Sony Xperia X Compact im Test

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Das Sony Xperia X Compact
Das Sony Xperia X Compact(© 2016 CURVED)

Und noch ein Smartphone von Sony. Der japanische Hersteller bringt mit dem Xperia X Compact das fünfte Gerät der X-Reihe auf den Markt. Auf edles Aluminium und ein großes Display müsst Ihr hier verzichten. Auch auf Leistung? Wir machen den Test.

Die Compact-Serie von Sony galt jahrelang als Geheimtipp für Sparfüchse und Nutzer auf der Suche nach einem kleinen Smartphone. Denn "die Kleinen" von Sony boten die Leistung der großen Xperia-Top-Geräte – für deutlich weniger Geld. Im vergangenen Jahr allerdings konnte uns das Sony Xperia Z5 Compact nicht mehr auf ganzer Linie überzeugen. Auch in diesem Jahr macht das X Compact im Vergleich zu den drei großen Smartphones Xperia X, Xperia X Performance und Xperia XZ nicht die beste Figur.

Das merkt man sofort, wenn man eines der Top-Geräte neben das Compact legt. Statt eines hochwertigen Aluminium-Gehäuses gibt es beim kleinen X nur Kunststoff – und davon richtig viel. Denn in der Dicke misst das Smartphone fast einen Zentimeter (9,5 Millimeter). Das hat Sony selbst beim Einsteiger Xperia XA (7,9 Millimeter) besser hinbekommen. Vielleicht sollen durch die Bauweise treue Compact-Anhänger vom Kauf überzeugt werden? Hier in der Redaktion kam von diversen Kollegen die Frage, ob man den Bildschirm nach oben schieben könne, um an die Tastatur zu kommen.

Leider nicht wasserdicht

Das funktioniert natürlich nicht. Statt einer QWERTZ-Tastatur hat das X Compact die Xperia-üblichen Tasten auf der rechten Seite. Unter dem Einschalter mit integriertem Fingerabdrucksensor sitzt die Lautstärkewippe, darunter der Kamera-Button. Auf der linken Seite gibt es nur einen Verschluss, der den Schlitten für SIM-und microSD-Karte versteckt. Unten befindet sich der USB-C-Anschluss, oben der Kopfhörerausgang. Aber auch wenn es nur Plastik ist: Insgesamt ist das X Compact solide verarbeitet. Durch die abgerundeten Kanten liegt das Smartphone gut in der Hand. Nur wasserdicht ist es nicht.

War ein 4,6 Zoll großes Display beim Xperia Z3 Compact vor zwei Jahren noch gar nicht so klein, macht das X Compact seinem Namen in Zeiten von Sechs-Zoll-Geräten wie dem Huawei Mate 8 mit dieser Diagonale alle Ehre. Während ich die Display-Größe beim Huawei nova (fünf zoll) noch lobend hervorgehoben habe, wird es für mich (195 Zentimeter) schwer, auf dem Mini-Bildschirm anständig schnell zu schreiben. Zum Vorteil wird die Größe bei der Displayauflösung. Mit 1280 x 720 Bildpunkten setzt Sony heutzutage keine Maßstäbe mehr. Auf dem kleinen Display fällt das aber kaum ins Gewicht. Mit über 300 ppi ist die Pixeldichte in Ordnung. Der Bildschirm liefert darüber hinaus natürliche Farben.

Nur noch Mittelklasse

Spätestens beim Blick aufs Datenblatt wird klar: Beim X Compact handelt es sich nicht mehr um die kleine Variante eines Top-Smartphones. Statt des Snapdragon 820 kommt der Mittelklasse-Chip Snapdragon 650 zum Einsatz. Auch hier ist das kleine Display wieder ein Vorteil: Durch die geringe Auflösung muss der Prozessor wie beim iPhone SE nicht so viele Pixel ansprechen. Das spart Leistung. Das X Compact dankt es mit einer flüssigen Bedienung und einer guten Leistung bei Spielen. Eine Medienmaschine ist das Smartphone aber nicht. Für Filme und dauerhaftes Zocken ist der Bildschirm dann doch etwas zu klein.

Das Sony Xperia X Compact kommt nicht an die Leistung der Top-Geräte heran, bietet aber genug Power zum Zocken.(© 2016 CURVED)

Die restliche Ausstattung runden drei Gigabyte Arbeitsspeicher, 32 Gigabyte Speicher (erweiterbar um 256 GB) und ein Akku mit 2600 mAh. Sony bewirbt vollmundig eine Akkulaufzeit von zwei Tagen. Die Ansage gehört aber ins reich der Märchen. Man kommt damit gut über den Tag und sparsame Nutzer haben auch am nächsten Tag noch genug Saft um bis zum Mittagessen zu kommen. Dann muss das X Compact aber an die Steckdose.

Kamera mit Stärken und kleinen Schwächen

Wie bei jedem Xperia-Smartphone bewirbt Sony auch beim X Compact die 23-Megapixel-Kamera als das Highlight. Sie bietet den prädiktiven Autofokus, den Sony mit dem Xperia X vorgestellt hat. Die Kamera kann also auf bewegende Objekte und im Voraus berechnen, wann sich das Objekt wo befindet. Auf diese Weise gelingen scharfe Fotos. Natürlich könnt Ihr aber auch normal damit fotografieren. Meistens sogar ziemlich gut. Die Kamera löst schnell aus, Farbe, Details und Schärfe stimmen. Nur manchmal franzt das Bild an den Seiten aus unerklärlichen Gründen ziemlich stark aus.

Wie beim Xperia XZ hat auch das Compact Probleme bei Aufnahmen in Innenräumen. Sobald die Beleuchtung künstlich ist, nimmt auch die Bildqualität merkbar ab. Schade! Neu ist der Fünf-Achsen-Stabilisator, der aber nur bei Makro-Aufnahmen zum Einsatz kommt. Über die gewohnt gut und einfach gestaltete App könnt Ihr im manuellen Modus zahlreiche Parameter selbst festlegen und so noch mehr aus der Kamera herausholen. Foto-Einsteiger sind mit der überlegenen Automatik auf der sicheren Seite.

Android Nougat soll bald folgen

Hobby-Regisseure freuen sich über den Kameramodus, der Bewegungen sehr gut ausgleicht und ein starkes Bild liefert – leider nur in Full-HD. 4K-Videoaufnahme bleibt dem Xperia XZ vorbehalten. Die Frontkamera löst mit fünf Megapixeln auf. Hier liefert Sony nicht mehr als ein Standardwerk. Für Instagram, Facebook, Snapchat und Co. reicht die Bildqualität aber aus.

Noch ein Wort zur Software: Auch Sony setzt noch auf das alte Android 6.0.1 Marshmallow. Integriert aber schon eine Funktion aus Nougat: Auch ohne System UI Tuner könnt Ihr die Schnelleinstellungen nach Euren Wünschen anpassen. Ansonsten passt Sony die Software nur wenig an. Die Xperia UI unterscheidet sich nur durch einige Symbole und Animationen von Stock-Android. Dementsprechend schnell könnte das Update auf Android 7.0 Nougat kommen. Ein wahrscheinlicher Termin ist der November 2016.

Fazit: kleines Smartphone, großer Preis

Willkommen in der Mittelklasse: Mit dem Sony Xperia X Compact ist die Zeit der kleinen Top-Geräte aus Japan endgültig vorbei. 449 Euro will Sony für das Xperia Compact sehen. Gemessen daran, was die Konkurrenz in dieser Preisklasse anbietet, ist das zu teuer. Ein ZTE Axon 7 oder ein OnePlus 3 bieten deutlich mehr Leistung und Features und sind 50 Euro günstiger zu haben. Soll es kompakt bleiben, empfiehlt sich das Honor 8 oder das Huawei nova, beide gibt es ebenfalls ab 399 Euro zu kaufen. Soll es unbedingt ein Xperia sein, greift lieber zum Xperia X. Das rund fünf Monate alte Smartphone bietet unter anderem ein Aluminiumgehäuse und eine bessere Frontkamera. Mittlerweile gibt es das Gerät bei manchen Händlern schon 400 Euro.


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