Google Home Mini im Test: der Assistant im Schafspelz

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Google Home Mini wirkt schlicht und unscheinbar.
Google Home Mini wirkt schlicht und unscheinbar.(© 2017 CURVED)

Google Home Mini heißt Googles Antwort auf den kleinen Echo Dot. Was der Mini-Speaker besser macht als sein Gegenspieler von Amazon – und was nicht – klärt der Test.

Mit dem Google Home hat Google 2016 einen soliden smarten Speaker auf den Markt gebracht, den es mittlerweile auch in Deutschland zu kaufen gibt. Die Künstliche Intelligenz, der Google Assistant, überzeugte zwar nicht mit perfekter Sprachausgabe, dafür aber mit Wortwitz, versteckten Eastereggs und praktischen Funktionen. Mit 149 Euro ist der Preis für ein Gadget, das man im Zweifel erstmal ausprobieren muss, vergleichsweise hoch. Es musste etwas Günstigeres her: Der Google Home Mini kostet 59 Euro und damit genauso viel wie sein Hauptkonkurrent – Amazons Echo Dot.

Keine nette Geste

Der Name verrät es schon: Es handelt sich hier um eine kleine Ausgabe des Home. Die Verwandtschaft sieht man dem kleinen Puck aber nicht sofort an. Denn Google dreht den Spieß beziehungsweise den Mini um und kleidet nicht die Basis sondern die Oberfläche in Stoff ein. Das lässt ihn nicht nur aussehen wie einen Echo Dot im Schlafanzug, sondern macht das Gadget auch unscheinbar. Auf dem Couchtisch oder im Regal verschwindet es nahezu. Dazu kommt: Durch den Stoff soll Home Mini besser klingen.

Bedienen sollt Ihr den Speaker genau wie das große Exemplar überwiegend per Spracheingabe. Dazu könnt Ihr den Mini wahlweise mit "OK Google" oder "Hey Google" ansprechen. Die Spracherkennung funktioniert dabei ähnlich zuverlässig wie beim Echo Dot. Vier LEDs auf der Oberseite signalisieren, dass der Home Mini zu- und mithört. Um Musik oder Podcasts leiser oder lauter zu stellen, tippt Ihr links (leiser) und rechts (lauter) an den Rand. Alternativ reguliert Ihr die Lautstärke per Sprachbefehl. Buttons gibt es keine. Auf der Rückseite findet sich nur ein Schalter, um das Mikrofon stumm zu schalten. Daneben liegt der micro-USB-Anschluss für die Stromversorgung.

Eine weitere Geste hat Google durch ein Software-Update mittlerweile deaktiviert. Denn eigentlich sollt Ihr das Gadget durch Tippen auf die Oberfläche zum Zuhören bewegen können. Die Eingabemethode war aber so sensibel eingestellt, dass das Gadget die ganze Zeit auch ohne Zutun des Besitzers mitgehört hatte. Hätte es nicht ein Vorab-Tester bemerkt und nachgehakt, Google hätte womöglich ein handfester Datenschutz-Skandal ins Haus gestanden.

Der Stoff macht die Musik (besser)

Wie der Echo Dot kann der Home nicht nur Eure Anfragen entgegennehmen und (vielleicht) auch beantworten, sondern auch Musik wiedergeben. Unter anderem von Google Play Music, Spotify und TuneIn. Hier kommt wieder der Stoff zum Einsatz. Denn obwohl der Home Mini nicht viel größer ist als der Echo Dot, klingt er deutlich besser als Amazons kleiner Lautsprecher. Klar, überragend ist das immer noch nicht, was da aus dem Knirps tönt. Als Lautsprecher für die Küche taugt der Home Mini aber allemal.

Wenn die LEDs leuchten, hört Google Home Mini, was Ihr sagt.(© 2017 CURVED)

Allerdings hat der Dot gegenüber dem Mini einen Vorteil: den Klinkenanschluss. Darüber lässt sich Amazons kleiner Speaker ohne Probleme auch an ältere Stereoanlagen anschließen und als vollwertiger Zuspieler verwenden. Beim Home Mini geht das nur "wireless".  Etwa wenn der Lautsprecher Google-Cast-fähig ist, weil er die Funktion eingebaut hat oder weil Ihr einen Chromecast Audio angeschlossen habt. Das limitiert die Möglichkeiten extrem. Immerhin: Wenn Ihr Euren Netflix-Account mit dem Google Assistant koppelt, könnt Ihr Filme und Serien per Sprachbefehl auf dem Fernseher starten, wenn daran ein Chromecast angeschlossen ist.

Der Google Assistant lernt dazu

Darüber hinaus legt der Hersteller bei den Erweiterungen zu. Was bei Amazon Alexa Skills heißt, sind bei Google die Actions. Über die könnt jetzt zum Beispiel das Fernsehprogramm von TVSpielfilm abrufen, auf Zalando shoppen oder ein Musikquiz von Antenne Rock starten. Außerdem habt Ihr die Möglichkeit, über Verknüpfungen im Google Assistant eigene Szenen festlegen.

Sagt Ihr dann zum Beispiel "Ab ins Bett", schaltet Google Home Mini alle smarten Lampen im Haushalt aus. Das zeigt gleichzeitig: Auch Smart-Home-Geräte lassen sich über den kleinen Speaker kontrollieren. Dabei sind zum Beispiel Partner wie Wiz, Philips Hue und tado. Der Assistant hat also eine ganze Menge dazugelernt.

Die Unterschiede zum großen Bruder

Der Google Home Mini unterscheidet sich nicht nur durch sein kleineres Gehäuse vom Standardmodell. Bedingt durch die kompakteren Abmessungen und die abgespeckte technische Ausstattung, klingt er nicht so gut wie Googles erster Smart Speaker. Auch hinsichtlich Lautstärke und Mikrofonempfindlichkeit müsst ihr Abstriche hinnehmen. Außerdem hat Google beim kleinen Modell den Netzanschluss durch einen Micro-USB-Port ersetzt. Was die grundlegende Funktionalität anbelangt, bestehen allerdings keine Unterschiede. Denn diese hängt in erster Linie von Google Assistant ab. Bei der Entscheidung zwischen den beiden Modellen solltet ihr auch bedenken, dass ihr zum Preis des Google Home zwei Exemplare des kleinen Ablegers erhaltet.

Fazit: ein Google-Speaker fürs Google-Versum

Mit einem Preis von 59 Euro ist der Google Home Mini einer der günstigsten Smart-Home-Lautsprecher, den es aktuell zu kaufen gibt. Er eignet sich vor allem für diejenigen, die sich ohnehin schon tief im Google-Universum bewegen, etwa weil sie einen Chromecast oder Chromecast Audio besitzen, oder beides. Voraus hat er dem gleich teuren Echo Dot das schickere Design, dafür fehlt ihm der Klinkenanschluss zur Verbindung mit anderen Lautsprechern.

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