Xiaomi Redmi 9A im Test: Die richtige Wahl für Sparfüchse?

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Das Xiaomi Redmi 9A sieht modern aus, doch bei dem Preis müsst ihr Abstriche machen
Das Xiaomi Redmi 9A sieht modern aus, doch bei dem Preis müsst ihr Abstriche machen(© 2020 CURVED)

Das Xiaomi Redmi 9A im Test: Hier bietet euch der chinesische Hersteller ein Smartphone für rund 100 Euro an. Klar: Für den Preis müsst ihr mit einigen Abstrichen rechnen. Doch was kann das günstige Handy? Und für wen lohnt es sich? Unser Review liefert die Antworten.

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Haptik und Design: Plastik everywhere

Zuerst: Das Xiaomi Redmi 9A ist überraschend schick für ein Einsteiger-Smartphone. Es bietet eine texturierte und griffige Rückseite. Ein glatter Streifen, der sich von der Kamera von oben nach unten über das Gerät zieht, sorgt für einen hübschen Akzent.

Aber euch sollte klar sein, dass ihr für knapp 100 Euro nur ein entsprechendes Maß an Verarbeitungsqualität erhaltet. Nein, Spaltmaße und andere Fehler konnte ich nicht an dem Handy entdecken. Rückseite und Rahmen bestehen allerdings aus Kunststoff. Da dieses Material kratzanfälliger als Glas ist, sollte man hier zu einer Hülle greifen.

Display: Groß, aber blass

Ein Pluspunkt bei dem günstigen Handy ist der große Bildschirm mit einer Diagonale von 6,53 Zoll. Damit ist es ähnlich groß wie das beliebte Mittelklasse-Handy Samsung Galaxy A51. Surfen im Web und das Schauen von Videos gestaltet sich also sehr komfortabel. Abstriche müsst ihr aber bei der Qualität des LCD hinnehmen: Die Farben wirken relativ blass, zumindest der Kontrast hat mich aber mehr überzeugt als bei dem ebenso günstigen Huawei P Smart 2020 (hier geht's zum Test).

Die Ränder um den Bildschirm herum fallen übrigens sehr schmal aus – gerade der untere Rand ist aber etwas breiter als bei teureren Modellen. Da die Frontkamera sich in einer kleinen Aussparung oben in der Mitte befindet, stört diese aber nicht. Hier gibt es also modernes Design für wenig Geld.

Der untere Rand fällt minimal breiter als bei teureren Smartphones aus(© 2020 CURVED)

Technik: Das Redmi 9A ist für Geduldige

Bei einem so günstigen Smartphone hätte niemand mit einer hohen Leistung gerechnet. Und genau so ist es auch: Egal ob ihr auf Webseiten surft, eine App öffnet oder euch durch die Einstellungen bewegt: Ihr müsst hier zum Teil ein bis zwei Sekunden Wartezeit mitbringen – mindestens. Hier machen sich der langsame Chipsatz und die 2 GB Arbeitsspeicher bemerkbar. Ruckler im Browser bleiben dennoch aus: Ist ein Programm erst einmal geöffnet beziehungsweise geladen, könnt ihr es problemlos nutzen.

Selbst Games laufen nahezu flüssig ohne Ruckler, benötigen aber viel Zeit zum Laden. Ausprobiert haben wir "Asphalt 8" und "Call of Duty: Mobile". "Asphalt 9" konnten wir hingegen nicht einmal herunterladen, da das Xiaomi Redmi 9A offenbar nicht kompatibel ist. Wer aber lieber so wie ich weniger aufwendigere Mobile Games wie "Fire Emblem: Heroes" spielt, hat hier keine Performance-Probleme.

Der Streifen auf der linken Seite wertet die Rückseite optisch auf(© 2020 CURVED)

Viele Titel solltet ihr aber nicht installieren: Lediglich 32 GB Speicherplatz sind vorhanden, die sich schnell füllen. Auf unserem Testgerät kamen wir mit einer Handvoll Apps und drei Games bereits auf 21,8 GB belegten Speicher. Immerhin: Wer mehr Speicher braucht, kann eine microSD-Karte in das Xiaomi Redmi 9A einlegen.

An Leistung fehlt es übrigens auch dem WLAN-Modul: Downloads benötigen zum Teil viel Zeit. Die knapp 2 GB für "Fire Emblem: Heroes" konnte ich in knapp 20 Minuten herunterladen. Zum Vergleich: Das deutlich (deutlich!) teurere Galaxy Note 20 Ultra hat über das gleiche WLAN-Netz nur fünf Minuten benötigt. In der Praxis dürfte das aber kaum stören: YouTube-Videos starten flüssig und ohne Hänger in HD-Qualität. Selbst beim Surfen bemerkte ich die fehlende Geschwindigkeit nicht. Das Ganze zeigt sich erst beim Herunterladen großer Datenmengen – und wie häufig macht man so etwas schon?

Noch ein Punkt für alle orientierungslosen Leser: Es fehlt dem Redmi 9A an einem Gyroskop. Zum Beispiel bei Google Maps kann euch das Handy daher nicht anzeigen, in welche Himmelsrichtung ihr gerade blickt.

Kamera im Test: Nichts für Hobby-Fotografen

Das Einsteiger-Smartphone ist auf das Wesentliche reduziert. Und das zeigt auch die Kamera, die eher Beiwerk statt Highlight ist. Lediglich eine Weitwinkel-Linse befindet sich auf der Rückseite. Und viele Details kann diese leider nicht festhalten. Fotos wirken schnell verwaschen, weshalb das Xiaomi Redmi 9A für Schnappschüsse bei Tag zwar geeignet ist. Aber wenn ihr euch diese auf dem großen Bildschirm anschauen oder sogar ausdrucken wollt, solltet ihr zu einem anderen Handy greifen.

Viele Kamera-Optionen gibt es leider auch nicht(© 2020 CURVED)

Ist es dunkler, verringert sich auch die Qualität eurer Bilder deutlich und die Aufnahmen wirken schnell pixelig. Gleiches gilt auch für die Frontkamera: Ohne Licht bleibt von euch auf Selfies nicht mehr viel übrig.

Wer ab und an mal ein Foto macht, um einen besonderen Moment festzuhalten, dürfte damit klarkommen. Wer hingegen oft mit dem Smartphone knipst, wird hier nicht glücklich werden. Da bieten die etwas höherpreisigen Xiaomi-Geräte deutlich mehr Qualität.

Fingerabdrucksensor, Akku und Co.: Was sonst noch zu erwähnen ist

Es gibt noch ein paar weitere Punkte, die ich in diesem Test erwähnen sollte. So fehlt es dem Xiaomi Redmi 9A etwa an einem Fingerabdrucksensor. Zum Entsperren müsst ihr daher auf die altbewährten Android-Methoden (beispielsweise Code- oder Muster-Eingabe) setzen oder die Gesichtserkennung verwenden. Letztere Methode klappt aber nicht in der Dunkelheit und gilt als eher unsicher.

Wer gerne Musik hört, wird sich unterdessen über den vorhandenen Kopfhöreranschluss freuen. Etwas weniger Spaß macht der interne Lautsprecher: Schaut ihr ein YouTube-Video, sind die Stimmen zwar deutlich hörbar und ihr versteht alles.

Aber für Musik ist der interne Speaker wirklich nicht geeignet. Ich habe das Ganze etwa mit dem klanglich sehr dichten und neuen Song "Obey" von "Bring Me The Horizon" getestet. Mehr als den Gesang konnte ich nicht wahrnehmen. Die Instrumente vereinten sich zu einem derartigen Brei, dass sämtliche Elemente des Titels untergingen und schon fast wie ein Störgeräusch klangen. Schade, aber damit habe ich schon gerechnet.

Positiv zu erwähnen ist aber die Akkulaufzeit: Das Handy hält in der Regel 1,5 Tage oder sogar noch länger mit einer Ladung durch. Im Standby verliert es zudem kaum Energie. Hier könnten sich auch einige Flaggschiffe etwas abgucken.

Fazit zum Test des Xiaomi Redmi 9A: Ihr bekommt, wofür ihr zahlt

Aktuell bekommt ihr das Xiaomi Redmi 9A in Deutschland (je nach Händler) für 100 bis 120 Euro. Wer wirklich nur hin und wieder im Web surft und gelegentlich WhatsApp oder Google Maps (dann aber wie erwähnt ohne Blickrichtungs-Anzeige) nutzt, bekommt mit dem Handy alles, was er braucht. Kurz gesagt: Ein sehr günstiges Smartphone, das die wichtigsten Grundfunktionen bietet und euch ins mobile Netz bringt.

Das Xiaomi Redmi 9A lohnt sich – wenn ihr wenig Ansprüche habt(© 2020 CURVED)

Falls ihr doch etwas mehr mit eurem Smartphone anstellen wollt, solltet ihr auch etwas mehr Geld in die Hand nehmen. Dann steht euch etwa (um bei Xiaomi zu bleiben) das Redmi Note 8T zur Auswahl. Für ein paar Euro extra gibt es dann sogar schon das schnelle Redmi Note 9 Pro mit 64-MP-Kamera. Und wenn ihr hier schon überlegt, könnte sich auch ein Blick auf das Xiaomi Mi Note 10 Lite lohnen. Gerade wenn ihr euch das Handy mit Vertrag zulegen wollt, trennen die Modelle nur wenige Euros voneinander.


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