Joggen mit Hund? Das solltet ihr wissen!

Hunde sind nicht nur treue Begleiter, sondern auch tolle Jogging-Partner – wenn ihr ein paar Dinge beachtet.
Hunde sind nicht nur treue Begleiter, sondern auch tolle Jogging-Partner – wenn ihr ein paar Dinge beachtet.(© 2018 Shutterstock / Syda Productions)

Mit einem Hund habt ihr nicht nur einen treuen Begleiter, sondern auch einen ausdauernden Joggingpartner an eurer Seite – und selbst bei Unlust oder Regen  keine Ausreden mehr. Wer mit seinem Hund durchstarten möchte, über einen eigenen Vierbeiner nachdenkt oder auch nur einen sittet, findet hier das richtige Jogging-Regelwerk für das sechsbeinige Gespann.

Einfach raus und mit dem Hündchen m die Wette rennen? Kann man so machen, aber im schlimmsten Fall streikt euer Wuffi beim nächsten Lauf wegen Muskelkater. Oder verbrannten Pfoten. Manche Hunderassen haben eine unbändige Ausdauer, andere eignen sich besser für Sprintintervalle, während wieder andere euch sogar zu Bestzeiten ziehen können: Schonmal was von Canicross gehört? Alles, was ihr über Laufsport mit Hunden wissen solltet, lest ihr hier.

5 Grundregeln für das Joggen mit Hund

1. Schützt den Vierbeiner vor Überhitzung

Was jeder Hundefreund weiß: Hunde regulieren ihre Körpertemperatur über die Zunge und haben, anders als wir, keine Schweißdrüsen. Das bedeutet, so athletisch der Vierbeiner auch ist, die Wärme beim Rennen macht ihm gerade jetzt im Sommer unter seinem dicken Fell deutlich zu schaffen. Auf längeren Strecken sollten regelmäßig Stopps an einer Wasserstelle eingeplant werden und sobald das Tier extrem hechelt, seine Zunge sich verfärbt und er sich öfter hinlegt, muss der Lauf abgebrochen werden. In der sengenden Mittagssonne sollte niemand seinem Hund eine Joggingtour zumuten.

2. Geländewege sind heißem Asphalt vorzuziehen

Nicht vergessen: Der Vierbeiner hat keine Hightech-Laufschuhe mit Dämpfung, daher solltet ihr Rücksicht nehmen und lieber durchs Gelände beziehungsweise auf weichem Wald- oder Feldboden laufen. Asphaltierte Straßen können im Sommer auch ganz schön heiß für zarte Hundepfoten werden. Prüft diese am besten nach jedem Lauf auf Kieselsteine und kleine Verletzungen.

3. Mensch wie Tier sollen nicht mit vollem Magen laufen

Wie für den Mensch gilt auch für das Tier: Die letzte größere Mahlzeit vor dem Lauf sollte mindestens zwei Stunden zurück liegen. Und auch während der Trainingseinheit solltet ihr eurem Hund keine Leckerlis geben, da sonst lebensgefährliche Magenverdrehungen drohen können. Im Anschluss an das Training ist eine Belohnung aber auf jeden Fall drin und auch eine gute Idee. Wer den Hund unterwegs motivieren möchte, kann die Leckerlis mitnehmen und in der Tasche lassen – Bello riecht sie ja.

4. Leine oder nicht: Das ist eine Frage des jeweiligen Bundeslandes

Generell gibt es in Deutschland keine einheitlichen Regelungen für das Anleinen von Hunden. Daher muss hier jeder Hundehalter selbst prüfen, ob oder wo es einen Leinenzwang gibt. Dies gilt vor allem auch für Waldgebiete während der Jagdsaison. Wer gegen die Leinenpflicht verstößt, kann theoretisch zu Bußgeldern bis 50.000 Euro (!) verdonnert werden. Nehmt das Thema auf jeden Fall ernst und informiert euch. In vielen Städten gibt es auch ausgewiesene Hundestrände, Freilauf-Flächen oder die Möglichkeit, für gut erzogene Hunde mit einer Prüfung die Leinenbefreiung zu erwirken.
Andernfalls hilft ein Hundegeschirr, eine Leine mit Ruckdämpfer sowie ein Bauchgurt für den Läufer. So bleiben eure Arme beweglich für einen dynamischen Laufstil und auch der Vierbeiner läuft sauberer mit einem Geschirr: Dadurch beugen beide Rückenbeschwerden vor. Eine lange Leine erlaubt dem Hund zudem, sein Tempo zu variieren. Spät abends und in der dunklen Jahreszeit sind Reflektoren am Hundegeschirr sowie an der Leine zu empfehlen.

5. Die Bedürfnisse des Hundes haben Vorrang vor den eigenen Laufzielen

Hunde sollen sich draußen nicht nur erleichtern und austoben können, sondern auch geistig gefordert werden: Schnüffeln, Fährten lesen, andere Hunde begrüßen und spielen gehören dazu. Dann ist das Tier auch ausgeglichen und gehorcht besser. Wer stur seine eigenen sportlichen Ziele verfolgt, riskiert, dass sich der Vierbeiner seine Freiräume auf eigene Faust schafft. Dementsprechend sollten ambitionierte Läufer Pausen einplanen und das Lauftraining eher als Fahrtenspiel für Intervalltraining sehen, anstatt die Pace hochzuschrauben. Das bedeutet, man setzt dem Hund und sich spontane Sprintintervalle, wenn es gerade passt. Wer einen Jagdhund hat, sollte sich damit abfinden, dass Wald- oder Crossläufe sich eher schwierig gestalten und nicht versuchen, seinen Hund "umzupolen".

6. Auch Hunde brauchen Training – und können Muskelkater bekommen

Hunde toben zwar von Natur aus gerne, allerdings ist ein Dauerlauf mit Herrchen an der Leine nochmal eine ganz andere Herausforderung. Erwartet nicht zu viel von eurem Wuffi, sondern testet erstmal kurze Fahrtenspiele an, lauft langsam los, steigert die Strecke Woche um Woche langsam. Wusstet ihr, dass auch Hunde Muskelkater haben können? Das merkt man, wenn der Hund an den Folgetagen nach dem Lauf nicht mehr so beherzt aufspringt und sich etwas behäbig beziehungsweise unrund bewegt. Hier ist eine kleine Trainingspause angesagt, schließlich wollt ihr doch nicht, dass euer treuester Laufbegleiter das Joggen mit euch als Graus abspeichert und künftig streikt, oder? Wer öfter als zwei- bis dreimal die Woche mit seinem Vierbeiner trainiert, sollte übrigens nicht nur die eigene Kohlenhydrat- und Eiweißzufuhr für die Muskeln anpassen, sondern auch das Hundefutter umstellen – oder sogar etwas mehr füttern.

Die passenden Hunderassen für jeden Jogger

Bewegung im Freien braucht jeder Hund – aber nicht jede Rasse eignet sich gleich als Joggingpartner. Einige haben dafür einfach zu kurze Beine, zu viel Jagdinstinkt oder auch zu viel Fell – so dass sie schnell überhitzen. Wer sportlich ist und darüber nachdenkt, sich einen Vierbeiner zuzulegen, findet hier ein paar Tipps:

  • Schnelle Läufer haben am meisten Laufspass mit schlanken, aber muskulösen Hunderassen wie Windhund (Vorsicht, hier könnte allerdings der ausgeprägte Jagdinstinkt zum Problem werden), Labrador, Golden Retriever, Hovawart oder Border Collie (ein anspruchsvoller und kluger Hund, der viel Erfahrung und Zeit braucht).
  • Wer gerne länger unterwegs ist, setzt auf Hunde mit starken Hinterbeinen für lange Ausdauerläufe. Das sind vor allem Rassen wie Schäferhund, Dalmatiner, Rhodesian Ridgeback und Husky – den sollte man aufgrund seiner sibirischen Herkunft aber nicht der Hitze aussetzen.  Auch der kleine Jack Russell Terrier hat eine unbändige Ausdauer.
  • Große Hunde, wie Golden Retriever, Labradore und Doggen, neigen zu Hüftproblemen und sollten daraufhin untersucht, oder zumindest genau beobachtet werden: Läuft der Hund rund oder humpelt er? Viele bekommen mit spätestens fünf Jahren Gelenkprobleme und sollten dann weder joggen, noch Treppen steigen.
  • Nicht für das Joggen gebaut sind Mops, Boxer und die Bulldogge: Schuld ist die eingeschränkte Atmung durch die anatomisch geknautschte Nase. Der Dackel hat unterwegs ganz schön mit seinen kurzen Beinchen zu kämpfen, während schwere Riesen wie Bernhardiner zu wuchtig für intensive Joggingtouren sind.
  • Welpen und Hundegreise jeder Rasse sollten nicht mehr mitrennen: Bei Welpen sind Knochen und Gelenke noch im Wachstum und könnten Schaden nehmen und bei älteren Hunden sind diese nicht mehr stark genug für sportliche Höchstleistungen. Im Zweifel gibt ein Checkup beim Tierarzt Antwort, ob der Fiffi noch mit auf große Lauftour darf.

Beim Canicross bündeln Tier und Mensch ihre Kräfte zu Höchstleistungen

Es gibt sogar eine eigene Sportart für das Laufen mit Hund: Beim Canicross lässt sich der Läufer vom Hund zu Bestzeiten durchs Gelände ziehen. Mensch und Tier bilden eine Einheit und bündeln ihre Kräfte, wobei sie ein spezielles Hundegeschirr mit Laufleine verbindet. Hierzulande ist die Sportart aus Norwegen noch nicht besonders populär, bei unseren Nachbarn in Belgien oder den Niederlanden finden aber im Sommer nahezu jedes Wochenende Canicross-Läufe statt.

Fazit: Beim Joggen solltet ihr auf euren Hund hören – nicht umgekehrt

Jeder Vierbeiner tickt anders und deswegen solltet ihr euch langsam an das Joggen mit Hund herantasten, ihn dabei genau beobachten und nicht vergessen, dass es in erster Linie ums Gassi gehen und damit die Bedürfnisse eures Hundes geht – und nicht eure Trainingsziele. Wer seine Pace verbessern will, läuft lieber nochmal ohne Bello und Co. los – und liest eventuell vorher die Lauftipps, die wir im Interview von einer Läuferin und Ärztin bekommen haben. Falls das sechsbeinige Gespann mal den Weg zum nächsten Hundestrand sucht oder ihr das Pfeifen einer App überlassen wollt, weil die Puste eventuell flöten gegangen ist, oder gar eine kleine Hundeschule to go oder einen Tierarzt für eventuelle Laufblessuren braucht – und vieles mehr – dann bleibt dran, im nächsten Ratgeber stellen wir euch die besten Hunde-Apps vor.

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