver und Gold on Gold erhältlich sein und 429 Euro kosten.