Samsung Galaxy S7 vs iPhone 6s: die Top-Smartphones im Vergleich

Apple hat bei den Highend-Flaggschiffen im September vorgelegt, jetzt hat der größte Konkurrent nachgelegt: Das Samsung Galaxy S7 ist da. Wir haben beide Smartphones miteinander verglichen.

Fangen wir einmal beim äußeren Erscheinungsbild an: Sowohl das iPhone 6s als auch das Galaxy S7 wird man auf den ersten Blick jeweils nur im Detail vom Vorgänger unterscheiden können. Bei Apple herrscht weiter Aluminium, bei Samsung dazu noch Glas vor. Eine Ausnahme bildet da nur das S7 Edge. Das ist größer als das S6 Edge (und vom Display her nun genauso groß wie das iPhone 6s Plus). Apple hat sich darauf konzentriert, das Gehäuse stabiler zu machen. Samsung legt auf die edle Verarbeitung noch einen drauf: Die Galaxy-S7-Modelle sind nach dem IP68-Standard staub- und wasserdicht. Der Punkt geht an die Südkoreaner.

Natürlich hat das Innere jeweils ein Upgrade erhalten. Im iPhone 6s taktet seit September der pfeilschnelle A9-Chip. Gigahertz-Zahlen behält das Unternehmen wie immer für sich. Im Samsung kommt je nach Markt ein Snapdragon 820 oder ein Exynos 8890 zum Einsatz. Ersterer läuft mit vier Kernen, der von Samsung entwickelte Exynos-Chip arbeitet hingegen mit acht Rechenkernen. Dazu gibt es vier Gigabyte Arbeitsspeicher.

Beim Äußeren des Samsung Galaxy S7 und des S7 edge setzt Samsung auf Altbewährtes.(© 2016 CURVED)

Das S7 ist auf dem Papier schneller

In Ermangelung eines Samsung-Testgerätes ist es schwer zu sagen, wer hier wirklich schneller ist. Zumindest im Benchmark-Vergleich liegt das Samsung Galaxy S7 vorn. Im Geekbench 3 kommt die neue S-Klasse auf beeindruckende 2081 Punkte im Single-Core und ganze 6440 Punkte im Multicore. Damit liegt das iPhone 6s mit einem Single-Core-Wert von 2560 Punkten vorne, liegt beim Multicore mit 4473 Punkten hinter dem S7.

Only for the Record: Dieser Test sagt natürlich nichts über die Arbeitsgeschwindigkeit im Alltag aus. Da kommt es nicht nur auf Gigahertz-Zahlen an, sondern auch darauf, wie gut das System mit der gegebenen Hardware zurecht kommt. Da macht Apple mit iOS erfahrungsgemäß den besseren Job. Zudem sorgen die Entwickler Cupertino aus durch Software-Updates regelmäßig für Neuheiten beim Betriebssystem, legen mit iOS 9.3 etwa einen Nachtmodus nach.

Samsung hingegen lässt sich mit neuer Software regelmäßig sehr lange Zeit. Die jeweils neue Android-Version wird für Käufer regelmäßig zur Geduldsprobe. Dafür stellten die Koreaner auf dem MWC mit dem S7 erstmals ein Always-on-Display vor, bei dem ein kleiner Bereich dauerhaft aktiviert Benachrichtigungen anzeigt.

Das Always-On-Display ist eine der größten Neuerungen bei den S7-Modellen.(© 2016 Samsung)

Die Kameras: voll auf die Zwölf

Wie die Vorgänger lösen auch die Super-AMOLED-Bildschirme der neuen Samsung-Geräte mit 2560 x 1440 Bildpunkten auf. Apple macht beim Pixel-Wahnsinn nicht mit. Die Retina-Displays im iPhone 6s (1334 x 750) und iPhone 6s Plus (1920 x 1080) bieten deutlich weniger Pixel pro Zoll. Einzelne Bildpunkte sind auf den Display aber nicht zu entdecken. Darüber hinaus sind Apples Bildschirme drucksensibel. Bei festem Druck ("3D Touch") auf App-Icons könnt Ihr Shortcuts aufrufen. Samsung hat auf eine solche Funktion verzichtet. Welches der beiden Displays am Ende das bessere Bild bietet, werden wir erst genau sehen können, wenn wir beide Smartphones nebeneinander legen.

Das gilt auch für die Kameras. In beiden Smartphones nehmen sie Bilder mit 12 Megapixeln und Videos in 4K auf. Samsungs neue Optik soll dank größerer Blendenöffnung besonders im Dunkeln punkten. Dass die aktuellen iPhones gute Bilder und Videos aufnehmen, haben sie in unserem Test bereits bewiesen. Beim Galaxy S7 hat Samsung zudem die hervorstehende Kamera ein wenig abgeflacht.

Kritik gab es hier zurecht beim Speicher. Denn das kleinste iPhone hat nur 16 Gigabyte an Bord. Wer eine Minute 4K-Material aufnimmt, belegt bereits 375 Megabyte davon. Hobbyfilmer kommen so schnell an ihre Grenzen. Auch das Galaxy S6 hatte das Problem. Der Speicher war mit 32 Gigabyte zwar größer, aber eben auch nicht erweiterbar. Hier hat Samsung aber auf die Nutzer gehört. Per microSD-Karte sind bis zu 200 Gigabyte mehr drin. Auf dieses Feature werden Apple-Fans wohl noch lange warten müssen - oder zu einer der vielen verfügbaren Speichererweiterungen greifen.

Akku: Angaben vs. Erfahrungswerte

Erweitern könnt Ihr bei Apple aber den Akku. Dafür hat das Unternehmen eigens ein Akku-Pack in den Handel gebracht. Denn: Bei normaler Nutzung muss zumindest das kleine 6s allabendlich an die Steckdose. Mit dem Akkupack sind locker zwei Tage drin. Samsung hat bei der Batterie-Leistung auf die Pauke gehauen. Eine ganze Staffel "Game of Thrones" am Stück soll man damit schauen können. Ob das stimmt? Werden wir testen.

Diese Akkuhülle für das iPhone 6s verlängert die Laufzeit deutlich.(© 2016 CURVED)

Sogar Spiele in PC-Qualität sollen drin sein, ohne dass Nutzer einen Gedanken an den Akku verschwenden müssen. Es bleibt spannend. Immerhin wird der Akku wie beim Galaxy S6 fix wieder voll. Denn auch die S7-Modelle kommen mit einer Schnellladefunktion. Hier haben Apple-Nutzer das Nachsehen. Sie können höchstens etwas tricksen und Ihr Smartphone mit einem iPad-Netzteil laden.

Noch ein schwieriger Vergleich

Aktuell ist noch schwer zu beurteilen, in welchen Disziplinen das Galaxy S7 vor dem iPhone 6s liegt. Zum einen ist das Apple-Smartphone mittlerweile schon mehrere Monate "alt", zum anderen lässt sich das Galaxy S7 gerade noch nicht ausführlich testen. So stehen hier neben bekannten Specs vor allem Werbeversprechen gegen echte Erfahrungswerte.


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