Warum Smartwatches immer beliebter werden und wie ihr die richtige findet

Smartwatches sind gefragter denn je: Wie ihr das richtige Modell für eure Bedürfnisse findet, erfahrt ihr hier.
Smartwatches sind gefragter denn je: Wie ihr das richtige Modell für eure Bedürfnisse findet, erfahrt ihr hier.(© 2019 Getty Images)

Wer sein Smartphone liebt, der braucht keine Smartwatch? Doch, gerade Technik-Liebhaber, Sportler, Gesundheitsbewusste und alle mit einem durchgetakteten Alltag können sie die smarten Features am Handgelenk zunutze machen: Warum Smartwaches immer beliebter werden und wie man im wachsenden Markt das passende Modell findet.

Vor drei Jahren waren Smartwatches noch verschrien als unnützer "verlängerter Arm" des Smartphones und klobige Spielerei für Nerds. Inzwischen ist die Nachfrage aber riesig: Im vergangenen Jahr wurden weltweit 73 Millionen Exemplare verkauft. Laut Statista sollen im Jahr 2022 rund 120 Millionen Watches verkauft werden. Zum Vergleich: Der weltweite Absatz von Fitnesstrackern belief sich 2018 auf rund 39 Millionen Stück und die Prognose für 2022 orientiert sich an knapp 52 Millionen Geräten.

Aus unserer Sicht durchaus nachvollziehbar, dass die Beliebtheit von Smartwatches gegenüber von Fitnesstrackern stetig steigt. Warum? Weil sie eine breitere Zielgruppe ansprechen: Hier werden nicht nur Fitness- und Technikbegeisterte adressiert, sondern auch Businessleute mit vollen Terminkalendern, die im Job etwas schicker unterwegs sind, als auch Nerds oder aber Eltern und mittlerweile sogar Kinder, die wieder spielerisch zu mehr Bewegung motiviert werden sollen. Selbst für die ältere Generation gibt es inzwischen die optimale Smartwatch mit einem echten Mehrwert: Die Apple Watch Series 4 erkennt automatisch Stürze und alarmiert den Notruf. Kurzum: Smartwatches sind für alle da. Gerade aber für Sportler bieten die Uhren mit geballten Sensoren viele hilfreiche Trainings-Insights.

Die Nutzung von Smartwatches in Deutschland

Wer sein Smartphone als sein wertvollstes Gut sieht, wird sich vielleicht fragen: Wozu brauche ich eine Smartwatch? Beim Sport oder in jeder anderen Situation, in der man das Handy nicht ständig griffbereit halten möchte, kann sie nützliche Dienste erweisen: sei es im Job oder im persönlichen Gespräch mit anderen, unterwegs oder im Bett. Smartwachtes halten euch nicht nur auf dem Laufenden über eingehende Nachrichten, Neuigkeiten oder Anrufe, sondern ihr könnt euch an Termine oder regelmäßige Bewegung oder auch ans rechtzeitige Zubettgehen oder Kalorien zählen erinnern lassen. Beispielsweise könnt ihr diskret die Bundesliga-Ergebnisse verfolgen oder die Sprachassistenten von Apple oder Google auf den Plan rufen und Dinge abfragen oder euch besser zu organisieren. Verfügt die Smartwatch über eine eigene Mobilfunkverbindung, könnt ihr das Handy in vielen Fällen sogar komplett zuhause lassen und über die Uhr telefonieren und mehr.

Mit vielen Smartwatches kann mittlerweile auch bezahlen.(© 2018 Fitbit)

Doch wofür nutzen die Deutschen ihre Smartwatches hauptsächlich? 2016 gaben noch 80 Prozent der befragten Besitzer einer Smartwatch bei Statista an, sie hauptsächlich als Armbanduhr zu nutzen. An zweiter Stelle standen mit 66 Prozent die Leser von Textnachrichten und Push-Benachrichtigungen über das Handgelenk, dicht gefolgt von den 63 Prozent der Fitnessfans, die mit ihrer Smartwatch Trainings aufzeichnen.

Heutzutage geht sogar noch mehr. Ihr könnt zum Beispiel (mit Hilfe des richtigen Anbieters) euren Einkauf im Laden per Smartwatch bezahlen. Auch wenn das Thema bargeldloses Bezahlen in Deutschland noch nicht so etabliert ist, nimmt es langsam aber sicher an Fahrt auf. Dazu tragen Apple und Google bei, die ihre Bezahldienste Apple Pay und Google Pay 2018 nach Deutschland brachten. Auch andere Hersteller, etwa Fitbit oder Garmin, haben eigene Bezahldienste im Angebot.

Große Unterschiede bei Smartwatches

Egal, ob man nun offen für mobiles Bezahlen ist, Sportler ist oder einen vollen Terminkalender hat: Die Investition in eine Smartwatch kann lohnenswert sein. Allerdings hat mittlerweile fast jeder Handy- oder Fitnesstrackerhersteller eine oder gleich mehrere Modelle im Sortiment und daher sollte man sich vorab genau überlegen, worauf es einem ankommt. Allein die Preisspanne beweist, dass es hier große Unterschiede gibt: Die günstigste Smartwatch startet mit der Xiaomi Amazfit Bip aktuell bei etwa 80 Euro, weitere Wear-OS-Uhren liegeb bei etwa 200 Euro, iPhone-Besitzer bekommen die Apple Watch Series 4 ab 429 Euro. Für ambitionierte Sportler gibt es ansonsten natürlich noch umfangreichere Modelle wie Garmins Fenix 5 Plus ab 700 Euro und für Luxusliebhaber smarte Schmuckstücke von Alpina, Montblanc, TAG Heuer und Co.

Sieht trotz ihrer Größe und geballter Sensoren ganz cool aus, die Fenix 5 Plus.(© 2018 CURVED)

Für wen sich welche Smartwatch eignet

Für alle, die mit ihrer Smartwatch sportliche Ziele verfolgen und für Läufe oder einen Triathlon trainieren oder ihre Fitness messen und ihren Kalroienverbrauch tracken möchten, empfehlen wir Smartwatches von spezialisierte Sporttechnik-Herstellern Garmin, Polar oder TomTom. Welche Modelle sich hier für welche Sportarten eignen, haben wir separat hinter den Links für euch erörtert.

Für iPhone-Besitzer ist die Apple Watch Series 4 die logische Wahl. In der eSIM-Variante kostet sie allerdings 529 Euro (UVP) und ohne 429 Euro. Wer nicht ganz so viel Geld ausgeben möchte und auf die automatische Sturzerkennung verzichten kann, der sollte sich das Vorgängermodell, die Apple Watch Series 3 genauer anschauen. Wir haben beide Geräte einem direkten Vergleich unterzogen und einen Marathonläufer befragt, wie gut die Apple Watch als Sportuhr ist. Die Kurzversion: Alltagssportler sind mit einer Apple Watch bestens ausgerüstet, wer mehr Trainingsauswertungen braucht und eine lange Aukkulaufzeit, sollte zu einer Uhr vom Outdoorport-Experten greifen, siehe oben.

Die Apple Watch Series 4 mit dem roten Sport Loop.(© 2018 CURVED)

Wenn ihr keine Wettkampfziele verfolgt, aber dennoch einen fitteren Lebensstil pflegen möchtet und Einsteiger im Bereich Smartwatches seid, dann könnte die Fitbit Versa oder die Versa Lite ab 160 Euro das richtige Modell für euch sein. Beide Uhren richten sich eher an Frauen und ermöglicht beispielsweise auch das Zyklus- und Ernährungstracking innerhalb der  Fitbit-App. Dafür sind die Smartwatch-Funktionen relativ reduziert: Mit ein paar Basic-Apps wie Taschenlampe, Fitness-App und Co. sowie Push-Benachrichtigungen werdet ihr noch nicht zur Mrs. Gadget. Ähnliches gilt für die Fitbit Ionic, die etwas größer ist und sich eher an Männer richtet. Wir bezeichnen die Modelle von Fitbit daher auch eher als smarte Fitnesswatches oder Hybrid-Watches. Wer den Fokus nicht auf Telefonieren, Navigieren, Surfen und Sprachbefehle legt, wird mit solider Funktionalität im Alltag, coole Fitnessfeatures und einer guten Akkuleistung belohnt.

Die Fitbit Versa sieht der Apple Watch recht ähnlich – richtet sich aber an eine ganz andere Zielgruppe.(© 2018 CURVED)

Für alle, die Wert auf schicke Optik legen, ist die Fossil Venture HR für 270 Euro (UVP) eine Option. Sie läuft mit Googles Wear OS und kann im Hinblick auf die smarten Features fast mit der Apple Watch mithalten – zu bemängeln ist hier allerdings der Akku.

Wenn es lieber unauffälliger sein soll, schaut euch zum Beispiel die Steel HR Sport von Withings an: Die Hybrid-Watch sieht mehr nach dezenter Armbanduhr aus, ist aber wirklich nur für Sport- und Smartwatcheinsteiger zu empfehlen, da sie nicht mit geballter Funktionalität aufwartet. Der Kostenpunkt liegt trotzdem bei rund 200 Euro.

Die Zukunft der Smartwatches

So viel steht fest: Gerade im Bereich der Smartwatches wird sich noch viel bewegen. Jedes Jahr kommen neue Geräte auf den Markt. Erst Ende Februar 2019 sorgte auf dem Mobile World Congress in Barcelona der chinesische Anbieter Nubia mit seiner neuen Smartwatch Nubia Alpha für Aufsehen: Die Uhr verfügt über ein gebogenes, vier Zoll großes AMOLED-Display. Eine weitere Besonderheit: Neben WLAN, eSIM, Mikrofon und Lautsprecher gehört auch eine Selfie-Kamera zur Ausstattung. Mein Kollege Jan hat sie bereits ausprobiert und berichtet im Hands-on hinter dem Link über seine Erfahrungen mit der futuristischen Smartwatch.

Futuristische Smartwatch: Die Nubia Alpha.(© 2019 CURVED)

Aber auch wer lieber dezenter unterwegs ist, wird im Smartwatch-Sortiment fündig werden. Der Trend geht nach wie vor dahin, dass Smartphones immer größer werden – dazu muss man sich nur mal die neuen Falt-Smartphones anschauen. Dadurch gewinnen smarte Uhren mit Sicherheit weiterhin an Bedeutung, als verlängerter Arm des Handys, was aber inzwischen keine Herabwürdigung mehr darstellt. Zumindest bis das Handy eines Tages vielleicht wirklich komplett in einer Smartwatch steckt – wer weiß.

Ich persönlich sehe aber erstmal den Gesundheitsmarkt im Fokus: Die Apple Watch Series 4 hat es vorgemacht, mit EKG und Sturzerkennung. Weitere Anbieter werden schon bald folgen, denn das Thema Gesundheit wird Verbrauchern zu Recht immer wichtiger. Hier können Wearables tatsächlich einen Mehrwert bieten, indem sie uns zu einem fitteren und gesünderen Leben animieren und auf Herzkreislauferkrankungen hinweisen. Voraussetzung ist natürlich, dass  man die Daten auch sinnvoll nutzt und aktiv wird. Apropos Gesundheit: Wenn ihr euch eine Smartwatch wünscht, könnt ihr diese unter Umständen auch von eurer Krankenkasse bezuschussen lassen. Welche Kasse welche Bonusprogramme bieten, erklären wir im nächsten Artikel. Was Fitnresstracker und Smartwatches aber aus unserer Sicht noch besser machen können, auch.


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