Topmodell-Ableger mit Curved-Display: Das Samsung Galaxy S6 Edge gleicht technisch dem regulären S6, weist aber ein an beiden Seitenrändern abgeknicktes Display auf. Das macht optisch einiges her, bietet aber nicht die erweiterte Funktionalität, die noch das Galaxy Note Edge ausmachte. 

[Update vom 9. März] Die Aktualisierung auf Android 7.0 Nougat ist da.

Unterschiede zum Galaxy S6 mit planem Display ergeben sich durch das leicht veränderte Design weiterhin in den Abmessungen des S6 Edge: Mit 7 Millimetern ist es zwar etwas dicker als das Standard-Modell, mit 142,1 Millimetern in der Länge und 70,1 Millimetern Breite insgesamt aber kompakter und leichter (132 Gramm). Einziger weiterer Unterschied zwischen beiden Varianten ist der Akku, der im S6 Edge mit 2.600 mAh eine geringfügig höhere Kapazität aufweist als beim normalen S6 mit 2.550 mAh.

QHD-Display und schneller Exynos-Prozessor

Das doppelt gebogene Super AMOLED-Display löst mit riesigen 2.560 mal 1.440 Bildpunkten auf und besticht durch besonders kräftige Farben und gute Helligkeit. Allerdings weist es auch einen leichten Farbstich auf, der vor allem bei hellen Flächen und beim Verändern des Blickwinkels sichtbar wird, und tut sich schwer damit, in dunklen Bereichen – beispielsweise von Videos – Kontraste ausreichend differenziert darzustellen.

Mehr als ausreichend schnell bewegt wird die Masse an Pixeln des hochauflösenden Displays vom verbauten Exynos 7420-Chipsatz, der im Test den Snapdragon 810 deutlich abhängen konnte und derzeit der wohl performanteste mobile Chipsatz ist. In Kombination mit dem 3 GB DDR4-RAM und dem schnellen internen UFS 2.0-Speicher gibt sich das S6 Edge leistungstechnisch in keiner Situation Blößen und ist in dieser Disziplin in der aktuellen Android-Armada immer noch vorne mit dabei.

Tolle Kamera, schlanke Software

Wie zuletzt von Samsungs Galaxy-Reihe gewohnt, überzeugt die 16 MP-Kamera mit optischem Bildstabilisator in Sachen Fotografie und Videoaufnahmen auf ganzer Linie und bietet dem Nutzer zig verschiedene Optionen für den perfekten Schnappschuss. Als eins von wenigen Smartphones können mit dem S6 Edge auch Full HD-Videos mit 60 Bildern pro Sekunde, überzeugende Zeitlupen-Aufnahmen und hochauflösende 4K-Clips erstellt werden. Dank des OIS gelingen überdies auch Fotos bei ungünstigen Lichtverhältnissen.

Für das S6 und das S6 Edge hat Samsung sein TouchWiz UI, das als eigene Benutzeroberfläche seit Februar 2016 mit dem Update auf dem Betriebssystem Android Marshmallow 6.0 liegt, verschlankt und größtenteils an die Material-Design-Richtlinien angepasst. Das sieht im Ergebnis gut aus, läuft flüssig und bietet dem Nutzer wie gehabt gute Zusatzfunktionen und -Apps. Wie Ihr mit der offiziellen Zusatzsoftware das Galaxy S6 Edge vom Mac oder PC aus steuern könnt, erklärt unser Ratgeber zu dem Thema.

Ein wenig Mehr hätte hingegen dem Akku gut getan: Mit 2.600 mAh scheint dieser immer noch recht knapp bemessen und trägt das S6 Edge bei intensiver Benutzung gerade so über den Tag. Ausgleich schaffen hier die Schnellladefunktion sowie die Fähigkeit per Induktion geladen zu werden – ersteres erlaubt das Auffüllen des Akkus für weitere drei bis vier Stunden Nutzung in nur 10 Minuten, letzteres das unkomplizierte Laden auf geeigneten Ladeflächen.

Preise und Modelle

Dafür, dass die gebogenen Displayränder des S6 Edge eigentlich nur Schmuckwerk sind, lässt Samsung sich diese teuer bezahlen: 150 Euro Aufpreis verlangen die Koreaner für jede Variante des Edge im Vergleich zum regulären S6 und das bedeutet 849 Euro UVP für das 32 GB-Modell, 949 Euro für die Version mit 64 GB Speicher und stolze 1049 Euro für das Spitzenmodell mit 128 GB. Ob der futuristische Look und das Mehr an Speicher so viel Geld wert sind, muss jeder für sich selbst entscheiden – unumstritten ist, dass das Galaxy S6 und das S6 Edge zum Zeitpunkt ihres Verkaufsstarts Mitte April 2015 in beinahe jeder Hinsicht die absolute Spitze der Android-Smartphones markierten.