Bikesharing: Weltweit Fahrräder leihen – oder euer eigenes vermieten

Fahrrad gefällig? Egal ob im Urlaub oder für Radtouren mit Freunden: Wir stellen euch private Bikesharing-Dienste vor.
Fahrrad gefällig? Egal ob im Urlaub oder für Radtouren mit Freunden: Wir stellen euch private Bikesharing-Dienste vor.(© 2018 upperbike)

Besuch steht an und ihr wollt eine Fahrradtour machen? Oder ihr habt keinen Führerschein und braucht ein Lastenbike? Dann sind die neuen Plattformen und Apps für das Bikesharing eine tolle Alternative zu Leihstationen. 

"Sharing is caring" heißt es so schön und Teilen ist in unserer Welt, in der es alles gibt, gerade deswegen wieder total angesagt  – egal ob aus Gemeinnützigkeit, gegen die Verschwendung von Ressourcen oder auch, um laufende Kosten zu teilen. Nach Foodsharing, Airbnb, Carsharing und diversen Plattformen, über die man Werkzeug, Alltagsgegenstände, nützliche Dienste oder seine Freizeit mit Fremden teilen kann, ist Bikesharing nur die logische Konsequenz – und längst überfällig. Immerhin sind die Bikes von Privatanbietern meistens sportlicher, besser in Schuss und günstiger wie flexibler zu haben, als die sperrigen Stadträder oder Bikes kommerzieller Anbieter. Auf Anbieterseite kann man sich natürlich auch etwas dazu verdienen, wenn das eigene Rad ohnehin mehr rumsteht als genutzt wird.

Vier praktische Plattformen mit Apps für das Bike-Sharing

Egal ob das Fahrrad gestohlen wurde, man keinen sicheren Stellplatz oder kein Geld für ein eigenes Rad hat oder einfach zu faul ist, sich eines zuzulegen und es regelmäßig zu nutzen: Es gibt Situationen, da braucht man eben doch mal kurz ein Bike. Auf der anderen Seite gibt es Leute, die gleich einen ganzen Zweirad-Fuhrpark im Keller stehen haben oder ihr teures Rad selbst kaum noch ausführen. Damit beide Zielgruppen zusammen finden, gibt es ein paar relativ neue Plattformen, nämlich:

  • Donkey Bike: Bei dieser Plattform handelt es sich zwar um eine kommerzielle Plattform, aber sie ist in vielen Großstädten in Deutschland, Skandinavien, Großbritannien, den Niederlanden und in Spanien aktiv und bietet euch die Möglichkeit, über die App nach freien Rädern in der Nähe zu suchen. Ganz ohne Leihstationen, eine Internetverbindung, Bargeld, Personalausweis oder Pfand können Nutzer bis zu fünf Fahrräder über Bluetooth via App freischalten – und so selbst mit Besuchern Radtouren unternehmen. Die Preise variieren je nach Land. In Deutschland kostet ein Rad im Schnitt zehn Euro pro Tag. Wer regelmäßig radelt, kann sich als Mitglied registrieren und erhält dann Rabatt. Donkey Bike hat bereits eine kostenlose App für Android und iOS. Der Vorteil hier ist, dass die Räder zentral verfügbar sind und überall wieder abgegeben werden können – so müsst ihr es nicht erst bei Privatleuten zuhause abholen und zurückbringen.
  • SpinLister: Hier findet vor allem sportliche Radler gute Rennräder oder Mountainbikes von Privatanbietern oder Fahrradläden für Städtetrips im Ausland. Auch, wer mal ein Pedelec ausprobieren möchte, kann sein Glück hier versuchen. Oder darf es vielleicht ein Surf- und Snowboard sein? SpinLister ist auf Englisch und bietet neben einer Karte Filteroptionen nach Radtyp, Leihdatum, Größe, Preis und mehr: Etwa könnt ihr die Suche beschränken auf Anbieter, die euch das Rad bringen oder direkte mehrere verleihen. Leider ist das Angebot hierzulande noch recht überschaubar, doch in Amsterdam, Kopenhagen oder Barcelona dagegen habt ihr deutlich mehr Auswahl. Ihr könnt aber auch einfach euer eigenes Rad anbieten und euch ein paar Kröten dazu verdienen. SpinLister ist als App für iOS und Android verfügbar.
  • List’n’Ride: Vom einfachen Drahtesel bis hin zum Edel-Rennrad oder Lastenrädern und Kinderanhängern ist alles vertreten. Die Seite ist spartanisch, ist aber mit einer einfachen Filterfunktion nach Stadt plus Karte, Radtyp, Marke, Preis und Leihdauer ausgestattet. Eine App gibt es bisher nicht. Selbst einfache Rennräder sind aber erst ab 15 Euro pro Tag zu haben, wer ein Profirad leihen möchte, muss sogar bis zu 50 Euro pro Tag hinlegen – hat aber dafür eine gute Möglichkeit, ein Markenrad ausgiebig zu testen, bevor man es sich vielleicht selbst kauft.Oder ihr bietet euer Bike an – eure Verdienstsmöglichkeiten könnt ihr über die Vermieter-Seite ausrechen.
  • Upperbike: In dieser Community findet man vor allem günstige Bikes für den Alltag – egal ob Damen-, Herren-, Kinderrad oder Lastenbike für Einkäufe. Das Portal verzichtet auf eine App, ist aber einfach zu handhaben, ebenfalls Dank praktischer Filterfunktionen und einer übersichtlicher Karte. Außerdem können Privatanbieter wie Shops ihre Räder über Upperbike verleihen.
Eh euer Rad nur Deko ist: Verleiht es doch gegen etwas Taschengeld.(© 2018 Waldemar Salesski)

Zweiräder leihen – von Hollandrad über Rennrad bis hin zu E-Bike, Lastenrad oder Tandem

Alle der vorgestellten Plattformen funktionieren nach demselben einfachen Prinzip: Falls ihr euer Rad vermieten wollt, fotografiert es, ladet die Bilder zusammen mit einigen Informationen zu Größe und Zustand hoch und legt die Leihgebühr pro Tag, Wochenende oder Woche fest. Ihr entscheidet bei jeder Anfrage selbst, ob ihr euer Rad verleiht und macht gegebenenfalls einen Übergabetermin aus. Die Bewertungssysteme helfen euch dabei, die User einzuschätzen. Zudem muss sich jeder verifizieren. Die Mitgliedschaft in den Sharing-Communities ist kostenlos, ihr zahlt bloß eine Leihprovision. Wer sich fragt, wer im Schadensfall haftet – etwa, wenn euer geliebter Drahtesel in einen Unfall gerät oder gestohlen wird: Je nach Plattform werden solche Fälle entweder über die Betreiber aufgefangen oder über die Kaution für das Leihrad abgewickelt. Die meisten Anbieter behalten zwischen 15 und 20 Prozent der Leiheinnahmen als Provision, um ihre Plattform zu finanzieren.

Auf der Nehmerseite muss man sich verifizieren und kann sich dann ein passendes Rad in seiner Nähe suchen und reservieren. Je nach Anbieter wird die Bezahlung in bar über Paypal, die Kreditkarte oder per Überweisung abgewickelt. Einfache Stadt- oder Hollandräder gibt es ab vier Euro pro Stunde beziehungsweise zehn Euro pro Tag und 40 Euro pro Woche. Wer mal ein E-Bike oder ein gutes Rennrad ausprobieren möchte, muss schon deutlich mehr berappen. Keinen Führerschein aber einen Großeinkauf für die WG-Party oder andere Transporte vor der Brust? Kein Problem: Auch Lastenfahrräder sind ab 25 Euro pro Tag zu bekommen.

Vorteile des privaten Bike-Sharings gegenüber Leihstationen

Im Unterschied zu Stadtfahrrädern, die man vielerorts minuten- oder stundenweise für ganz kleines Geld an verschiednen Stationen flexibel und spontan per App ausleihen kann, lohnen sich die genannten Plattformen vor allem, wenn man für einen ganzen Tag oder sogar für mehrere Tage ein Fahrrad leihen möchte. Oder wenn man Tourist ist und eine Stadt auf zwei Rädern entdecken möchte – so bekommt man vielleicht noch ein paar Tipps vom privaten Fahrradbesitzer gratis oben drauf. Womöglich bekommt ihr auch selbst Besuch  und möchtet mit mehreren eine Radtour unternehmen – manchmal sind auch Tandems oder Rikschas über die hier genannten Plattformen zu bekommen.

Vielleicht sind euch die City-Bikes auch zu schwer oder unsportlich oder ihr habt keinen Führerschein und schwere Besorgungen zu transportieren. Oder ihr denkt darüber nach, euch ein teures Liegebike, Rennrad oder E-Bike zu kaufen und wollt euer favorisiertes Modell mal in Ruhe testen. Alternativ könnt ihr euer eigenes Fahrrad natürlich vermieten und ohne Zeit- oder Abreitsaufwand ein kleines Taschengeld dazu verdienen. Ihr seht: Es gibt viele Situationen, wo private Bike-Leihdienste eine große Hilfe sind. Falls ihr nicht alleine losradeln wollt, sucht euch über die Rad-Community-App "Cyclique" doch direkt Mitfahrer. Wer nicht weiß, wo es lang geht, findet hier auch passende und günstige Lenkerhalterungen für die Smartphone-Navigation.


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