Samsung Galaxy S8: Alle Gerüchte, Specs und wichtigen Daten im Überblick

Nach dem Galaxy S7 – und dem Galaxy Note 7 – kommt das Galaxy S8. Noch ist Samsung nächstes Top-Smartphone nicht offiziell vorgestellt. Doch bereits lange vor der Vorstellung kursieren viele Gerüchte um das nächste Flaggschiff der Koreaner. Ein Überblick.

Das Galaxy Note 7 endete nach anfänglichen Lob in einem Desaster. Die Akkus machten das Phablet brandgefährlich – im wahrsten Sinne des Wortes. Mit dem Galaxy S8 muss Samsung jetzt seinen beschädigten Ruf reparieren und ein technisch einwandfreies Gerät ausliefern, das darüber hinaus auch noch schön sein und voller aktueller Technik stecken soll. Denn trotz aller Appelle des Samsung-Managements gibt es viele Leaks – von denen einer fast alle Details zu enthalten scheint.

Wann kommt das Galaxy S8?

Lange hielten auch wir es für sehr wahrscheinlich, dass Samsung das Galaxy S8 auf dem Mobile World Congress Ende Februar in Barcelona vorstellt. Doch das ist nicht der Fall. Samsungs Mobile-Chef Koh Dong-jin (beziehungsweise DJ Koh) hat offiziell verkündet, dass der Konzern das nächste Flaggschiff nicht auf dem MWC präsentiert. Damit rückt der 29. März als Termin für eine Keynote in New York wieder in den Fokus. Der Verkaufsstart könnte dann auf den 18. oder 21. April fallen.

Wie sieht das Galaxy S8 aus?

Beim Design deuten alle bisherigen Leaks darauf hin, dass Samsung seiner Designsprache der vergangenen zwei Jahre treu bleibt und trotzdem radikale Veränderungen gegenüber dem S6 und S7 durchführt. Der Bildschirm soll noch mehr Fläche auf der Vorderseite einnehmen. Von 83 bis 90 Prozent ist die Rede. Da bliebe kein Platz mehr für den Homebutton. Bei den gebogenen Displaykanten könnte auch an den Seiten der Platz für Tasten knapp werden.

Beim Fingerabdrucksensor ist die Technik so weit, dass man die Sensoren nicht direkt berühren muss und Samsung es geschafft haben könnte, ihn unter dem Display oder auf der Rückseite zu verbauen. Die neuesten Fotos zeigen allerdings einen Fingerabdrucksensor, dessen Position auf der Rückseite neben der Kamera nicht ideal erscheint.

Für die Rückseite kommen eigentlich nur zwei Materialien in Frage: Metall ode Glas. Unabhängig vom Material wäre es ein Rückschritt, wenn das Galaxy S8 nicht wasserdicht wäre – aber danach sieht es zum Glück nicht aus. Im Netz gibt es bereits viele Konzepte, die unter anderem versuchen das Galaxy S8 realistisch nach den bisherigen Leaks abzubilden, es mit randlosen Display zeigen oder in einer sehr edlen Variante:

Aber vielleicht ist es gar nicht schlimm, dass der Fingerabdrucksensor beim Samsung Galaxy S8 an einer merkwürdigen Stelle sitzt. Für das Note 7 hat Samsung einen sehr gut funktionierenden Iris-Scanner entwickelt. Warum sollte der nicht auch beim S8 seinen Besitzer identifizieren?

Wie groß wird das Display?

Letzter Stand: Das Galaxy S8 wird größer – angeblich um enttäuschten Käufern des Note 7 entgegenzukommen. Es soll aber bei zwei unterschiedlichen Displaygrößen bleiben. Beide wären mit 5,7 und 6,2 Zoll größer als beim Galaxy S7 und Galaxy S7 Edge, die auf 5,1 und 5,7 Zoll kommen. Dafür sollen beide Versionen des S8 über ein Edge-Display mit abgerundeten Kanten verfügen. Der Namenszusatz "Edge" wäre damit hinfällig oder für beide Geräte gültig. Evan Blass geht in seinem umfangreichen Leak von 5,8 Zoll für das kleine Modell aus, bestätigt aber die anderen Angaben und ergänzt Super-AMOLED als Displaytechnologie und QHD als Auflösung. Das wären

und nicht die teilweise vermutete 4K-Auflösung, die vor allem für Virtual Reality im Zusammenspiel mit der Gear VR sinnvoll wäre.

Kein Widerspruch zu den zwei unterschiedlich großen Varianten ist das Gerücht, dass das Display die gesamte Vorderseite bedeckt und über einen virtuellen Homebutton verfügen könnte.

Darüber hinaus kursierte das Gerücht, dass Samsung im Galaxy S8 ein Display mit Force Touch verbauen könnte. Das Android-Gegenstück zu Apples 3D Touch steckt zum Beispiel schon im Huawei Mate S oder ZTE Axon Mini. Das Display würde dann erkennen, wie stark Ihr drückt und dementsprechend unterschiedliche Aktionen ausführen. Allerdings könnte es sein, dass Samsung Force Touch nur "teilweise" benutzt und erst 2018 vollständig auf das Galaxy S9 bringt. Bis dahin könnte die Display-Technologie des Galaxy Note 7 das Galaxy S8 dünner machen.

Welche Hardware steckt im Galaxy S8?

Beim Galaxy S7 setzte Samsung mit dem Exynos 8890 und dem Snapdragon 820 auf zwei verschiedene Prozessoren und versorgte so unterschiedliche Märkte mit leicht unterschiedlichen Hardware-Konfigurationen. In Deutschland waren das S7 und das S7 Edge mit dem hauseigenen Exynos-Prozessor erhältlich. Samsung ist zwar bisher mit seinen eigenen Chipsätzen erfolgreich gefahren, fertigt jetzt aber auch Chipsätze für Qualcomm und wird auch den Snapdragon 835 herstellen. Zwar stünde wohl auch der Exynos 8895 zwei Versionen bereit, aber es sieht alles danach aus als verbaue Samsung nur den Snapdragon 835 im S8. Auf den hat der koreanische Konzern wohl zudem einen exklusiven Zugriff und alle anderen Hersteller müssen auf ihn warten. Die könnten damit erst mit einigen Monaten Verzögerung wirklich konkurrenzfähige Flaggschiffe bauen.

Samsung erhielt viel Lob dafür, dass sich der Speicher des Galaxy S7 anders als beim Galaxy S6 erweitern ließ. Deswegen wäre es sehr verwunderlich, sollte dies beim Galaxy S8 nicht mehr der Fall sein. Der interne Speicher könnte aber trotzdem standardmäßig größer werden: Beim S7 waren es "nur" 32 Gigabyte, mit 64 Gigabyte stünde das S8 also gut da. Beim Arbeitsspeicher sind sechs Gigabyte derzeit das Minimum, um als Flaggschiff durchzugehen. Auch acht Gigabyte wären denkbar, aber so oder so muss Samsung dafür sorgen, dass die Software den Arbeitsspeicher ausnutzen kann. Einem Eintrag in einer Benchmark-Datenbank zufolge, verfügt das S8 allerdings nur über vier Gigabyte Arbeitsspeicher. Ein Speicherhersteller behauptet aber bereits, dass sein RAM-Modul mit acht Gigabyte im Galaxy S8 zum Einsatz käme – und 20 Prozent weniger Strom verbraucht als der Arbeitsspeicher im S7.

Nachdem das Galaxy Note 7 das erste Smartphone von Samsung mit USB-C-Anschluss war, gibt es beim neuen Flaggschiff keinen Weg mehr zurück. Spannender ist da schon die Frage, was mit dem Kopfhöreranschluss ist: Folgt Samsung Apple und verzichtet auf die Klinken-Buchse oder wird sie als Unterscheidungsmerkmal weiterhin verbaut? Erste Gerüchte gehen davon aus, dass Samsung ebenfalls auf den 3,5mm-Anschluss verzichtet. Es gibt allerdings auch Zubehörhersteller, deren Hüllen noch über eine Lücke für den Kopfhöreranschluss verfügen und auf den neuesten durchgesickerten Bildern ist deutlich die Buchse auf der Unterseite zu erkennen.

Nicht weniger spannend ist die Meldung, dass Ihr das S8 über USB-C direkt mit einem Monitor verbinden und wie bei Continuum von Microsoft das Smartphone als Mini-PC nutzt und am großen Bildschirm arbeitet – oder Filme schaut. Alternativ solle eine Docking-Station das S8 in einen kleinen Android-PC verwandeln.

Zur Laufzeit der Batterie des Galaxy S8 kursieren noch keine Gerüchte. Dafür aber schon über die Kapazität: 3000 mAh sollen es beim 5,8 Zoll kleinen Modell und 3500 mAh bei der 6,2 Zoll großen Variante sein. Die Akkus soll Samsungs eigene Batteriesparte SDI liefern. Die hat zwar die brandgefährlichen Akkus des Note 7 gebaut, aber der Fehler sei gefunden und behoben, so dass der Gesamtkonzern bei diesem wichtigen Produkt wieder auf die Kollegen vertraut.

Bleibt die Kamera so gut?

LG, Huawei und Apple sind längst nicht alle Hersteller, die ihre Smartphones mit Dual-Kameras ausstatten. Fakt ist: Zwei Kameralinsen auf der Rückseite liegen im Trend. Dem darf sich Samsung nicht einfach entziehen können. Spannend bleibt die Frage: Wozu nutzt Samsung die zweite Kamera? Da gehen die Hersteller bisher unterschiedliche Wege: LG ermöglicht den direkten Wechsel zwischen zwei Brennweiten, bei Huawei könnt Ihr nachträglich die Tiefenschärfe verändern und den Fokuspunkt neu setzen. Apple spendiert dem iPhone 7 Plus einen optischen Zoom sowie einen Portraitmodus mit unscharfen Hintergründen. Freut Euch aber nicht zu früh auf eine Dual-Kamera, denn die verbaut Samsung angeblich nur in der größeren Variante des S8, das angeblich Galaxy S8 Plus heißen soll. Dazu passen animierte Bilder, auf denen sich der Blitz und die Kamera an der gewohnten Stelle befinden. Eine Kamera mit einer Linse wohlgemerkt. Das wäre dann wohl die normale Variante des S8.

Schon beim Galaxy S7 hat Samsung gezeigt, dass es nicht immer mehr Pixel für bessere Bilder sein müssen. Mit zwölf Megapixeln war die Auflösung sogar geringer als beim Vorgänger Galaxy S6. Die Bildqualität trotzdem wieder besser und bis heute eine der besten, die man bei Smartphones findet. Das hohe Niveau sollte Samsung beim Galaxy S8 nicht nur halten, sondern auch wieder etwas anheben können – auch mit weiterhin zwölf Megapixeln. Dabei helfen könnte eine Frontkamera, die erstmals über einen Autofokus und über eine Auflösung von acht Megapixeln verfügen soll. Passend dazu hat Samsung sich die Bezeichnung "smart AF" schützen lassen.

Was ändert sich an der Software?

Als Betriebssystem kommt natürlich Android Nougat zum Einsatz, wobei mit der Grace UI eine Überarbeitung von Samsungs Touchwiz-Nutzeroberfläche ansteht, die man schon auf dem Note 7 sehen konnte und die auch auf das S7 und S7 Edge kommen soll. Neben den neuen Funktionen von Nougat und einem neuen Look mit Grace könnt Ihr Euch noch auf ein Gegenstück von Samsung zu Siri oder dem Google Assistant freuen. Die Arbeit an einer Künstlichen Intelligenz für sein nächstes Top-Gerät hat Samsung bereits bestätigtAls Name geistert Brixby durch das Internet. Zum genauen Funktionsumfang der KI gibt es aber noch keine Angaben. Aber es soll eine männliche und weibliche Variante geben, wobei unklar ist, ob sie sich auch funktional oder nur bei der Stimme unterscheiden.

Neben Bixby hat Samsung bereits Samsung Pay Mini bestätigt. Anders als Samsung Pay, dass an Ladenkassen zum Einsatz kommt, soll der neue Bezahldienst bei Online-Einkäufen eine Konkurrenz zu Paypal und Co sein. Für Samsung Pay mangelt es hierzulande noch an Geschäften in denen Ihr bezahlen könntet. Das schließt die Online-Version für Deutschland aber nicht aus.

Was kostet das Galaxy S8?

Die Hoffnung, dass Samsung im Bereich des Galaxy S7 bleibt, ist erloschen. Dessen unverbindliche Preisempfehlung lag im Frühjahr 2016 bei 700 Euro, während das Galaxy S7 Edge 800 Euro kostete. Zuerst wurde vermutet, dass der Preis um bis zu 20 Prozent steigen könnte. Das wären bei 800 Euro stolze 160 Euro mehr. Evan Blass geht inzwischen von einer Preissteigerung von 100 Euro pro Gerät aus. Das wären 799 Euro für das kleine und 899 Euro für das große Modell.

Samsung scheint vom Erfolg des Galaxy S8 überzeugt zu sein. Hieß es Anfang Januar 2017 noch zum Verkaufsstart stünden zehn Millionen Geräte bereit, soll Samsung nicht einmal eine Woche später bereits 60 Millionen Exemplare des Galaxy S8 geordert haben.

Welches Zubehör gibt es für das Galaxy S8?

Die Note-Serie wurde oft wegen des S Pen gekauft und einem Gerücht zufolge will Samsung den digitalen Stift als Zubehör für das Galaxy S8 anbieten. Quasi als kleine Wiedergutmachung für das zurückgerufene Note 7. Nachteil: Der S Pen wird sich beim S8 nicht im Smartphone unterbringen lassen.

Als weiteres Zubehör sind kabellose Kopfhörer im Gespräch. Quasi als Gegenstück zu den Apple AirPods. Mit den Gear IconX hat Samsung schon einen Vorgänger im Angebot, der sich für das S8 weiter entwickeln ließen. Sollte sich das Gerücht um die kabellosen Kopfhörer bestätigen, sind sie trotzdem kein Indiz dafür, ob das neue Flaggschiff einen Kopfhöreranschluss erhält oder nicht.


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