LG G6: Samsungs MWC-Absage ist die große Chance für LG

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Dieses Bild von The Verge deutet schon an: Das LG G6 wird schick.
Dieses Bild von The Verge deutet schon an: Das LG G6 wird schick.(© 2017 The Verge)

Weil das Samsung Galaxy S8 es nicht zum Mobile World Congress (MWC) nach Barcelona schafft, liegt der Fokus beim MWC auf dem LG G6. Nach dem Misserfolg aus dem Vorjahr ist das die Chance für ein Comeback der Südkoreaner.

Rückblick: Auf dem Mobile World Congress 2016 (MWC) versuchte LG etwas Neues. Das Unternehmen stellte mit dem LG G5 ein zum Teil modulares Smartphone vor. Die Idee war ausgefallen, die Umsetzung von Mängeln behaftet. Wer ein Modul wechseln wollte, musste das komplette Gerät ausschalten. Dazu kam die merkwürdige Politik mit den LG Friends genannten Modulen. Ob man sich für Dritthersteller öffnete oder nicht, wurde nicht ganz klar. Die Ansage: Man wollte schauen, wie sich das Konzept entwickle. Heute weiß man: schlecht!

Modular war gestern

LG weiß das natürlich auch. Deswegen stehen die Zeichen für den MWC 2017 auf Anfang. Modular ist kein Thema mehr. Stattdessen hat sich das Unternehmen bei Nutzern und Fans nach deren Wünschen für das perfekte Smartphone erkundigt. Das suggeriert zumindest ein Werbeclip, an dessen Ende LG ein verlässliches Gerät mit großem Display und kleinem wasserdichten Gehäuse verspricht. Auf durchgesickertem Bildmaterial ist außerdem ein ansprechendes Design zu erkennen: schmale Display-Ränder und ein dünnes Gehäuse aus Metall. Kurz: richtig schick.

Das Versprechen von LG klingt verheißungsvoll.(© 2017 Youtube/LG Mobile Global)

Dazu munkelt man, dass LG in Kooperation mit Google den Google Assistant aufs G6 bringt. Damit wäre das Gerät das erste Smartphone neben der Pixel-Serie von Google selbst, das Zugriff auf den Assistenten liefert. Das scheint stimmig, denn dem Vernehmen nach arbeiten beide Unternehmen zusammen an zwei neuen Android-Wear-Watches.

Wenn nicht jetzt, wann dann?

Einziger Wermutstropfen bleibt der Prozessor. Statt des brandneuen Snapdragon 835 kommt sehr wahrscheinlich nur das wenig ältere Modell Snapdragon 821 zum Einsatz. Nicht, weil LG das so will. Samsung hat schlicht einen Deal mit Qualcomm abgeschlossen und sich das Vorkaufsrecht gesichert. Aber auch der "alte" Chip dürfte sämtliche Anforderungen an den Alltag erfüllen. In gängigen Smartphones wie dem OnePlus 3T gibt es zumindest keinen Grund zur Beschwerde.

Damit legt LG den Grundstein, um der neue Star der Messe zu werden. Die Chancen standen ohnehin nie besser. HTC hat die U-Serie bereits im Januar 2017 präsentiert, Samsung wird das Galaxy S8 nicht auf dem MWC vorstellen. Viel namhafte Konkurrenz bleibt also nicht. Dazu kommt: Huawei und Lenovo werden aller Voraussicht nach nicht mit Top-Geräten antreten. Stattdessen erwarten wir ein Huawei P10, das in der gehobenen Mittelklasse angesiedelt ist, und das Moto G5.

LG stehen also alle Türen offen, um den Hit des diesjährigen MWC zu landen. Die Südkoreaner müssen diese einmalige Chance nur noch nutzen und eine gute Präsentation abliefern. Dann klappt es auch mit dem Comeback.

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