Vier Dinge, die sich nach der Apple-Keynote grundlegend verändern werden

Apple gehört ungern zu den Ersten, die neue Technologie einsetzen. Man überlässt der Konkurrenz gerne die Kinderkrankheiten, um es dann richtig zu machen. Und mindestens genauso wichtig: um eine Technologie massentauglich umzusetzen. So geschehen bei den Smartphones, den Tablets, den Smartwatches. Stimmen die Gerüchte, werden die folgenden vier Dinge nach der Keynote am kommenden Dienstag nie wieder so sein wie zuvor – zumindest in der Smartphone-Welt.

Smartphone-Displays: Randlos ist Pflicht

Wie bitte?! Smartphone-Kenner werden jetzt auf die Barrikaden gehen: Xiaomi hat schon mit dem Mi Mix vor Äonen gezeigt was "bezel less design" bedeuten kann. Samsung hat mit dem Galaxy S8 nachgelegt. Doch ob wir es wahrhaben wollen oder nicht: Die breite Masse wird wohl erst mit dem neuen iPhone mit randloses Displays in Kontakt kommen. Vom LG V30, das durchaus zu überzeugen weiß, werden viele noch nichts gehört haben. Denn eines ist klar: Wenn Apple sich für einen Wechsel, welcher Art auch immer, entscheidet, dann betrifft dieser Wechsel Abermillionen Nutzer. Oder mit anderen Worten: Es wird zum neuen Standard. Die jüngere Geschichte zeigt, dass Apple diese Wechsel gerne radikal vollzieht. So geschehen beim Wegfall des Klinkensteckers oder dem Switch auf USB Typ-C beim Macbook Pro.

Wenn also Apple im neuen iPhone 8 bzw. iPhone X das randlose Displays einführt, zieht der Konzern branchenintern mit Samsung oder LG gleich. Aus Nutzersicht bedeutet das: Smartphones mit vergleichbarem Formfaktor ziehen umso mehr Kaufinteresse auf sich und könnte auch für LG oder Samsung von Vorteil sein. Das wiederum bedeutet aber auch: Smartphones mit Rändern werden es umso schwerer haben. Siehe Sony mit seinem XZ1, aber auch das OnePlus 5 oder die neuen Nokia-Devices. Künftig könnten Highend-Smartphones, die weiterhin über dicke Ränder verfügen, als altbacken gelten.

Augmented Reality holt Apps in die Realität

Hier kann ich aus eigener Erfahrung sprechen: Apple ist in Sachen Augmented Reality der Konkurrenz weit voraus. ARKit, ein elementarer Bestandteil von iOS 11, ermöglicht Spielereien und das Abbilden von Informationen der echten Welt. Wie das aussieht, davon bekommt Ihr hoffentlich nach diesem Video ein besseres Verständnis.

Auch wenn Google etwas überraschend ARCore als Konkurrenz gelauncht hat: Gegenüber CURVED erklärten Unternehmen wie IKEA, dass Apple es bislang als einzige Company erreicht hätte, Augmented Reality "grundsolide" zu realisieren. Nichts ruckelt, Objekte wandern nicht ungewollt durch den Raum, iPhone und iPad laufen nicht heiß. Fraglos ist auch das Thema AR an sich nicht neu. Doch waren die meisten Innovationen in diesem Bereich bislang Spielereien. Mit ARKit steht Entwicklern, die für iPhone und iPad programmieren wollen, ein mächtiger Werkzeugkasten zur Verfügung. Die Community scheint extrem heiß darauf zu sein, für AR zu entwickeln. Das wiederum könnte Apps im Allgemeinen wieder Auftrieb verleihen. Fest steht: ARKit wird die Art und Weise, wie wir Software auf Smartphones und Tablets nutzen, grundlegend verändern.

Mobile Sicherheit: Fingerabdruck war gestern

Samsung experimentierte vor Jahren mit Fingerprintscannern, bei denen man noch den Finger über ein kleines Feld ziehen musste. Dann führte Apple Touch ID im Homebutton des iPhone 5s ein. Und legte damit den Grundstein für einen neuen Industriestandard. Jedes Highend-Smartphone und viele Mittelklasse-Modelle setzen seitdem auf Fingerprintsensoren. Nun sieht es so aus, als ob der Homebutton ausgedient hat. An seine Stelle soll eine Gesichtserkennung treten, die allem Anschein auch im Dunkeln funktionieren könnte. Denn im Gegensatz zu bestehenden Systemen würde der Nutzer auch per Infrarotaufnahme identifiziert. Bislang war es Hackern mit geringem Aufwand immer wieder gelungen, Gesichtserkennung auf Smartphones auszutricksen. Beim von uns getesteten LG Q6 genügte sogar ein Facebook-Profilbild des Besitzers auf einem Smartphone-Display, das man einfach vor die Frontkamera hielt. Es ist nur schwer vorstellbar, dass Apple eine neue Technologie lediglich als Gimmick einführt, sondern vielmehr zu einem elementaren Bestandteil seines Sicherheitskonzeptes macht.

Preise für Highend-Smartphones

Obwohl der Smartphone-Markt gesättigt scheint, beobachten wir seit Jahren einen Anstieg der Preise im Highend-Segment. Jüngstes Beispiel: 899 Euro ruft LG für sein V30 auf. 749 Euro waren es Anfang des Jahres noch für das LG G6. 999 Euro ruft Samsung für sein Note 8 auf. Selbst OnePlus bepreist seine Smartphones immer höher. Und auch wenn das neue Xperia XZ1 mit 699 Euro vergleichsweise günstig erscheint: Vergessen wir nicht das XZ Premium für 749 Euro. Das iPhone 8 bzw. iPhone X soll bei knapp unter 1000 Euro starten und je nach Speichergröße jenseits der 1100 Euro ansiedeln. Um einen vierstelligen Betrag in ein iPhone zu investieren, bedurfte es beim iPhone 7 Plus noch den Griff zum 128-GB-Modell. Kratzt Apple an dieser psychologischen Marke künftig auch mit der kleinen Speicherausführung, dürften die Mitbewerber mit ihren Devices spätestens im kommenden Jahr erneut die Preise anheben.

Wirklich Gewissheit haben wir erst am 12. September. Dann stellt Apple auf der Keynote im Steve Jobs Theater in Cupertino seine Neuheiten vor. CURVED ist live vor Ort. Ab 19 Uhr halten wir Euch mit unserem Liveticker, News und ersten Hands-ons auf dem Laufenden.

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