iOS 10 ist offiziell: Siri in mehr Apps und interaktiver Sperrbildschirm

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iOS 10 mit neuen Sperrbildschirm.
iOS 10 mit neuen Sperrbildschirm.(© 2016 Apple)

Apple hat auf seiner Entwicklerkonferenz WWDC in San Francisco iOS 10 vorgestellt. Die neuen Funkionen und die Veränderungen an Apples Betriebssystem für das iPhone und das iPad haben wir hier im Überblick für Euch zusammengefasst.

Als erstes hat Apple sich den Sperrbildschirm vorgenommen mit interaktiveren Benachrichtigungen und neuen Widgets aufgewertet. So leuchtet der Bildschirm jetzt auf, wenn Ihr das iPhone anhebt. Die Benachrichtigungen unterstützen unter iOS 10 nun 3D Touch - und Ihr könnt über den Lockscreen viele Aktionen ausführen und zum Beispiel direkt auf Nachrichten in iMessage antworten. Das Control Center hat ein neues Design erhalten und wirkt deutlich aufgeräumter. Mit einem Wisch zur Seite ruft Ihr ein extra Control Center für Apple Music auf - inklusive großer Albencover. VoIP-Apps wie Skype oder WhatsApp erhalten Zugriff auf den Lockscreen und können eingehende Anrufe mit einem Bild des Anrufers in voller Größe anzeigen.

Siri für mehr Apps

Mit iOS 10 erhalten Entwickler Zugriff auf Siri. Das bedeutet, sie können die Sprachassistentin in Ihre Apps integrieren - und Ihr könnt mit ihrer Hilfe jetzt auch Slack, Runtastic, Skype und viele weitere Anwendungen bedienen. Die Verbesserungen an der Künstlichen Intelligenz von Siri machen sich ebenfalls bei der Quicktype-Tastatur bemerkbar, die in Zukunft noch bessere Vorschläge für Wörter und ganze Antworten macht. So könnt Ihr die Frage "Wo bist du?" in Zukunft mit einem Klick auf dem Touchscreen beantworten, da Siri Euren aktuellen Standort als Antwort vorschlägt.

Entwickler können Siri in ihren Apps nutzen.(© 2016 Apple)

Die Fotos-App erhält eine verbesserte Gesichtserkennung, die komplett auf dem iPhone laufen und so Eure Privatsphäre sichern soll. Darüber hinaus soll die App auch Gegenstände und Landschaften erkennen. Zusammen mit den klassischen Aufnahmedaten der Bilder erstellt die Anwendung dann sogenannte Memories: animierte Diaschauen mit Hintergrundmusik.

Verbesserte Zusammenarbeit mit macOS

Besitzt Ihr nicht nur ein iPhone, sondern auch einen Mac, dann konntet Ihr schon bisher beide Geräte mit Continuity und Handsoff miteinander verbinden. Mit iOS 10 wird diese Verbindung noch enger, denn Ihr könnt mit macOS Sierra Euren Mac mit einem iPhone in der Nähe entsperren. Ein Passwort müsst Ihr nicht mehr eingeben, sondern nur mit der Apple Watch in die Nähe kommen.

iOS 10 bringt aber nicht nur Veränderungen am Betriebssystem mit, sondern auch Updates für Apples eigene Apps. Mit Apple Pay werden bald mehr Menschen bezahlen können, denn der Bezahldienst geht ins Netz und funktioniert in Zukunft im Safari-Browser. Die Authentifizierung erfolgt über Euer iPhone und TouchID. Demnächst in der Schweiz und Frankreich, aber noch nicht in Deutschland.

Die bisher viel gescholtenen Apple Maps haben eine Redesign und viel neue Funktionen erhalten. Dazu gehören eine bessere Integration in Autos und ein proaktives Verhalten. Sprich: Euer iPhone schlägt Euch morgens automatisch den besten Weg zur Arbeit vor und weiß dank Eurem Terminkalender, wo Ihr als nächstes hinmüsst. Darüber hinaus öffnet Apple neben Siri auch Maps für Entwickler, die den Kartendienst für ihre Anwendungen nutzen können.

Apple Maps mit Echtzeit-Verkehrsinfos.(© 2016 Apple)

Apple Music im neuen Gewand

Nach einem Jahr erhält Apple Music ein komplettes Redesign, das den Musikdienst übersichtlicher machen und die Musik in den Fokus stellen soll. Eure Bibliothek ist die neue Startseite und soll Euch direkt zur Musik bringen. Im Wiedergabefenster sind ab sofort etwa Songtexte integriert. Im "Für Dich"-Bereich gibt es einen "Discovery"-Bereich mit für jeden Nutzer angepassten Vorschlägen neuer Songs. Das soziale Netzwerk Connect bleibt erhalten, im "Browse"-Bereich findet Ihr viele Vorschläge von Apples Musikexperten.

Apple News erhält ebenfalls ein neues Design. Darüber hinaus könnt Ihr Zeitschriften- und Zeitungsabos direkt über die App abschließen. Eilmeldungen schickt die App direkt auf den Sperrbildschirm. Bisher aber nicht in Deutschland, denn in neue Länder kommt Apple News vorerst nicht.

Smart Home und Voicemail Transcriptions

Mit Home enthält iOS 10 eine eigene App für die Steuerung und Kontrolle aller Gadgets im Smart Home. Ihr könnt die Geräte aber nicht nur einzeln steuern, sondern mit sogenannten "Scenes" das gesamte Haus in den Schlaf schicken. Oder nach dem Aufwachen Siri mit "Guten Morgen" begrüßen - und schaltet so das Licht an, dreht die Heizung auf und startet die Kaffeemaschine.

Mit iOS 10 braucht Ihr Euren Anrufbeantworter nicht mehr abhören. Die Mailbox transkribiert die Nachrichten und schickt sie Euch als Text zum Lesen.

iMessage: Vorschaulinks und Emoji-Overkill

Für iMessage hält iOS 10 viele Änderungen bereit: Links erhalten eine Vorschau, Emojis sind dreimal größer. Ihr könnt Wörter antippen, um sie durch passende Emojis zu ersetzen. Bubble Effects unterstreichen durch animierte Sprechblasen, ob Ihr zum Beispiel laut oder leise redet. Mit Invisible Ink müsst Ihr über Nachrichten wischen, um sie lesen zu können. Andernfalls sind sie unlesbar – vor allem für die neugierigen Blicke anderer. Darüber hinaus erhält die App animierte Hintergründe und Effekte. Zu guter Letzt öffnet Apple auch iMessage für Entwickler, die ihre Anwendungen mit dem Messenger verbinden können.

Die Emojis in iMessage werden drei Mal größer.(© 2016 Apple)

Für viele weitere neue Funktionen blieb bei der Keynote keine Zeit: Zu ihnen gehören der Conversation View in Mail, mit dem Ihr einem Gesprächsverlauf folgt, Bearbeitungsfunktionen und Filter für Live Photos und Split View in Safari auf dem iPad.

Zu guter Letzt legte Apple noch Wert auf den Datenschutz und versprach, dass seine Dienste wie iMessage eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung als Standard nutzen und iOS 10 beim Surfen im Internet keine Nutzerprofile anlegt. Darüber hinaus bleiben Eure Daten – zum Beispiel von der Gesichtserkennung der Fotos-App oder der Fingerabdruck der Touch ID – auf dem Gerät und landen nicht in der Cloud. Mit Differential Privacy will Apple zudem einen Weg gefunden haben, Statistiken anzulegen und Nutzerdaten in der großen Masse auszuwerten – ohne sie im Detail einzelnen Nutzern zuordnen zu können.

Unterstütze Geräte und Release-Termin

Craig Federighi hat bei der WWDC-Keynote auch schon verraten, auf welchen iPhones und iPads iOS 10 laufen wird. Kurz gesagt: Auf allen Modellen seit dem iPhone 5 sowie dem iPad 4 und dem iPad mini 2. Und ganz genau auf folgenden Geräten:

iPhone

iPad

iPod touch

  • iPod touch (6. Generation)

Für Entwickler steht iOS 10 ab sofort zum Download bereit. Ein öffentlicher Beta-Test soll im Juli starten. Die finale Version dürfte im September zusammen mit dem iPhone 7 erscheinen. Wie schon in der Vergangenheit ist auch das Update auf iOS 10 kostenlos.


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